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Sonntag, 15.04.2018

Mode mit Ausblick

Am Donnerstag öffnet das von Winfried Stöcker finanzierte Kaufhaus am Postplatz. Die SZ schaute sich schon mal um.

Von Matthias Klaus

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Das Modehaus am Postplatz: Es gilt unter anderem auch als Testlauf für das „große“ Kaufhaus. Für das laufen derzeit noch die Planungen.
Das Modehaus am Postplatz: Es gilt unter anderem auch als Testlauf für das „große“ Kaufhaus. Für das laufen derzeit noch die Planungen.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Bei der Ausstattung achtete man auf exklusive Details. Rund zwei Millionen Euro hat Winfried Stöcker in das Projekt gesteckt.
Bei der Ausstattung achtete man auf exklusive Details. Rund zwei Millionen Euro hat Winfried Stöcker in das Projekt gesteckt.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Der historische Ofen in der Herrenabteilung wurde denkmalgerecht restauriert.
Der historische Ofen in der Herrenabteilung wurde denkmalgerecht restauriert.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Christoph Sprenger ist der Chef des Modehauses am Postplatz. Am kommenden Donnerstag öffnet das Geschäft.
Christoph Sprenger ist der Chef des Modehauses am Postplatz. Am kommenden Donnerstag öffnet das Geschäft.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Görlitz. Der Blick aus dem Café des Kaufhauses  – ein Traum. Der Postplatz liegt dem Sonnenschein quasi zu Füßen, die Straßenbahn zuckelt gerade vorbei. Die Idylle wird nur getrübt von Bauzäunen gegenüber. „Naja, das gehört eben dazu“, sagt Christoph Sprenger. Er ist der Chef des Modehauses am Postplatz, Ecke Jakobstraße. Am kommenden Donnerstag öffnet das Geschäft. Winfried Stöcker, Kaufhausbesitzer und Euroimmunchef hatte die Idee dazu. Auf drei Etagen gibt es hier Mode für Damen und Herren, dazu Accessoires. Mode, die offenbar etwas anders ist, als die bisher in Görlitz angebotene. Höherwertig, was sich wohl auch im Preis niederschlägt. Marken wie Michael Kors gehören beispielsweise dazu. Aber nicht nur, sagt der Chef des Modehauses. Er legt Wert darauf, dass auch die mittlere – finanzielle – Schiene bedient wird. „Das funktioniert in Görlitz“, sagt Christoph Sprenger. Kunden, die bisher wegen Waren dieser Art nach Dresden gereist sind, haben nun in Görlitz die Qual der Wahl. „Ich denke, Kunden in Görlitz und aus der Umgebung wünschen sich hier ein derartiges Angebot“, sagt der Geschäftsleiter.

Seit etwa anderthalb Jahren wird das Haus am Postplatz umgebaut. Ein Mammutvorhaben. Denn innen blieb kein sprichwörtlicher Stein auf dem anderen. Die alten Holzbalkendecken wurden entfernt, durch Stahlbeton ersetzt. „Am Anfang konnten wir von unten bis in die dritte Etage schauen“; erinnert sich Christoph Sprenger. Anderes, wie etwa das Treppenhaus, blieben erhalten. Dazu gab es enge Absprachen mit dem Denkmalschutz. Unter anderem wurde deshalb auch der historische Ofen in der Herrenabteilung restauriert. Er funktioniert sogar wieder, elektrisch. Die Zusammenarbeit mit der Stadt habe sehr gut und reibungslos funktioniert, sagt Jürgen Friedel. Er ist Projektmanager für Winfried Stöcker und derzeit vor allem als Chef des Lübecker Flughafens unterwegs, kümmert sich aber auch um die Belange des Euroimmunchefs in Görlitz.

Rund zwei Millionen Euro hat Winfried Stöcker in das Projekt Modehaus am Postplatz gesteckt. Am Ende ist nun ein Kaufhaus entstanden, das von Design, Ausstattung und Angebot so in Görlitz wahrscheinlich kaum Konkurrenz hat. „Natürlich ist das Ganze auch ein Testlauf für das große Kaufhaus“, sagt Jürgen Friedel. Der Test betreffe zum einen das Angebot an Waren, zum anderen auch die bauliche Ausstattung. Im neuen Modehaus kommt zum Beispiel eine neue Beleuchtungstechnik zum Einsatz. Die Lampen verändern im Tageslauf die Intensität. Ob und wie diese Technik im früheren Karstadt-Kaufhaus zum Einsatz kommt, ist derzeit noch offen. Noch laufen dort die Planungen. Eine hausgemachte Konkurrenz sieht Jürgen Friedel jedenfalls heute nicht. „Wir können, wenn es so weit ist und erforderlich, das Angebot im Modehaus anpassen“, sagt er.

Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ab kommenden Donnerstag die Kunden bedienen, hinzukommen vier weitere hinter den Kulissen. Manche kamen wegen des Jobs aus dem Westen der Republik nach Görlitz zurück. Etwa ein Drittel der Kundschaft, schätzt Jürgen Friedel, wird aus dem Nachbarland Polen kommen. Deshalb gibt es zwei Mitarbeiter, die die polnische Sprache beherrschen. Aber auch mit Kunden aus Tschechien wird im Modehaus gerechnet.

Christoph Sprenger freut sich derweil auf die Eröffnung des Hauses am Donnerstag. Der 48-Jährige aus dem Sauerland hat von der Pike auf im Einzelhandel gelernt, war nach der Wende bei Karstadt in Dresden beschäftigt. „Während der Arbeit dort habe ich auch das Görlitzer Kaufhaus kennengelernt“, erzählt er. Inzwischen hat er eine Wohnung in der Stadt. „Ich denke“, sagt Christoph Sprenger, „in Görlitz kann man noch eine Menge bewegen.

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