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Samstag, 12.08.2017

Explosion in Einfamilienhaus

Das Gebäude in Weinböhla ist unbewohnbar. Das THW sicherte das einsturzgefährdete Gebäude, damit die Kripo nach dem Grund des Unglücks suchen kann.

Das Haus ist nach der Explosion einsturzgefährdet.
Das Haus ist nach der Explosion einsturzgefährdet.

© Arvid Müller

Weinböhla. Nach der schweren Explosion in einem Weinböhlaer Einfamilienhaus am Sonnabendmorgen hat die Polizei die Arbeit aufgenommen. Ein Ermittler der Kripo verschaffte sich am frühen Vormittag einen ersten Eindruck, indem er sich per Hubsteiger in die Höhe heben ließ und sich von oben ein Bild des stark beschädigten Gebäudes auf der Weinböhlaer Rathausstraße machte. Das Dach war zum Großteil abgedeckt, die Fassade rissig, nach außen gedrückt und auf einer Seite durch ein riesiges Loch aufgesprengt worden. Ziegel und Fenster waren bis auf die Nachbargrundstücke geflogen, zwei parkende Autos wurden beschädigt.

Explosion in Weinböhla

Nach Angaben des Einsatzleiters der Weinböhlaer Feuerwehr Steffen Schiche ist das Haus einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Das Technische Hilfswerk (THW) übernahm notwendige Sicherungsarbeiten, um das Gebäude für die Ermittlungen zu stabilisieren.

Auch Vertreter der Gemeindeverwaltung waren frühzeitig mit vor Ort. Wie Weinböhlas Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) der SZ sagte, werde sicherheitshalber abgeklärt, ob hier möglicherweise eine ungenutzte Gasleitung verlaufe.

Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Steffen Schiche war am Morgen kurz vor halb sieben über die Rettungsleitstelle in Dresden ein Notruf eingegangen, bei dem von einem Brandeinsatz die Rede war. Als Kameraden der freiwilligen Wehren Weinböhla, Coswig, Niederau, Großdobritz und Ockrilla bereits wenige Minuten später eintrafen, stellten sie fest, dass es sich statt eines Brands um eine Explosion handelte. „So etwas habe ich hier im Ort in meinen über 33 Jahren bei der Feuerwehr noch nicht erlebt“, sagte Steffen Schiche.

Anwohnern zufolge wurde das betroffene Gebäude von einer Seniorin und ihrer erwachsenen Tochter bewohnt. Die 78 Jahre alte Mutter überstand das Unglück im Erdgeschoss unverletzt, ihre 55-jährige Tochter wurde laut Augenzeugen ansprechbar aus dem ersten Stock gerettet. Ein Hubschrauber brachte sie mit schweren Brandverletzungen in die Uniklinik Leipzig.

Am Sonntag teilte die Polizei mit, dass Spezialisten des Landeskriminalamtes am Montag mit der Untersuchung vor Ort beginnen. Die Polizei ermittelt wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. (ukl/dpa)

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