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Freitag, 11.08.2017

Radebeul will noch mehr Blitzer

Am neuesten Standort gab es dieses Jahr schon zwei schwere Unfälle. Die Stadt will Wechseltechnik einsetzen.

Von Peter Redlich

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Das ist vorerst eine Fotomontage. Aber hier könnte die nächste Blitzersäule stehen – auf der Meißner Straße in Radebeul-Ost, nahe der Forststraße.
Das ist vorerst eine Fotomontage. Aber hier könnte die nächste Blitzersäule stehen – auf der Meißner Straße in Radebeul-Ost, nahe der Forststraße.

© Norbert Millauer

Radebeul. Radebeul ist ohnehin schon die Blitzerhauptstadt im Kreis Meißen. Blitzer in beiden Richtungen an der Waldstraße, an der Meißner Straße vor Wackerbarth, in der Wilhelm-Eichler-Straße und dazu die mobilen Blitzer aus dem Skoda Roomster.

Jetzt fordern Bürger weitere Standorte, an denen die eher unscheinbaren grauen Säulen aufgestellt werden sollten. Einer davon ist an der Strecke Meißner Straße, Forststraße, kurz vor der Stadtgrenze zu Dresden. Bereits im März hatten sich Bürger an die Stadt gewandt und für dort eine Reaktion gefordert. Reaktion vor allem auf die gefährlichen Situationen, die nahe der Forststraße immer wieder auftreten.

Im Februar dieses Jahres wurde dort ein 13-jähriger Schuljunge angefahren. Ein Kleintransporter hatte einen stoppenden Pkw überholt. Wenig später passierte beinahe Gleiches. Ebenfalls in Höhe der Forststraße wollte ein 59-jähriger Mann die Meißner Straße überqueren. Wieder war es ein Fahrzeug, welches in der zweiten Reihe andere Autos überholte und mit dem Fußgänger zusammenstieß. Trotz der Fußgängerampel nahe dem Werk von Arevi-Pharma kommt es in diesem Bereich immer wieder zu Problemen – vor allem auch, weil Autofahrer überholen und meist auch noch zu schnell fahren.

Hier soll ein Blitzer hin, fordern Bürger. Zum ersten Mal wurde das Thema im März im Radebeuler Verkehrsrat besprochen. Die Gruppe trifft sich alle Vierteljahre und diskutiert über solche heiklen Situationen. Mit dabei sind Radebeuls Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU), Ingolf Zill, Leiter der Verkehrsbehörde, Veit Tittel, Vorsitzender vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal und andere Bürgerinitiativen aus der Stadt.

Tittel sagt, dass zum jüngsten Verkehrsratstreff Ende Juni das Thema Blitzer Forststraße, Meißner Straße schon sehr konkret besprochen wurde. So sind sich Lehmann und Zill einig, dass dort eine Messsäule aufgestellt werden sollte.

Der Leiter der Verkehrsbehörde arbeitet dafür mit einer Firma zusammen, welche die in Radebeul bekannten modernen Säulen, wie eben an der Waldstraße, montiert. Als Gegenleistung der Stadt wird das Unternehmen an den Einnahmen aus den Bescheiden beteiligt.

Für den Standort in Ost ist allerdings entschieden worden, dass dort lediglich eine hohle Säule mit den jeweiligen Blitzerfenstern aufgestellt werden soll. Die Technik dafür könnte aus anderen Säulen, die nicht so frequentiert sind, eingesetzt werden. Tittel: „Das ist bei dieser Generation moderner Säulen möglich. Vor allem auch in beide Richtungen.“

In der Gegend gab es schon mal einen sehr bekannten und auch berüchtigten Blitzerort. Direkt neben der Gleisschleife der Straßenbahnlinie 4 in Ost stand der gefürchtete grüne Mast. Der Standort ist allerdings seit fast zehn Jahren nicht mehr in Betrieb, die Säule ist demontiert. Außerdem konnte mit diesem nur stadteinwärts nach Radebeul geblitzt werden.

Der neue Blitzer kann mehr und müsse auch nur einmal eingerichtet werden, heißt es aus der Verkehrsbehörde. Dank GPS-Ortung sucht sich die Technik in der Säule, ist sie denn drin eingesetzt, ihre Koordinaten und vor allem auch die der zu schnellen Fahrer selbst. Damit, so Lehmann und Zill im Protokoll der letzten Verkehrsratssitzung, könnten auch die Raser in der Überholspur fotografiert werden.

Der neuerliche Vorschlag, in Höhe der Forststraße auf der Meißner Straße eine Überwachungsmöglichkeit einzurichten, so Veit Tittel, komme von der Bürgerinitiative zur Verkehrsentlastung. Derzeit sei die Verkehrsbehörde dabei, Angebote für den Aufbau der Säule einzuholen. Der genaue Standort in diesem Bereich stehe noch nicht fest. Dies hänge auch von technischen Möglichkeiten ab, so Zill.

