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Montag, 01.01.2018

Angriffe auf Polizei

In der Silvesternacht haben Randalierer am Connewitzer Kreuz in Leipzig mit Böllern und Steinen um sich geworfen. Die Polizei musste Wasserwerfer einsetzen.

Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Randalierer ein.
Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Randalierer ein.

© dpa

Leipzig. An Leipzigs Brennpunkt Connewitzer Kreuz sind Polizisten in der Silvesternacht mit Böllern und Steinen beworfen worden. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Fünf Männer seien wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Innenminister Roland Wöller (CDU) forderte auch vor dem Hintergrund der Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in anderen deutschen Städten ein härteres Vorgehen gegen die Täter.

Das im vergangenen Jahr vom Bundestag verabschiedete Gesetz müsse konsequent angewendet werden, sagte Wöller am Montag in Dresden. Danach könnten tätliche Angriffe mit mindestens drei Monaten Freiheitsstrafe geahndet werden. „Wer Rettungskräfte attackiert, greift unseren Rechtsstaat und die Demokratie an.“

Im linksalternativ geprägten Leipziger Viertel Connewitz hatten sich im Zuge angemeldeter Veranstaltungen bis Mitternacht etwa 1000 Menschen versammelt. Nachdem mehrere Mülltonnen und verschiedene Gegenstände angezündet worden waren, rückte die Polizei mit Wasserwerfern an, um die Brände zu löschen. Daraufhin warfen 40 bis 50 Personen Flaschen, Steine und Böller gegen die Fahrzeuge und die Polizisten. „Verletzt wurde niemand“, sagte der Polizeisprecher. Die Angreifer seien zuvor über Lautsprecher verwarnt worden, hätten sich aber weiterhin widersetzt.

Attacken des „linksgerichteten Klientels“ auf Beamte seien leider Alltag, gemessen an den Ausschreitungen der Vergangenheit aber ein „kleineres Scharmützel“ gewesen, sagte der Polizeisprecher. Vier der vorläufig festgenommenen Leipziger sind wieder auf freiem Fuß, gegen einen liegt ein Vollstreckungshaftbefehl wegen eines anderen Delikts vor. „Entweder bleibt er in Haft oder bezahlt Geld.“ Insgesamt waren in der Silvesternacht rund 1000 Polizisten in Leipzig im Einsatz. Auch bei der großen Silvesterfeier in Zwickau wurden Beamte mit Feuerwerk beschossen. Ein 24-Jähriger erhielt einen Platzverweis und eine Anzeige, wie die Polizeidirektion mitteilte.

Andernorts hatte es die Polizei vorwiegend mit Körperverletzungen, Bränden und Sachschaden zu tun. „Es war ein ruhiger Jahreswechsel“, hieß es aus dem Lagezentrum des Innenministeriums. Auch in der Landeshauptstadt lief es störungsfrei. Die Polizei zählte gut 300 Vorfälle: Schlägereien, beschädigte Abfallcontainer und Automaten, Brände von Gebüsch und Balkon. Zudem wurden mehr als 400 nicht zugelassene Raketen und Böller beschlagnahmt. In Ostsachsen musste die Polizei auch Familienstreitigkeiten schlichten und Ruhestörungen beenden.

In Radeberg (Landkreis Bautzen) warf ein Unbekannter einen Böller in eine Menschengruppe und verletzte eine 38-Jährige, in einem Haus in Löbau (Landkreis Görlitz) entzündeten sich offenbar die im Keller deponierten Reste des Silvesterfeuerwerks. Das Gebäude wurde evakuiert, bei drei 75, 78 und 96 Jahre alten Bewohnerinnen bestand Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus. In Brand-Erbisdorf (Mittelsachsen) wurde eine 50-Jährige durch eine Silvesterrakete verletzt, die nach Angaben der Chemnitzer Polizei von einem betrunkenen 30-Jährigen abgefeuert wurde. Gegen den Mann lag ein anderweitiger Haftbefehl vor.

In Thum (Erzgebirgskreis) beschädigte eine Rakete das Dach und die Seitenwände eines Buswartehäuschens, in Aue, Schwarzenberg und Olbernhau setzte Feuerwerk geparkte Autos in Brand. Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers in Zwickau am Neujahrsmorgen wurden drei Männer schwer verletzt. Der große Böller war nach Angaben der Polizei in der Hand eines 50-Jährigen hochgegangen. Er und zwei in der Nähe stehende 49 und 61 Jahre alte Männer, die schwere Kopfverletzungen erlitten, kamen ins Krankenhaus.

In Elsterberg (Vogtlandkreis) sorgten Unbekannte für einen Ausfall des Digitalfunknetzes. Sie waren in die Basisstation eingedrungen, auf den Funkmast geklettert und hatten dort Raketen gezündet. Dabei fingen die verlegten Kabel Feuer. (dpa)

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