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Dienstag, 09.01.2018

In Ottendorf gestohlen und für Geld-Raub genutzt?

Ein auffälliger US-Transporter könnte in Ullersdorf und Dresden-Weißig für Straftaten genutzt worden sein.

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Die Feuerwehr in Rammenau konnte den Totalschaden nicht mehr verhindern. Wurde der in Ottendorf gestohlene Transporter auch in Ullersdorf eingesetzt und für den spektakulären Raub in Weißig benutzt?
Die Feuerwehr in Rammenau konnte den Totalschaden nicht mehr verhindern. Wurde der in Ottendorf gestohlene Transporter auch in Ullersdorf eingesetzt und für den spektakulären Raub in Weißig benutzt?

© Foto: Rico Löb

Für den gestohlenen Radlader war die Baumarkt-Tür in Dresden-Weißig Sonntagmorgen kein großes Hindernis …
Für den gestohlenen Radlader war die Baumarkt-Tür in Dresden-Weißig Sonntagmorgen kein großes Hindernis …

© Tino Plunert

Ottendorf-Okrilla. Als am Sonntagvormittag die Polizei vor der Tür stand, war der Ottendorfer Stephan Hilgarth natürlich zunächst erschrocken. Und eigentlich konnte er auch gar nicht so richtig glauben, was die Beamten da erzählten: Sein gut 20 Jahre alter amerikanische Ford F 250 sei gestohlen worden.

Dabei hatte der Ottendorfer den bulligen Pickup schon im Sommer auf dem Parkplatz eines Firmengeländes an der Schutterwälder im Gewerbegebiet von Ottendorf-Okrilla abgestellt, „und das ohne funktionierende Bremsen“. Dass die Polizei ihm Sonntagvormittag nun berichtete, der Wagen sei auf einem Feldwege an der Verbindungsstraße zwischen Goldbach und Rammenau nahe des dortigen Gewerbegebietes gefunden worden, also gut 30 Kilometer entfernt, konnte Stephan Hilgarth nur kopfschüttelnd kommentieren: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man damit so weit fahren konnte, ohne Bremsen.“

Offenbar hatten das die Diebe letztlich auch bemerkt; die in Ottendorf auch noch einen abgestellten Hyundai aufgebrochen, diverse Werkzeuge gestohlen und die Batterie eines Lkw mitgenommen hatten. Und damit laut Polizei rund 12.000 Euro Beute machten. Oder war ihnen in Rammenau der Sprit ausgegangen? „Denn viel Diesel war nicht im Tank, bis Polen wären sie jedenfalls nicht mehr gekommen“, ist Stephan Hilgarth jedenfalls überzeugt. Die Fahrtrichtung und die Autobahnnähe lassen den Schluss dabei durchaus zu, dass die unbekannten Diebe tatsächlich über die Grenze ins benachbarte Polen wollten.

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Ob es sich aber tatsächlich „nur“ um einen Autoklau handelt, davon geht die Polizei offenbar nicht aus. Jedenfalls sind eine Menge Fragen aufgetaucht, um die sich die Ermittler jetzt kümmern, wie Polizeisprecher Thomas Knaup erläutert. War der gestohlene Geländewagen beispielsweise auch an einer Sachbeschädigung beteiligt, die Sonntagvormittag aus dem Radeberger Ortsteil Ullersdorf gemeldet wurde? Unbekannte hatten hier an der Straße „Zum Weißiger Kirchsteig“ ein Geländer durchgeflext und niedergewalzt. Reifenspuren eines Fahrzeugs führten vom Gelände des Golfplatzes auf einen befestigten Weg. Und rollte das Fahrzeug am Ende sogar weiter zum Gewerbegebiet in Dresden-Weißig, wo ja Unbekannte ja am frühen Sonntagmorgen mit Hilfe eines kurz zuvor ebenfalls gestohlenen Radladers die Eingangsscheiben des Obi-Baumarktes durchbrochen hatten, um dort dann den Geldautomaten aus der Wand zu reißen (SZ berichtete)? Bei der Aktion war der Radlader in Brand geraten. Ob Absicht dahintersteckt und ob Geld gestohlen wurde, ist noch offen, heißt es dazu.

2.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Offen ist auch, warum die Unbekannten den Ford in Rammenau nicht einfach nur abstellten, sondern das Auto komplett ausbrannte. Zeugen hatten gegen 8 Uhr morgens das brennende Auto zwar bemerkt, und die Rammenauer Feuerwehr konnte die aus dem Motorraum schlagenden Flammen dann auch relativ schnell löschen, aber trotzdem wurde das Fahrzeug komplett zerstört, heißt es von der Polizei dazu. Wie es zu dem Feuer kam, ob also die Diebe den Brand gelegt hatten, um Spuren zu verwischen oder ob es sich um einen technischen Defekt handelt, wird derzeit noch ermittelt. Stephan Hilgarth hat jedenfalls eine Belohnung von 2 000 Euro ausgesetzt. Er hofft auf Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen könnten, sagt er: „Wir hoffen, dass jemand etwas gesehen hat, das Auto ist ja recht auffällig.“ (SZ/JF mit News5)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Gespannt

    Früher hat es mal einen Kontrollpunkt zwischen Tatort und vermeintlichen Wohnort der Täter gegeben. Aber wenn mit der heutigen Zuständen die Aufklärung der Taten besser funktioniert. Wir sind gespannt.

  2. Alex

    @Gespannt, selten so dummes Zeug gelesen.

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