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Donnerstag, 07.12.2017

Teure Weihnachtsbäckerei

Markenbutter ist nicht die einzige Zutat, die mehr kostet als vor einem Jahr, wie das Beispiel Vanillekipferl zeigt.

Von Julia Kilian

So gelingen Vanillekipferl: 200g Mehl, 80g Zucker, 175g kalte Butter, 2 Eigelb, 100g Mandeln, das Mark einer Vanilleschote, eine Prise Salz zu einem Teig verkneten. Zwei lange Rollen formen, diese in Frischhaltefolie wickeln und zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Danach aus den Rollen je 35 Kipferl formen und bei 180 Grad 15 Minuten backen. Zum Schluss die noch warmen Kipferl in Vanillezucker wälzen.
So gelingen Vanillekipferl: 200g Mehl, 80g Zucker, 175g kalte Butter, 2 Eigelb, 100g Mandeln, das Mark einer Vanilleschote, eine Prise Salz zu einem Teig verkneten. Zwei lange Rollen formen, diese in Frischhaltefolie wickeln und zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Danach aus den Rollen je 35 Kipferl formen und bei 180 Grad 15 Minuten backen. Zum Schluss die noch warmen Kipferl in Vanillezucker wälzen.

© Christophe Gateau/dpa

Im Advent finden sich in den Einkaufswagen reihenweise Nüsse, Mehl und Gewürze. Wie haben sich die Zutatenpreise eigentlich entwickelt? Ein Überblick anhand eines Backrezept-Klassikers – des fein bepuderten Vanillekipferls.

Butter

Für einen herrlich krümeligen Mürbeteig braucht man Butter. Die Preise sind in diesem Jahr deutlich gestiegen, unter anderem, weil weniger Milch am Markt war. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist Butter heute rund 90 Prozent teurer als 2010. Die Preise schwankten immer mal. Bei Discountern kostete ein 250-Gramm-Stück deutsche Markenbutter zwischenzeitlich 1,99 Euro. Laut dem Milchindustrie-Verband (MIV), der Molkereien vertritt, wurde deswegen im Oktober weniger Butter verkauft. Mittlerweile ist das Streichfett wieder günstiger. Bei Aldi Nord zum Beispiel zahlen Kunden 1,59 Euro für das günstigste Päckchen. Das wird laut MIV auch Anfang 2018 erst einmal so bleiben.

Vanille

Den Vanillezucker für die Kipferl kann man selbst machen. Schote auskratzen, mit Zucker mischen, Schote dazulegen und Gefäß verschließen. Die Kosten für das begehrte Naturaroma sind stark gestiegen – nach Angaben des Vanillehandelshauses Aust & Hachmann in Hamburg von rund 30 Euro pro Kilogramm vor wenigen Jahren auf derzeit rund 500 Euro. Ein Grund: Echte Vanille wird beliebter, und die Ernte zum Beispiel auf Madagaskar wird knapp. „Die Ernte ist dieses Jahr etwas besser, aber immer noch nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken“, erklärt Berend Hachmann. Auch die Glasröhrchen mit Vanille in den Supermärkten seien dieses Weihnachten rar und teuer.

Zucker

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) kostete Zucker im November durchschnittlich 66 Cent pro Kilogramm. Das seien vier Cent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Oktober gibt es keine Zuckerquote mehr, die Menge und Preis des Zuckers in der EU reglementierte. Der Herstellerverband Wirtschaftliche Vereinigung Zucker berichtet, für 250 Gramm Zucker müsse man etwa 15 bis 20 Cent ausgeben. Der Wegfall der Zuckerquote ändere daran kaum etwas.

Mehl

Beim Discounter hat Weizenmehl vom Typ 405 im November durchschnittlich 35 Cent pro Kilogramm gekostet, so die AMI. Vor einem Jahr seien es 32 Cent gewesen. In den Teig kommt aber längst nicht mehr nur klassisches Weizenmehl. Viele Rezepte setzen auch auf Dinkelmehl oder die Bio-Vollkornvariante. Diese Sorten sind teurer.

Mandeln

Die Preise für Nüsse und auch Mandeln sind lange Zeit gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt waren im Oktober zum Beispiel „süße Mandeln, Kokosraspeln oder Ähnliches“, die dort in eine Kategorie fallen, 80 Prozent teurer als 2010. Im Vergleich zum Vorjahr aber sind die Preise deutlich gesunken. Das melden auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Der Schokoladenhersteller Ritter Sport berichtet, dass die Preise für Haselnüsse und Mandeln nachgegeben hätten. Sie lägen aber noch immer über dem langjährigen Mittel.

Andere Zutaten

Wer experimentieren will, tunkt die Kipferl noch halb in Schokolade. Oder würzt sie mit Zimt. Was die Plätzchen am Ende wirklich kosten, hängt von vielen Faktoren ab – neben der genauen Rezeptur auch von der Frage, wo Verbraucher einkaufen. Fertiggebäck ist oft günstiger als Selbstgemachtes. Aber eine Adventszeit ohne Backen ist einfach nicht so schön. (dpa)

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