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Freitag, 21.04.2017

Neue Bleibe für junge Mutter

Nachdem sich die Decke in einer Wohnung gesenkt hat, bekommt die Mieterin viele Hilfsangebote. Trotzdem sind noch Fragen offen.

Von Cathrin Reichelt

Auch an der Fassade gibt es Schäden. An mehreren Stellen der Fassade sind Risse sichtbar.
Auch an der Fassade gibt es Schäden. An mehreren Stellen der Fassade sind Risse sichtbar.

© André Braun

Döbeln. Die Döbelner sind schneller als der Vermieter von Steffi Kind. Nachdem im Wohnzimmer der jungen Mutter die Decke abgesackt ist, hat das Ordnungsamt der Stadt Döbeln den Raum für unbewohnbar erklärt. Die Wohnung ist dadurch unbewohnbar geworden. Nachdem die Döbelner im sozialen Netzwerk Facebook von der Situation der jungen Frau und ihrer achtjährigen Tochter gelesen haben, ist das Entsetzen über die Zustände in dem Mehrfamilienhaus aber auch die Hilfsbereitschaft groß.

Mehrere Döbelner haben Steffi Kind eine neue Wohnung angeboten oder sie auf leerstehende Wohnungen aufmerksam gemacht. Das hat sie sehr überrascht. „Mit so etwas habe ich nicht gerechnet“, sagt sie. Auch Vermieter Andreas Gassner hatte sowohl Steffi Kind als auch dem DA gegenüber erklärt, seiner Mieterin eine Ausweichwohnung vermitteln zu wollen. Bis zum Redaktionsschluss ist es aber bei dem Versprechen geblieben.

Steffi Kind hat sich unterdessen anders entschieden und selbst um eine neue Bleibe gekümmert. Denn in einer weiteren Wohnung von ihrem bisherigen Vermieter zu leben, lehnt sie ab. Damit sie in die neue Wohnung auch die gesamte Einrichtung aus der bisherigen mitnehmen kann, ist sie allerdings wieder auf ihren derzeitigen Vermieter angewiesen. „Da sich der Schaden im und nicht außerhalb des Gebäudes befindet, ist er in der Pflicht. Er muss von einem Bausachverständigen prüfen lassen, wie gefährlich es ist, den Raum zu betreten“, sagt Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller auf Nachfrage des DA. Er weist auch darauf hin, dass die Behörde den Vermieter, der in München wohnt, darüber informiert hat, dass der beschädigte Raum zwar betreten, aber nicht genutzt werden dürfe.

Steffi Kind hatte von ihrem Vermieter anschließend die Information bekommen, dass sie weder das Wohnzimmer, noch Küche oder Bad betreten dürfe. Andreas Gassner will sich heute selbst ein Bild über den Schaden machen, der am Abend des 18. April entstanden war und einen großen Feuerwehreinsatz ausgelöst hatte. Die Mieter mussten dreieinhalb Stunden auf der Straße ausharren, bevor ein morscher Balken stabilisiert war, der das Absenken der Decke ausgelöst hatte, und keine Gefahr mehr bestand.

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