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Sonntag, 31.12.2017 Offener Brief

Liebe Annett Hofmann!

Erklären, was Krautnudeln sind und gleichzeitig toll aussehen – das kann Sachsens neue First Lady. Nicht nur deshalb ist SZ-Redakteurin Johanna Lemke ein großer Fan von ihr.

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Sachsens neue First Lady: Annett Hofmann.
Sachsens neue First Lady: Annett Hofmann.

© Robert Michael

Guter Vorsatz fürs neue Jahr: Ich will Menschen öfter direkt sagen, wenn ich sie toll finde. Los geht‘s: Ich bin ein großer Fan von Ihnen, Frau Hofmann. Beeindruckend, dass Sie als neue First Lady von Sachsen nie nervös oder gestresst wirken von dieser Aufgabe als Frau an der Seite des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.

Wie Sie beide neulich so lässig über den Görlitzer Weihnachtsmarkt schlenderten, das hatte wirklich Klasse. Freundlich erklärten Sie einem Passanten, was Krautnudeln sind – und sahen dabei trotzdem toll aus. Als wären Sie dafür gemacht, das Land zu repräsentieren, greifbar und elegant zugleich. Wie eine Mehrheit der sächsischen Frauen sind Sie berufstätig, Sie haben zwei Kinder mit Ihrem Lebensgefährten, allerdings auch zwei aus einer vorherigen Beziehung, und Sie sind auch nicht miteinander verheiratet. Herrlich normal!

Man könnte denken, Sie leben den Generationenwechsel, den viel beschworenen, der eigentlich von der Sachsen-CDU ausgehen sollte nach dem Rücktritt von Stanislaw Tillich. Vielleicht kommt die Wende quasi von unten, war ja schon oft so, dass letztlich die Frauen die Geschichte änderten. Cleopatra lenkte Marc Antonius, Eva Péron war für Argentinien in Wahrheit wichtiger als ihr Mann, und Ingrid Biedenkopf ... Aber lassen wir das.

Sie räumen jedenfalls erst mal ordentlich auf. Zum Beispiel haben Sie angekündigt, jetzt keine reine Charity-Lady zu werden, die von Empfang zu Empfang huscht. Obwohl Sie auf öffentlichen Veranstaltungen garantiert eine bessere Figur machen werden als all ihre Vorgängerinnen zusammen. Nichts gegen die Ballkleider von Veronika Tillich, aber allein dieses eine Foto von Ihnen, als Sie Ihrem Mann bei seinem Amtsantritt am Anzug rumzuppeln, das ist Eleganz! Helle Pumps zum königsblauen Etuikleid, die dunklen Haare locker im Nacken gebunden – zum Niederknien.

Ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen: Es gab in den letzten Wochen weder ein Journalisten- noch ein Journalistinnengespräch, in dem nicht betont wurde, wie toll Sie aussehen. Ich will dem gar nicht widersprechen, aber wie ist das eigentlich, wenn die eigene Karriere auf einmal nicht mehr so von Interesse ist wie das Aussehen oder die Familie? Der Kollege in der SZ fragte Sie im Interview ja auch, wie Sie das mit dem neuen Job vom Papa den Kindern verklickern würden. Klar, der Mann geht arbeiten und die Frau fängt die Sorgen der Kleinen ab, so stellen viele sich das auch im Jahr 2017 noch vor.

Aber Sie, Frau Hofmann, antworteten freundlich und betonten: „Ich bin eine eigenständige Frau.“ Einer anderen Zeitung sagten Sie gar: „Nur zu Hause bleiben, das bin ich nicht.“ Vielleicht muss Ihnen diese Frage dann irgendwann auch nicht mehr gestellt werden – und es kann endlich um die wirklich wichtigen Dinge gehen. Wann fangen Sie eigentlich wieder an zu arbeiten, Frau Hofmann? Ich bin schon gespannt!

