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Donnerstag, 04.01.2018

Zehn Regeln für eine lange Ehe

Die meisten wünschen sich eine dauerhafte Partnerschaft. Was dabei hilft – und was man lieber vermeiden sollte.

Von Sabine Meuter

Sexentzug als Bestrafung nach einem Streit? Keine gute Lösung für die Partnerschaft, finden Psychologen.
Sexentzug als Bestrafung nach einem Streit? Keine gute Lösung für die Partnerschaft, finden Psychologen.

© dpa/Bodo Marks

Langzeitpaare werden oft nach dem Geheimnis ihrer Beziehung gefragt. Dabei gibt es ein allgemeingültiges Rezept natürlich nicht. Jedes Paar ist auf seine Weise glücklich. Aber es gibt ein paar Regeln, die das Miteinander stärken können. Und ein paar Dinge, die man lieber lässt.

Das hilft ...

1) Beziehung pflegen: Job, Haushalt, Kinder - bei vielen ist der Alltag komplett verplant. Trifft dies bei Paaren zu, sollten sie Termine miteinander ausmachen und ihre Beziehung pflegen. „Das bedeutet, dass man sich Zeit reserviert, etwas zu zweit unternimmt und sich körperlich nahe kommt“, sagt Maxim Tenenbaum. Er ist Psychologischer Berater bei Pro Familia in Berlin. Wichtig ist vor allem, dass beide miteinander reden. „Dabei müssen auch Wünsche und Bedürfnisse thematisiert werden“, sagt der Berliner Psychotherapeut Moritz Ischebeck.

2) Eigene Grenzen wahren: Jeder sollte eine eigenständige Persönlichkeit bleiben und sich weiterentwickeln. „Keinesfalls sollte sich einer zugunsten des anderen selbst aufgeben“, so Psychotherapeut Klaus Seifried. Das Paar muss auch nicht alle Vorlieben miteinander teilen. „Wenn mein Partner gern reitet und ich lieber ein Musikinstrument spiele, dann ist das kein Verlust der gemeinsamen Zeit, sondern kann eine Bereicherung der Beziehung sein“, sagt Tenenbaum. Und natürlich kann jeder sich mit seinen Freunden treffen.

3) Offen und aufmerksam sein: Beziehung bedeutet „aufeinander bezogen sein“. Wer immer nur sein Programm durchzieht, braucht keinen Partner. Denkbar ist, dass der eine hin und wieder mit zum Reiterhof kommt, der andere mal mit in ein klassisches Konzert geht. „Ebenfalls wichtig ist, dem Partner immer wieder etwas Gutes zu tun, also etwas, was seinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht“, sagt Ischebeck. Die Zuneigung füreinander sollte im Alltag nicht vergessen werden – ein Kuss, Händchenhalten, ein liebevoller Blick.

4) Den anderen akzeptieren: In einer funktionierenden Beziehung sollte der eine das Positive am anderen wahrnehmen. „Viele schauen auf das, was aus ihrer Sicht dem Partner fehlt und machen ihm das zum Vorwurf“, sagt Klaus Seifried. Und sein Kollege Moritz Ischebeck ergänzt: „Besser ist es, Seiten des Partners zu tolerieren, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.“ Versuche, den anderen zu verändern, sollten aufgegeben werden.

5) Über Gefühle und intime Wünsche reden: Wer über Gefühle und intime Wünsche spricht, stärkt das Vertrauen. Viele haben Schwierigkeiten, sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind – aus Angst, verlassen zu werden. „Dann muss man sich überlegen, ob man so geliebt werden möchte, wie man ist oder nur für das Bild, das man nach außen abgibt“, sagt Tenenbaum.

Das schadet ...

6) Vorwürfe machen und ständig streiten: Den anderen mit Vorwürfen zu überhäufen, vergiftet das Klima. Aber hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch. Heißt es: „Du starrst schon wieder nur auf dein Handy“, bedeutet das: „Ich würde mir wünschen, dass du mir zuhörst.“

7) Den anderen kontrollieren: „Eifersucht ist wie ein Geschwür für die Partnerschaft und macht letztlich beide krank“, so Seifried. Eine Beziehung sollte auf gegenseitigem Vertrauen basieren.

8) Den anderen lächerlich machen: Keinesfalls sollte der eine den anderen lächerlich machen – vor allem nicht vor Dritten. Darauf weist Ischebeck hin. Denn dadurch kann mit einem Schlag viel Vertrauen zerstört werden, das nur schwer wieder aufgebaut werden kann.

9) Zur Strafe kein Sex: „Sexentzug darf nicht als Bestrafung nach einem nervenaufreibenden Streit eingesetzt werden“, findet Tenenbaum. In manchen Beziehungen ist Sex nach Stress besonders gut. Denn Sex lebt von Aggression und Spannung. Empfinden beide Lust, sollten sie sich keinen Zwang antun.

10) Keine gemeinsamen Ziele haben: Paare sollten zumindest ein gemeinsames Ziel haben – ein gemeinsames Hobby oder die Erziehung der Kinder. Die Partner können sich auch materielle Ziele setzen, indem sie zum Beispiel festlegen, dass sie nach einem Hausbau in einem bestimmten Zeitraum schuldenfrei sind. Gemeinsame Ziele haben eine starke Bindungskraft. (dpa)

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