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Mittwoch, 10.01.2018

Was hilft wirklich gegen Husten?

Ökotest hat 24 gängige Mittel untersuchen lassen. Nur wenige bekamen das Urteil „sehr gut“.

Von Steffen Klameth

Die Hand vorm Mund hilft beim Husten den Menschen drumherum nur bedingt - besser gepflegt in den Ärmel keuchen.
Die Hand vorm Mund hilft beim Husten den Menschen drumherum nur bedingt - besser gepflegt in den Ärmel keuchen.

© dpa

Die Nase läuft, es kratzt im Hals – und der Husten lässt nicht lange auf sich warten. Mal donnert er wie ein Gewitter, mal tritt er als Hüsteln auf, das nicht enden will. Bald ist der Leidensdruck so groß, dass man zu einem Medikament greift – aber welches?

Mediziner sind sich einig: Arzneien können uns von einer Erkältung nicht befreien, wohl aber die Symptome lindern. Je nach Stadium der Erkrankung wird zwischen Reizhustendämpfern und Schleimlösern unterschieden. Die Auswahl in Apotheken und Drogeriemärkten ist groß. Im Auftrag der Zeitschrift Ökotest hat Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt zwei Dutzend gängige Hustenmittel untersucht.

Das Ergebnis: Patienten sollten genau hinschauen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Die meisten Produkte schneiden nur „ausreichend“ und schlechter ab. Ein Präparat bekam sogar nur die Note „ungenügend“. Bei Reizhusten entfaltet der synthetische Wirkstoff Dextromethorphan offenbar die größte Wirkung. Er beeinflusst das Nervensystem und ist im Wick Husten-Sirup enthalten, allerdings in Kombination mit Alkohol. Mediziner raten, das Medikament aber nur nachts zur Schlafunterstützung einzunehmen. Andere Präparate enthalten den Wirkstoff Pentoxyverin. Dessen Wirkung ist laut Ökotest aber genauso unzureichend belegt wie bei den pflanzlichen Wirkstoffen Spitzwegerichkraut und Ei-
bischwurzel.

Bei den Schleimlösern lohnt sich hingegen ein gezielter Griff in die Naturapotheke. Drei Hustenmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen bekamen das Gesamturteil „sehr gut“: Bronchipret TP (Filmtabletten), GeloMyrtol Forte (Weichkapseln) und Soledum forte (Kapseln). Studien belegten beispielsweise positive Resultate für die Kombination aus Thymian und Primelwurzel sowie für Auszüge bzw. Bestandteile von Eukalyptusöl. Die Packungen mit je 20 Stück kosten jeweils um die zehn Euro. Bei anderen Wirkstoffen wie Acetylcystein (zum Beispiel in ACC akut Hustenlöser enthalten) gibt es keine Nachweise zur Wirksamkeit.

Generell gilt: „Schleimlöser können dazu beitragen, dass Patienten subjektiv eine Verbesserung ihres Hustens feststellen“, schreibt Ökotest. Der beste Schleimlöser sei aber immer noch der Husten selbst, sagt Arzneimittelexperte Schubert-Zsilavecz. Verschwindet der Husten auch nach drei Wochen nicht, sollte man einen Arzt konsultieren.

Ökotest, Heft Januar 2018, 4,50 Euro.

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