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Mittwoch, 06.12.2017

CDU-Fraktion nicht mehr gegen Lehrer-Verbeamtung

Ab kommendem Schuljahr könnten Neueinsteiger im sächsischen Schuldienst den Beamtenstatus bekommen. Eine Maßnahme, die zunächst für fünf Jahre gelten soll.

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Ab kommendem Schuljahr sollen Neueinsteiger im sächsischen Schuldienst den Beamtenstatus bekommen.
Ab kommendem Schuljahr sollen Neueinsteiger im sächsischen Schuldienst den Beamtenstatus bekommen.

© Symbolbild/J. Stratenschulte/dpa

Sachsens Kultusminister Frank Haubitz will den Lehrerberuf in Sachsen durch Verbeamtungen attraktiver machen.
Sachsens Kultusminister Frank Haubitz will den Lehrerberuf in Sachsen durch Verbeamtungen attraktiver machen.

© Ronald Bonß

Dresden. Die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag hat am Mittwoch in einer Sondersitzung die umstrittenen Pläne von Kultusminister Frank Haubitz (parteilos) zur Verbeamtung von Lehrern teilweise befürwortet. So sprachen sich die Abgeordneten mit großer Mehrheit dafür aus, dass die Staatsregierung prüfen soll, Neueinsteiger in den sächsischen Schuldienst zunächst innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren zu verbeamten. Bedingung: Sie müssen Vollzeit arbeiten. Zusätzlich sollen Regelungen erarbeitet werden, durch welche die neuen Lehrer gezielt in den Regionen im Freistaat eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Nach drei Jahren soll die Maßnahme evaluiert werden, um später zu entscheiden, ob sie dauerhaft eingeführt wird. Bis zum 31. Januar 2018 soll die Staatsregierung ein entsprechendes Konzept vorlegen, über das die Regierungsfraktionen dann beraten wollen.

Laut CDU-Fraktionschef Frank Kupfer gab es bei der Abstimmung keine Gegenstimmen, aber mehrere Enthaltungen. Kupfer erklärte, seine Fraktion werde sich dafür einsetzen, dass die ersten Verbeamtungen rechtzeitig vor Beginn des Schuljahres 2018/2019 möglich sind. Gleichzeitig kündigte er an, dass das Konzept der Staatsregierung auch Maßnahmen für eine bessere Bezahlung aller anderen Lehrer enthalten soll, die nicht verbeamtet werden.

Sachsen ist neben Berlin das einzige Bundesland, das seine Lehrer nicht verbeamtet. In einem Brief an die sächsischen Schulleiter hatte sich Haubitz Mitte November - am Tag seiner Vereidigung als neuer Kultusminister - für die uneingeschränkte Verbeamtung ab 2019 ausgesprochen. Dies sei notwendig, um im bundesweiten Wettbewerb um junge Lehrkräfte zu bestehen. (szo/dpa)

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 35 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Graf von Henneberg

    Immer los, verfüttert unser aller Steuergeld an die Schulmeister. Solche Entscheidungen können nur diejenigen treffen, welche nicht die Steuern herzuschaffen müssen.

  2. Meister

    Das führt zu einer 2-Klassen-Gesellschaft unter den Lehrern, die es in anderen Bundesländern schon gibt. Auf der einen Seite diejenigen, die das Glück einer Verbeamtung mit all den Vorzügen hatten und diejenigen, die dieses Glück nicht hatten. Am Ende führt dies wahrscheinlich genau in die gegenteilige Richtung und zu noch mehr Unzufriedenheit innerhalb des Kollegiums...

  3. FalscheEntscheidung

    Die Entscheidung für eine Verbeamtung halte ich für falsch. Eine Verbeamtung ist sehr teuer und ungerecht gegenüber den langjährig sich aufopfernden Lehrern. Eine Verbeamtung erhöht die Fixkosten massiv ohne strukturell die Schulen leistungsfähiger organisiert zu haben. Wenn Klagen wegen Altersdiskriminierung eingereicht werden, kommen weitere Folgekosten und ein vergiftetes Arbeitsklima hinzu. Wer in Sachsen Lehramt studiert, sollte sich für 5 Jahre hier auch verpflichten müssen. Die Schulen müßten bei Investitionen in Instandhaltung und moderne Lehrmittel eigene Etats haben. Eine Verletzung der kollegialen Atmosphäre unter Lehrern steigert die innere Emmigration der Lehrkräfte. Eine solche Politik ist politisch, soziologisch und volkswirtschaftlich schlecht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ohne Abstufung nach Geschlecht und Alter! Hier spaltet der Freistaat! Wenn die Lehrer und die Schulen allgemein mehr Kaufkraft hätten, wäre das auch für das lokale Gewerbe begrüßenswert.

  4. Junglehrer

    Gibt es bereits konkretere Aussagen zur Ausgleichszahlung?

  5. Claudia Männich

    @Graf: Wie viel wäre Dir denn ein sächsischer Lehre wert? Ruf mal ' ne Zahl auf, wie hoch das Nettogehalt Deiner Ansicht nach sein sollte!

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