• Einstellungen
Donnerstag, 07.12.2017

Rechnungshof: Drogen kommen Steuerzahler in Sachsen teuer zu stehen

Der Rechnungshof listet regelmäßig Fälle von Steuerverschwendung auf. Manchmal geht es auch um dringend benötigte Gelder für besondere Probleme einer Gesellschaft. Sachsen weiß das nur zu gut.

1

Die Droge N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) kosten den Steuerzahler viel Geld.
Die Droge N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) kosten den Steuerzahler viel Geld.

© Arno Burgi/dpa

Dresden. Der Konsum von Drogen wie Crystal Meth kommt den sächsischen Steuerzahlern teuer zu stehen. Wie der Landesrechnungshof am Donnerstag in seinem Bericht zu den Kommunalfinanzen mitteilte, übersteigt der Hilfebedarf im Zusammenhang mit Crystal in Sachsen den Bundesdurchschnitt um das Vierfache. Kinder und Jugendliche müssten vermehrt aus Familien herausgenommen und in Heimen untergebracht werden, weil ihre Eltern diese Droge konsumierten. Mitunter seien mehrere Geschwister von diesem Schicksal betroffen, hieß es. Die Ausgaben für Heimerziehung insgesamt haben sich von rund 94 Millionen Euro im Jahr 2008 auf rund 184 Millionen Euro 2015 nahezu verdoppelt.

Im Jahresbericht zu den Kommunen steht traditionell deren finanzielle Situation im Mittelpunkt. Obwohl die Wirtschaftslage gut ist, sehen die Rechnungsprüfer Probleme auf die Städte und Gemeinden zukommen. So sei zum Beispiel die Investitionstätigkeit trotz einer Steigerung zum Vorjahr im bundesweiten Vergleich weiter unterdurchschnittlich.

„Sachsen investierte weniger als der Durchschnitt der Flächenländer und bleibt damit gegenwärtig noch hinter den Erwartungen zurück. Dies betrifft vor allem den kreisangehörigen Raum, dessen Sachinvestitionen seit 2011 rückläufig sind“, sagte Behördenchef Karl-Heinz Binus. Probleme sieht man auch beim Fachkräftemangel bei kommunalem Personal.

Mit Blick auf einzelne Bauvorhaben der Kommunen monierten die Prüfer beispielsweise den Umbau des Dresdner Kraftwerks Mitte zu einem Domizil für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation. Die Kostensteigerung von 96,9 Millionen auf 112,8 Millionen Euro sei erheblich, zumal trotz der Mehrkosten 1215 Quadratmeter weniger als ursprünglich geplant in den Bau einbezogen wurden. Ein Generalübernehmervertrag sei trotz nicht vollendeter Planung abgeschlossen worden, die Gestaltung der Fassade und eine Drehbühne später dazugekommen. Auch eine Beschleunigung des Baus als Folge von Termindruck habe zu der Kostenentwicklung beigetragen. (dpa)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. Sören Göhler, Dresden

    Crystal ist eine Seuche und insgesamt das Resultat einer völlig verfehlten Drogen- und Arbeitspolitik. Wenn beides den Staat jetzt teuer zu stehen kommt, hält sich mein Mitleid für den Staat in argen Grenzen und nein, nicht wir Bürger sind der Staat, sondern dieser Staat beherrscht uns und weniger Staat wäre mehr Freiheit. Crystal ist Aufputschmittel für die Armen und die Reichen koksen. Sie tun das, weil sie sonst den Belastungen der Arbeit und des Alltages nicht standhalten, weil wir alle für diesen Staat ca. die Hälfte unserer Arbeitszeit für Steuern und sonstige Abgaben u.a. zur flüchtlingsgenerierenden Kriegsfinanzierung zu erwirtschaften haben, somit ist dieses Problem mit Aufputschmitteln ein staatsgemachtes Problem, das übrigens schon immer öfter im Kindesalter einsetzt - Ritalin wäre das Stichwort. Ja, ich weiß, daß diese Ansicht vermutlich nicht sonderlich populär ist, doch das ist mir egal.

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.