Auch wann die Blitzersäule wirklich stehen soll, wurde noch nicht verkündet. Möglich und sinnvoll sei eine Installation im Herbst, wenn wieder der volle Verkehr rollt. Mindestens 15 000 Fahrzeuge sind jeden Tag auf der Meißner Straße unterwegs. Was Anwohner der Straße zu noch weiteren Forderungen für Blitzerstandorte animiert – beispielsweise auf der Strecke zwischen Dr.-Külz-Straße und Dürerstraße, wo, so Veit Tittel, an Wochenenden und abends vielfach die erlaubten 50 km/h überschritten würden.

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. Franz

    So,so, die Bürger wollen Blitzer, nicht zufällig doch die Stadt? Die Blitzer sollen die Sicherheit auf der Strasse und die der Fußgänger erhöhen-aha. Oder nicht vielleicht doch den Kontostand von Radebeul? Die Straße dort ist breit, ein Überholverbot gibt es meines Wissens nicht. Warum nicht erst mal damit probieren? Was nützt ein Blitzer an einer Stelle, wenn überall Radfahrer mit Kopfhörern unterwegs sind, wenn sie über Zebrastreifen fahren, anstatt dort das Rad zu schieben, wenn sie überall bei Rot die Ampel überqueren, oder wenn die Fußgänger mit Smartphone vor den Augen gar nicht merken wenn sie auf die Straße latschen. Nein - nicht nur ein Blitzer muss in Radebeul zur Sicherheit der armen Bürger hin - stellt alle 100m einen auf! Dann bleiben die Autofahrer weg und Eure Narren haben Narrenfreiheit!. Blitzer für Sicherheit - es gibt nichts lächerliches als diese Begründung. Es gäbe soviel geeignetere Maßnahmen - die aber Geld kosten. Blitzer verdienen Geld-DAS ALLEIN ist der Grund!

  2. holloway

    Also wenn ich mich recht erinnern kann, stand dort doch schon mal ein fester Blitzerkasten. Kurz vor der Wendeschleife Richtung Coswig. Der wurde aber abgebaut.

  3. smoky

    ach @1, Franzl: Is`n das so schwer zu begreifen? All die von ihnen genannten "Sünder" wurschteln nicht ganz Verkehrsregelkonform herum, genau wie die, die geblitzt werden. Nur die wurschteln eben nicht nur, die sind einfach schneller, als das so landläufig erlaubt ist. Und das kostet eben gelegentlich, so wie beispielsweise auch bei den Radlern am Schillerplatz oder Fußgängern, die bei Rot gehen. Nun raten sie mal, von wem eine größere Gefahr ausgeht und vermuten sie mal, was passieren würde, gäbe es nicht gelegentliches Blitzlichtgewitter? Ist wohl inzwischen ein gängiger Reflex, erst mal auf die Fehler der anderen zu verweisen. Warum wohl? Auf einem anderen Blatt steht, dass manche Verkehrslösungen, Geschwindigkeitseinschränkungen oder Ampelschaltungen wirklich nur schwer nachvollziehbar sind. Wo mal eine pragmatische, realitätsnahe Verwaltung gefordert wäre. Und weniger Formalismus.

  4. Dieter

    Gestern mit dem Auto aus dem Urlaub nach DD zurück gekehrt und gleich wieder heimisch gefühlt: Da wird man beim Einbiegen von der Steglichstraße in die Grundstraße vollgehupt, weil man dem bergab fahrenden Mofa die Vorfahrt gewährt und der Hintermann dank Verkehrsinsel nicht vorbei kommt, da wird ein vorschriftsmäßig fahrendes KFZ unter Missachtung von Sperrstreifen durch die Haltestelle überholt, und generell kann es natürlich nirgendwo schnell genug gehen. Irgendwas läuft in dieser Stadt schief, da wären deutlich (!) mehr Kontrollen durchaus angebracht. Und zwar mobil und ohne diese absolut dämlichen Ankündigungen im Radio - wieso sind die eigentlich erlaubt? Umso besser, wenn das auch noch ein bisschen Geld in die Kassen spült, von irgendetwas müssen die Ordnungshüter ja auch leben. Von Radlern und Fußgängern habe ich im o.g. Zeitraum übrigens ausnahmsweise keine gefährlichen Aktionen wahrgenommen.

  5. Randdresdnerin

    @4 schön, dass sie sich gleich wieder heimisch fühlten. Das scheint aber nicht ausschließlich Dresden zu betreffen wie sie meinen. Ich wurde in meinem Urlaub, nicht in Dresden, in einer 30er Zone gemaßregelt durch den hinter mir Fahrenden mit Hupen und entsprechender Fingerbewegung weil ich mich eben an die vorgeschriebenen 30 hielt und er leider nicht überholen konnte. Klar, es sieht ja auch nicht gut aus, wenn ein schnittiger Mercedes hinter einem popligen Polo herfahren muss. Ich glaube, es ist egal wo man fährt, schwarze Schafe gibt es überall.

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