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Mittwoch, 19.04.2017

Geblitzter Fahrer nicht gefunden: Autohalter droht Fahrtenbuch

© Symbolfoto: dpa

Dresden. Wenn die Behörden einen wegen zu hohen Tempos geblitzten Autofahrer nicht ermitteln können, muss der Halter des Wagens unter Umständen ein Fahrtenbuch führen. Das sei eine Art Vorbeugungsmaßnahme, damit so etwas nicht wieder passiert, erklärt der Verkehrsrechtsexperte Christian Janeczek aus Dresden. Falls mit dem Wagen dann wieder jemand geblitzt wird, könne man anhand des Fahrtenbuchs ermitteln, wer das Auto zu jener Zeit gesteuert hat.

Eine Voraussetzung für diese Auflage ist ein grober Verkehrsverstoß, für den die Behörde innerhalb einer dreimonatigen Verjährungsfrist den Fahrer nicht herausfinden konnte. Als grober Verstoß gilt alles, was Punkte in der Verkehrssünderkartei Flensburg zur Folge hat, sagt Janeczek. Ein Fahrtenbuch sei im Regelfall ein halbes Jahr bis maximal ein Jahr lang zu führen. Darin müssen alle Fahrten mit Antritts- und Endzeit notiert werden.

Weitere Sanktionen muss man als Halter des geblitzten Autos nicht fürchten. „Verfolgt werden kann nur derjenige, der gefahren ist“, sagt Janeczek, der in der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) tätig ist. Der Halter muss, sofern der Fahrer nicht ermittelt werden kann, weder Geldbuße zahlen noch bekommt er Punkte in der Verkehrssünderkartei oder ein Fahrverbot. (dpa)

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