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Samstag, 12.08.2017

15 Jahre nach der Flut

Massive Regenfälle lassen am 12. August 2002 kleine Rinnsale zu reißenden Strömen werden, danach steigt die Elbe. Was folgt, ist eine Katastrophe. Unsere interaktive Karte zeigt, wie die überfluteten Orte heute aussehen.

Meißens Gassen wurden im August 2002 zu Kanälen.
Meißens Gassen wurden im August 2002 zu Kanälen.

© Claudia Hübschmann

Dresden. Am Sonnabend jährt sich die Hochwasserkatastrophe vom August 2002 zum 15. Mal. Den betroffenen Orten sind die verheerenden Tage kaum oder gar nicht mehr anzusehen. Was bleibt, sind aber die Bilder in den Köpfen der Menschen.

Vier Millionen Deutsche waren in den dramatischen zwei Wochen bis Ende August unmittelbar von dem Hochwasser betroffen, vor allem an Elbe und Donau, aber auch an vielen kleineren Flussläufen und Bächen. Hunderttausende mussten Haus und Hof zeitweise verlassen. Die Schäden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein summierten sich am Ende des damaligen Sommers auf 9,2 Milliarden Euro.

Statt eines kühlenden Sommergewitters nach einem heißen Tag lud Tief „Ilse“ am 11. August 2002 bis dato undenkbare Wassermassen über dem Erzgebirge ab. Kleine Bäche schwollen zu reißenden Strömen an, schnitten einige Orte binnen Stunden von der Außenwelt ab. In Dresden flutete in der Nacht zum 13. August die Weißeritz den Hauptbahnhof, später setzte auch die Elbe die historische Altstadt unter Wasser - auch diese Bilder gingen um die Welt.

In Sachsen hieß es im Handumdrehen Land unter in Grimma, Meißen oder Döbeln. Mit Hubschraubern, Schlauchbooten oder Schaufelradladern holten die Rettungskräfte eingeschlossene Menschen aus ihren Häusern.

In Dresden wurde die Rekordmarke von 8,77 Metern aus dem Jahr 1845 für den Wasserstand der Elbe mit 9,40 Metern deutlich überboten - normal sind zwei Meter. Ein ganzes Land blickte angespannt auf die Elbe und ihre Zuflüsse. Immer wieder gaben Deiche nach, brachen Dämme. Um dem Hochwasser die Stirn zu bieten, schaufelten Zehntausende Soldaten, Rettungskräfte und Freiwillige bis zum Umfallen Sand in Säcke.

Nach vierzehn Tagen wurde am 28. August schließlich in den letzten Gebieten der Katastrophenalarm aufgehoben. Es begann das große Aufräumen und ein Umdenken in puncto Vorbeugung. In Sachsen wurden seit 2002 rund 2,6 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz und die Schadenbeseitigung an Gewässern investiert. In den kommenden Jahren sind dafür weitere 630 Millionen Euro vorgesehen. (dpa/SZ)

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