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Samstag, 15.07.2017

Kuddelmuddel mit drei Postleitzahlen

Seit Jahren gibt es in einigen Orten der Gemeinde Ärger mit der Postzustellung. Nun soll eine Lösung her.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

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Als dieser Wälzer 1993 erstmals aufgelegt wurde, waren Doberschau, Gnaschwitz, Gaußig und Naundorf eigenständige Gemeinden. Die unterschiedlichen Postleitzahlen gibt es heute noch.
Als dieser Wälzer 1993 erstmals aufgelegt wurde, waren Doberschau, Gnaschwitz, Gaußig und Naundorf eigenständige Gemeinden. Die unterschiedlichen Postleitzahlen gibt es heute noch.

© dpa/dpaweb

Doberschau-Gaußig. Schon vor mehr als zehn Jahren sollte die Sache erledigt werden, aber dann blieb doch alles beim Alten: Nach wie vor gelten in der Gemeinde Doberschau-Gaußig drei verschiedene Postleitzahlen, was immer wieder zu Problemen bei der Postzustellung führt. Nun unternimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf, um die Angelegenheit zu klären. Allerdings müssten dafür die Namen von vier Straßen geändert werden. Das ist Voraussetzung dafür, dass die Post eine einheitliche Postleitzahl vergibt. Bisher existieren nämlich vier Straßennamen doppelt: die Bautzener Straße in Preuschwitz und Gaußig, der Wiesenweg in Doberschau und Gaußig, die Neue Straße in Gnaschwitz und Gaußig sowie die Hauptstraße in Gnaschwitz und Naundorf.

Bürgermeister Alexander Fischer (CDU) weiß um die Brisanz der Angelegenheit. Schon in der Vergangenheit habe sich der Gemeinderat schwergetan mit einer Änderung der Straßennamen. Zum einen wegen des damit verbundenen Aufwands für die betroffenen Bürger, die dann all ihre Dokumente ändern lassen müssten. Zum anderen, weil viele an ihren gewohnten Ortsbezeichnungen hängen. So stört sich mancher daran, dass der Gemeindename in der Adresse steht, weil den die meisten nur als ein künstliches Gebilde ansehen.

Hauptamtsleiterin Christine Pradler kann zwar verstehen, dass mancher nichts am Gewohnten ändern möchte. Aber sie verweist auf einen Ordner voller Beschwerden von Einwohnern, die ihre Post nicht oder erst verspätet bekommen. Probleme gebe es vor allem mit Briefen von Behörden. Denn die adressieren alle mit 02692 Doberschau-Gaußig, weil laut Melderegister alle Bewohner der Gemeinde unter dieser Postzahl zu erreichen sind. Postalisch gesehen gilt für Gaußig und Umgebung aber die 02633 und für Naundorf und Cossern die 01877. Das rührt noch aus der Zeit, als Doberschau, Gnaschwitz, Gaußig und Naundorf vier eigenständige Gemeinden waren. Erschwerend kommt hinzu, dass Naundorf und Cossern zum Zustellbezirk Bischofswerda gehören, die anderen Ortsteile aber zu Bautzen.

Um das Kuddelmuddel zu beenden, sollen nun die Straßennamen geändert werden. Auch das Landratsamt habe die Gemeinde dazu aufgefordert, so Bürgermeister Fischer. Letztlich müsse aber der Gemeinderat entscheiden. Dabei soll auch die Meinung der Bürger einfließen. Bisher hat es aber erst eine Rückmeldung gegeben, sagt Christine Pradler. Bis 12. August werden noch Hinweise und auch Vorschläge für neue Straßennamen entgegengenommen. Nach der Sommerpause soll dann der Gemeinderat darüber beraten.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Dresdner

    Das Einwohnermeldeamt ist also unfähig, die Adressen korrekt zu erfassen, und deshalb sollen Straßen umbenannt werden? In Dresden geht es doch auch: Es gibt viele Postleitzahlen, und mehrere doppelt vorhandene Straßennamen.

  2. Felix

    Das ist schon ein starkes Stück: Behörden sind unfähig und die Bürger müssen es ausbaden. Es kann doch nicht so schwer sein, die richtige PLZ zu erfassen und dann auf die Briefe zu schreiben!?! Deswegen jetzt Straßen umzubenennen und die Bürger ihre Dokumente ändern zu lassen finde ich total daneben und Verschwendung von Steuergeldern.

  3. Müller

    Nichts ist schlimmer als wenn es den gleichen Straßennamen in einer Stadt oder Gemeinde mehrfach gibt. Bei vielen Navis kann man keine PLZ eingeben und dann heißt es raten.

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