Ihre

Johanna Lemke

Der „Offene Brief“ ist eine regelmäßig erscheinende Rubrik aus dem Wochenend-Magazin der Sächsischen Zeitung.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 21 Kommentare

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  1. Silke L.

    „Sie haben zwei Kinder mit Ihrem Lebensgefährten, allerdings auch zwei aus einer vorherigen Beziehung, und Sie sind auch nicht miteinander verheiratet. Herrlich normal!“ Wenn das „normal“ ist, und dazu noch „herrlich“, sieht man, wie tief unsere moralischen Ansprüche schon gesunken sind. Jeder mit jedem, Ehe für alle – Beliebigkeit pur. Früher nannte man das „Dekadenz“.

  2. SZ-Leser

    Dieser Brief ist an Flachheit nicht zu überbieten: Aussehen, Eleganz, Haarstil -- und dann die Schlussfolgerung, wie modern die First Lady sei ("Wann fangen Sie eigentlich wieder an zu arbeiten...?") Dass das Ganze damit zu einem einzigen Widerspruch verkommt, scheint Frau Lemke nicht zu bemerken. Bild-Zeitungs-Niveau.

  3. Roba

    Jetzt wird´s endgültig peinlich. Herr Kretschmer kann doch wirklich Nichts dafür, dass er wie ein "Milchbubi" aussieht.

  4. Peinlichst

    Dieser Artikel ist ein trauriger Tiefpunkt im Bereich "sächsischer Journalismus / Politikbetrieb". Ich bin sprachlos und einfach nur peinlich berührt.

  5. Volker W.

    Bin ich bei der SZ oder bei der Super-Illu?

  6. DD

    Liebe Johanna,versuch es doch mal mit Märchen kommste bestimmt besser.

  7. Juliane

    Ich werde dann auch bisschen an der Kleidung meines Schatzes herumzuppeln und sobald er anfängt sich zu beschweren, werde ich einfach sagen: "DAS ist Eleganz!"

  8. Joachim Herrmann

    Man kann sich dem bisher Gesagtem nur anschließen! S0 viel Sülze habe ich lange nicht lesen müssen. Da strotzt dder Honiglöffel aus jeder Silbe. Ein Hohelied an die Beliebigkeit. Wenn das zur Aufbesserung der Angeschlagenheit der Kretzmers dienen sollte, so wird damit nur das Gegenteil erreicht. Schmieriges Theater auf "höchstem" Niveau. Und, was ein Bummel über den Weihnachtsmarkt mit einer First Lady zu tun haben sol, ist auch nicht erkennbar. Und, zu diesem Terminus F....? Dieses albere Kasperlespiel mit Überhöhungen von Personen, die Nichts aber auch gar Nichts (erkennbar) bisher geleistet haben, außer Frau von zu sein, ist einfach nur blöd und lächerlich zugleich. Ach ja vier Kinder- gute Leistung für Sachsen und Krautnudeln (kannte ich vorher schon) und Pumps mit... - sonst noch was zum Vorzeigen? Man hat recht- manche Beiträge der SZ erinnern stringent an die "Blöd..."! Auf ein fröhliches Neues- es kann nur besser werden- hallelujah??!!

  9. Nichtfrigider

    Kann es sein, dass der Artikel nicht ganz ernst gemeint sein könnte? Peinlich könnte es sein, wenn man das nicht erkennt oder erkennen möchte. Motzen ist in. Eine andere Frage ist, ob das Geschriebene Niveau hat. Da kann man durchaus geteilter Meinung sein.

  10. Peter

    Silke L. Gott sei Dank sind unsere moralischen Ansprüche in diesem Zusammenhang gesunken. Alles andere wäre ja nicht aushaltbar.

  11. SZ-Leserin

    Kann es vielleicht sein, dass die SZ für 2017 einen Preis für den dümmsten Artikel ausgeschrieben hat und Frau Lemke nun noch schnell sich bewerben möchte? Nur eine Vermutung...

