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Montag, 12.02.2018

Hoffnung für die Körse-Therme

Weil die Technik des Bades in Kirschau sanierungsbedürftig ist, gab es Schließungsgerüchte. Nun deutet sich eine Lösung an.

Von Katja Schäfer

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Spaß beim Baden können Besucher der Körse-Therme auch künftig haben. Eine eventuelle Schließung durch den drohenden Ausfall überalterter Technik wurde kurzfristig abgewendet. Auch an einer langfristigen Lösung wird gearbeitet.
Spaß beim Baden können Besucher der Körse-Therme auch künftig haben. Eine eventuelle Schließung durch den drohenden Ausfall überalterter Technik wurde kurzfristig abgewendet. Auch an einer langfristigen Lösung wird gearbeitet.

© Archivfoto: Uwe Soeder

Kirschau. Hat die Körse-Therme denn überhaupt noch geöffnet? Gerade zu Beginn der Winterferien fragt sich das manch einer besorgt. Denn angesichts des bisher fehlenden Schnees ist das Bad vor allem bei Familien mit Kindern eine beliebte Alternative zur Freizeitgestaltung. Schließungsgerüchte kursieren, seit die SZ Mitte Dezember vergangenen Jahres über Schwierigkeiten des Kirschauer Bades berichtet hatte.

Die Körse-Therme ist 20 Jahre alt. Viele technische Anlagen – zum Beispiel Pumpen – müssen dringend erneuert werden. Doch dazu fehlt dem Zweckverband, der das Bad betreibt, das Geld. Der Bürgermeister von Schirgiswalde-Kirschau Sven Gabriel (FDP), der zugleich Vorsitzender des Verbandes ist, hatte deshalb Alarm geschlagen. Er warnte: Schlimmstenfalls müsse das Bad von heute auf morgen geschlossen werden, wenn die Technik, die eigentlich nur auf eine Nutzungsdauer von 15 Jahren ausgelegt ist, plötzlich ausfalle. Mit dem Schreckensszenario wollte er vor allem eines erreichen: Aufmerksamkeit für die Probleme und Hilfe bei deren Lösung.

Zuschüsse in Aussicht


Zwei Monate später kann Sven Gabriel sagen: „Der laufende Betrieb ist erstmal abgesichert. Und für den langfristigen Erhalt der Körse-Therme sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Wie er berichtet, wurden in jüngster Zeit für viele technische Anlagen Ersatzteile angeschafft und eingelagert, sodass bei einem Ausfall ein schneller Austausch möglich ist. Auch das Versicherungsproblem konnte gelöst werden. „Der bisherige Vertrag war uns von der Versicherung gekündigt worden. Mit einem ortsansässigen Versicherungsvertreter konnten wir inzwischen einen neuen Vertrag abschließen“, berichtet der Vorsitzende.

Für eine langfristige Lösung – eine umfassende Sanierung der Körse-Therme und eine gleichzeitige Erhöhung der Attraktivität – sind in den vergangenen Wochen viele, viele Gespräche geführt worden, unter anderem mit dem Landkreis Bautzen und der Landesdirektion in Dresden. Laut Sven Gabriel gibt es nun Aussicht darauf, dass für die notwendigen Investitionen eventuell Fördermittel bereitgestellt werden. „Außerdem sind wir uns mit der Verwaltungsspitze des Landkreises einig, dass sich auch der Landkreis an der Sanierung beteiligen sollte, um den Fortbestand des Bades zu sichern“, sagt er und betont: „Wir wollen die Körse-Therme auf jeden Fall erhalten. Eine Schließung ist keine Option!“ Allein im Jahr 2016 zählte die Einrichtung, zu dem eine große Saunalandschaft sowie ein Sole-Bad gehören, rund 156 000 Gäste.

Eine Planung muss her

Um Fördermittel beantragen zu können, wird eine Planung gebraucht. Sie muss einerseits enthalten, wie das Bad saniert, energiesparend gestaltet und zugleich den heutigen Ansprüchen der Besucher angepasst werden kann. Andererseits gehört ein Bewirtschaftungskonzept dazu; also Aussagen darüber, wer die Körse-Therme künftig wie betreibt. Bisher ist das Aufgabe des Zweckverbandes, dem Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Obergurig und Beiersdorf angehören. Sven Gabriel hatte aber ins Gespräch gebracht, dass der Landkreis die Körse-Therme übernehmen sollte, schließlich betreibe er auch die Schwimmhalle in Kamenz.

Die Planungen, die auch gefördert werden können, sollen jetzt schnell in Angriff genommen werden. Doch mittlerweile hat sich ein neues Problem aufgetan. Der bisherige Geschäftsführer der Körse-Therme, Bruno Bucher, geht Ende März. „Sein Arbeitsvertrag endet und er wollte ihn nicht verlängern“, sagt Sven Gabriel. Zu den Gründen für diese Entscheidung und zu seiner künftigen beruflichen Tätigkeit waren von Bruno Bucher keine Auskünfte zu bekommen. Er hat zurzeit Urlaub. Die Geschäfte der Körse-Therme führt er seit Anfang 2014.

Geschäftsführer gesucht


„Die Stelle wird jetzt ausgeschrieben“, berichtet Sven Gabriel und betont: „Wir wollen eine zügige Neubesetzung vornehmen.“ Interessenten für den Geschäftsführer-Posten sollten sowohl wirtschaftliches als auch strategisches Verständnis mitbringen und zudem gut mit Mitarbeitern und Kunden umgehen können. – Unabhängig davon, wie schnell ein neuer Geschäftsführer gefunden wird: „Die Körse-Therme bleibt auf jeden Fall geöffnet“, betont Sven Gabriel wiederholt. Nach dem SOS im Dezember ist das eine gute Nachricht; nicht nur für Schüler, die jetzt Winterferien haben, und ihre Eltern und Großeltern.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Alexa

    Es ist schon erstaunlich wie Lange so eine Anlage dahinsiecht bis mal ein Schrei rauskommt.Da hat man doch über eine längere Zeit nur von der Substanz gelebt ohne an die Zukunft zu denken? Ich hoffe nur das die Körse-Therme weiter bestehen bleibt,denn etwas Vergleichbares gibt es in der Nähe nicht.

  2. Thomas

    Eigentum verpflichtet, dazu gehört, dass "jeder" Eigentümer nachweislich zweckgebundene Rücklagen bildet für jegliche Art von Schönheitsreparaturen, Erneuerungen und sonstiges bspw. für technische Anlagen, Dach, Fassade etc. Der Topf wird von Anfang an monatlich gefüllt, ganz nach der Devise "steter Tropfen höhlt den Stein". Was hier betriebswirtschaftlich abging schreit zum Himmel! Es muss verhindert werden, dass jedesmal evtl. die Steuerzahler ihr Geld dafür hinhalten müssen. Bitte bleibt an dem Thema dran!!!

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