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Freitag, 12.01.2018

Falsche Fuffziger

Der unbedarfte Umgang mit Bargeld macht es Fälschern leicht. Immer wieder gelangen „Blüten“ in Umlauf. Wer Falschgeld findet, hat das Nachsehen.

Von Dominique Bielmeier, Jana Ulbrich und Franz Werfel

Ein Fünfziger, der eine Blüte ist: Der Banknote sieht man nicht auf den ersten Blick an, dass sie gefälscht ist. Doch besonders bei 50-Euro-Scheinen ist Vorsicht geboten, sie werden besonders häufig gefälscht. Neue Scheine sollen schwieriger zu kopieren sein.
Ein Fünfziger, der eine Blüte ist: Der Banknote sieht man nicht auf den ersten Blick an, dass sie gefälscht ist. Doch besonders bei 50-Euro-Scheinen ist Vorsicht geboten, sie werden besonders häufig gefälscht. Neue Scheine sollen schwieriger zu kopieren sein.

© dpa

Freital. Wasserzeichen, Hologramm, Farbwechsel, Sicherheitsfaden – Hand aufs Herz: Kennen Sie die einzelnen Sicherheitselemente, mit denen man echte Euro-Geldscheine erkennen kann? Und kontrollieren Sie diese auch bei jedem Schein, den Sie annehmen oder ausgeben? Wenn Sie beide Fragen oder auch nur die zweite mit „Nein“ beantwortet haben, gehören Sie wahrscheinlich zur Mehrheit der deutschen Bürger.

Unser unbedarfter Umgang mit Bargeld macht es Fälschern leicht. Immer wieder bringen sie „Blüten“ im Umlauf, die meist erst in der Bank oder bei einem Händler mit entsprechender Technik enttarnt werden. „Wenn die Ostsächsische Sparkasse Dresden einen Schein als Fälschung identifiziert, wird er zusammen mit den Daten des einzahlenden Kunden an die Polizei weitergeleitet“, sagt Sparkassensprecherin Petra Gehlich. Die Polizei übernehme dann die weitere Bearbeitung. Dies entspreche den Vorgaben der Deutschen Bundesbank. „Grundsätzlich werden bei der Ostsächsischen Sparkasse Scheine und Münzen immer auf Echtheit geprüft“, so Gehlich weiter. Wer Geld abhebe, sei ebenfalls auf der sicheren Seite. „Über unsere Geldautomaten wird kein Falschgeld ausgegeben, da dies vorher geprüft und vom Automaten erkannt wird.“

Wenn Verbraucher Falschgeld bemerken, sollten sie dies bei der Polizei abgeben. „Falschgeld wird nicht ersetzt“, sagt Petra Gehlich. Es gilt aber auch: Wer Falschgeld enttarnt und es trotzdem weitergibt, muss mit juristischen Folgen rechnen.

Die Ostsächsische Sparkasse stellt in Dresden sowie den beiden Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen etwa fünf bis sechs Fälschungen pro Monat fest. Falschgeld komme gehäuft nicht in bestimmten Filialen vor – aber statistisch öfter in größeren Sparkassenfilialen, in denen mehr Bargeld umgesetzt wird. „Mit Blick auf unsere 100 Filialen, 260 Geldautomaten und 600 000 Kunden sowie dem gesamten Bargeldvolumen, das sich im Millionenbereich bewegt, kommen Fälschungen nur sehr selten vor“, sagt Petra Gehlich. Sie empfiehlt, wachsam mit Geld umzugehen, sagt aber auch: „Panik wäre der falsche Ratgeber.“

Sicherere Scheine – mehr Blüten

Die Statistik des Landeskriminalamts Sachsen (LKA) zeigt, welche Ausmaße das Fälschen im Freistaat tatsächlich hat: Allein im ersten Halbjahr 2017 kassierte das LKA über 1 000 gefälschte Geldscheine und mehr als 1 100 falsche Münzen ein. Gesamtwert: rund 50 000 Euro.

Am häufigsten werden 20- und 50-Euroscheine der ersten Generation gefälscht, erklärt LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Durch die Einführung der neuen, fälschungssichereren Scheine sei wahrscheinlich der Markt noch einmal mit den alten Blüten „geflutet“ worden, vermutet man beim LKA, weil die Fälscher die alten Scheine perspektivisch nicht mehr losbekommen. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass es gegenwärtig zu einer verstärkten Feststellung dieser Scheine führt.

Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, geht aber davon aus, dass die Falschgeldzahlen bei den 50-Euro-Scheinen nach einer Steigerung im ersten Halbjahr 2017 wieder zurückgehen werden. „Ich erwarte einen ähnlichen Verlauf wie nach Einführung der neuen 20-Euro-Banknote im November 2015, als die Anzahl der Fälschungen dieser Stückelung deutlich zurückgegangen ist.“

Fühlen – Sehen – Kippen

Falsche Banknoten erkennt man laut Bundesbank am besten nach dem Prinzip „Fühlen – Sehen – Kippen“: Fühlen kann man zum Beispiel die erhabenen Teile des Druckbildes auf der Vorderseite, das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht als Schattenbild sehen. Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen.

Auch den Vergleich mit einer zweifelsfrei echten Banknote empfiehlt die Bundesbank. Lupen, Prüfstifte oder UV-Lampen seien nicht immer eindeutig. Falsche Münzen erkenne man zum Beispiel am verschwommenen Münzbild, unregelmäßigen Randprägungen und daran, dass sie entweder gar nicht oder sehr stark magnetisch seien.

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