  12. bürger

    Ich muss gestehen, ich verstehe den Artikel auch nicht. Sicherlich ist er nicht ernst gemeint, doch worüber macht er sich lustig? Wahrscheinlich nicht der Höhepunkt der journailistischen Laufbahn der Frau Lemke. Weglegen und anderes lesen...

  13. Kathy

    Dieser Artikel ist sicherlich ein Brief. Die Flachheit des Artikels ist analog der Höhe des Briefpapiers.

  14. Neubürger.GR

    Auf mich wirkt die Story nur peinlich, über dieses ach-so-normale Paar. In so einer herausgehobenen gesellschaftlichen Rolle wünschte man sich eher Protagonist*innen, die mit Charisma, Stil und Eloquenz überzeugen.

  15. Mélégué Boubacar Keïta

    Spannenlanger Hansel, nudeldicke Deern...

  16. Dresdnerin

    Diesee Artikel kann nicht mehr überboten werden. So etwas peinliches. Gab es keinen gut gemeinten Ratschlag an die Autorin, das lieber nicht abdrücken zu lassen.

  17. Kuwe Weber

    Das ist nicht nur Super-Illu-Niveau, die Journalistin erfüllt auch die Ansprüche von WDR, NDR und SWR. Frau Hofmann wünsche ich weiterhin Ihren Stil und Durchhaltevermögen.

  18. Marcel Schneider

    Liebe Frau Lemke, bitte nehmen Sie sich die Kommentare unter Ihrem Artikel nicht so zu Herzen. Sie können etwas, das die meisten hier nicht können: ohne Rechtschreibfehler, dafür mit Stil schreiben. Nehmen wir einfach mal an, dass die meisten der Hass-Kommentatoren hier unter Minderwertigkeitskomplexen leiden, unter fehlender Aufmerksamkeit und dafür unter zu viel Zeit. Bestimmt ist auch etwas Neid dabei. Man sieht mal wieder, dass Anstand nicht das Ding der Sachsen ist. Dazu kommt, dass es in unserem Land keiner nötig hat, seinen richtigen Namen hinter einem Pseudonym zu verstecken. Es sind also auch noch Feiglinge. Sehen Sie einfach darüber hinweg, mit Anstand. Für die allermeisten Dummbatzen hier kann man sich nur schämen. Ja, ich schäme mich zu sagen, dass ich aus dem braunen Sachsen komme.

  19. Juliane

    Marcel hat es geschafft ohne auch nur den geringsten Anlass in Bezug auf den Artikel den Bogen zu "Hass" und "braunes Sachsen" zu schlagen. Wieviel Zeit muss Marcel eigentlich haben, sich das erst einmal zusammenzuspinnen? Den Kritikern hier auch noch Hass zu unterstellen, ist ein ganz starken Stück. --- @9 & @12: Ich glaube nicht, dass der Artikel irgendwie ironisch oder satirisch gemeint ist. Die Frau Hofmann ist ja nun nicht hässlich, im Gegenteil. Über ihre Optik sich lustig zu machen, funktioniert irgendwie nicht. Ich vermute eher, dass die Autorin den Artikel an die falsche Redaktion geschickt hat und er eigentlich für eine Frauenzeitschrift gedacht war. Eins wird aber niemals funktionieren: Die Frau Hofmann auch nur ansatzweise als Pendant zur Herzogin Kate aufzubauschenn.

  20. Martin Schmidt

    Frau Lemke, warum bloß sind Sie Journalistin geworden? Sie hätten einen anderen Beruf ergreifen sollen, irgendwas einfaches vielleicht.

  21. SP

    An alle, die die SZ noch nie als Printmedium gelesen haben: Der offene Brief aus dem Wochenend-Magazin ist prinzipiell (mehr oder weniger gelungene) Satire. Hier derart gut kaschiert, dass bis auf 2 bisher alle Kommentatoren drüber stolpern. Ausgerechnet der Verweis auf die Arbeitstätigkeit geht jedoch ins Leere. Frau Hofmann kann nicht als Ministeriumssprecherin arbeiten, solange ihr Mann MP ist.

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