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Donnerstag, 16.11.2017

So viele Wölfe wurden in der Oberlausitz geboren

Junge gibt es unter anderem in der Seenland-Wolfsfamilie. Diese galt im vorigen Jahr noch als verschwunden.

Von Irmela Hennig

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Ein junger Wolf schläft.
Ein junger Wolf schläft.

© Symbolfoto: dpa

Löbau/Zittau. Für das Jahr 2017 gibt es bislang nur wenige Hinweise auf Wolfsnachwuchs. Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf haben sechs Oberlausitzer Rudel Nachwuchs mit insgesamt 16 Welpen. Junge gibt es unter anderem bei der Seenland-Wolfsfamilie. Die galt im vorigen Jahr noch als verschwunden. Das Monitoringjahr läuft allerdings noch bis Ende April 2018.

Im Beobachtungsjahr 2016 wurden in der Oberlausitz mindestens 31 Wolfswelpen geboren. Das geht aus den Angaben hervor, die das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ mit Sitz in Rietschen bei Niesky veröffentlicht hat. Demnach konnten die Wolfsexperten des Lupus Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung bei acht Rudeln Nachwuchs feststellen. Jeweils sechs Junge gab es beim Daubitzer und beim Knappenroder Rudel, fünf bei den Biehainer Wölfen nördlich von Görlitz. Je vier Welpen wurden bei den Nochtener und den Milkeler Wölfen gezählt. Die Kollmer Familie brachte es auf drei, die Rosenthaler auf zwei Junge. In der Königsbrücker Heide wurde ein Jungtier beobachtet.

Für vier Rudel konnte 2016 kein Nachwuchs festgestellt werden – und zwar für das Daubaner, das Nieskyer, das Neustädter Rudel und das aus den Königshainer Bergen. Auch die Wolfspaare in Cunewalde und der Laußnitzer Heide scheinen bislang keine Nachkommen großzuziehen – auch gegenwärtig gibt es keine Hinweise.

Abschuss vorerst gestoppt

Insgesamt wurden im Freistaat Sachsen im Monitoringjahr 2016/17 genau 14 Rudel und vier Paare bestätigt. In der Oberlausitz lebten zwölf Rudel und zwei Paare. Hinzu kamen weitere Wolfsgruppen, die nur teilweise im Bundesland jagten. Ihre Territorien liegen größtenteils in Polen oder Brandenburg. Laut dem Kontaktbüro existiert das Bernsdorfer Wolfspaar nicht mehr. Der Rüde war im Oktober 2016 tot aufgefunden worden, er starb eines natürlichen Todes. Allerdings hat sich in Brandenburg im Raum Hohenbocka ein neues Wolfsrudel etabliert. Dessen Territorium reicht bis in den Raum Bernsdorf in Sachsen hinein. Was aus den Spremberg-Wölfen geworden ist, ist derzeit nicht klar.

Im Raum Löbau/Zittau und in der Massenei im Landkreis Bautzen wurden vereinzelt Wölfe beobachtet. Das genaue Vorkommen ist ungeklärt; man weiß nicht, ob es sich um Einzeltiere, Paare oder doch schon Rudel handelt.

2017 wurden bislang 85 Nutztierschäden in Sachsen gemeldet. In knapp 50 Fällen wurde der Wolf als Verursacher bestätigt oder zumindest nicht ausgeschlossen. Neun Vorfälle werden laut der Datenbank des Kontaktbüros noch bearbeitet. Rund 160 Nutztiere wurden dabei getötet oder gelten als vermisst. Teilweise waren die Tiere nicht ausreichend geschützt. In Rothenburg wurde beispielsweise ein Steinbock getötet. Der Zaun des Gatters führte keinen Strom und wurde vom Wolf untergraben. Wiederum waren Schafe in Cunnewitz und Schönau im Landkreis Bautzen durch Elektrozaun mit Flatterband gesichert. Allerdings sind die Herden dort ausgebrochen. Insgesamt kamen in den beiden Fällen 17 Tiere zu Schaden.

Viele Vorkommnisse gab es im Revier des Rosenthaler Rudels bei Kamenz. Zunächst war deshalb der Abschuss eines der Wölfe dort genehmigt worden. Weil aber die Grüne Liga Widerspruch eingelegt hat und das Vorhaben rechtlich geklärt werden muss, gibt es zunächst keinen Abschuss.

Bis 3. November wurden außerdem elf tote Wölfe in Sachsen gefunden. Zuletzt starb ein Tier bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 115 zwischen Ödernitz und Kodersdorf. Zu welchem Rudel es gehörte, ist noch offen. Auch fast alle anderen Tiere kamen bei Unfällen ums Leben. In einem Fall lag eine natürliche Todesursache vor, in einem anderen konnte sie nicht geklärt werden. Der Kadaver war schon zu stark verwest.

In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Probleme mit Wölfen in der Oberlausitz, in Deutschland und anderen europäischen Ländern. So beim Milkeler Rudel in Sachsen. Dort wurden im September Welpen auffällig, sie näherten sich Menschen ohne Scheu und untersuchten auch Gegenstände nahe bei Personen. Nach Absprache mit Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf mit Sitz in Görlitz entschied des Umweltministeriums Sachsens, dass die mittlerweile sechs Monate alten Welpen mit Gummigeschossen und Lärm vergrämt werden dürfen; sie sollen so wieder Scheu entwickeln. Die Maßnahme läuft zunächst bis Ende November und werde dann ausgewertet, heißt es vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Hundling

    Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Jägerlobby nicht durchsetzen kann und auch die neue Generation Wölfe sich etabliert.

  2. moderner Mensch

    Was es nicht so alles gibt Lupusinstitut für Wolfsmonitoring , Kontaktbüro für Wölfe ect ect. Frau Henning stellt aber realistisch das Problem mit den Wölfen dar.Da der Lebensraum eben relativ klein ist kommen die Tiere immer wieder in menschliche Nähe u. verlieren selbsverständlich Scheu. Das birgt Gefahren in sich der Wolf bleibt ein Raubtier. Auch Lärm u. Gummigeschosse werden da wohl nur kurz eine Wirkung bringen.Die einzige Möglichkeit den Wolf nicht abzuschießen wäre die Tiere einzufangen u. in Regionen wie die Karpaten oder Sibirien ect zu verbringen. Das macht man in verschiedenen Ländern schon lange bei Bären,u.anderen Raubtierarten. Es gab in Deutschland eine Zeit da waren unsere Altvorderen froh das der Wolf ausgestorben war. Heute gibt es Verrückte die würden sogar einen Saurier wiederbeleben wenn möglich. Der Mensch muß sich nicht entschuldigen das er moderne Städte baute u.sich Lebensraum nahm.

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