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Mittwoch, 18.10.2017 Mein Gartentipp

Ein Fest für den Kompost

Eigentlich kann fast alles auf den Kompost im Garten. Wichtiger ist die richtige Schichtung.

Von Wolfgang Friebel

Porträt Pillnitzer Gartenmeister, Wolfgang Friebel, Schloss Pillnitz, PalmenhausFoto: Rene´ Meinig / /
Porträt Pillnitzer Gartenmeister, Wolfgang Friebel, Schloss Pillnitz, Palmenhaus Foto: Rene´ Meinig / /

© Rene Meinig

Grundsätzlich können alle Gartenabfälle auf den Kompost gebracht werden. Ausgenommen davon sind Wurzelunkräuter, Pflanzen mit viel angesetztem Samen, verschiedene von Pilzen befallene Pflanzenteile und Essensreste. Diese Dinge sollten entweder über den Müll oder eine Annahmestelle entsorgt werden, die auch Grünabfälle annimmt. Bei einer industriellen Kompostierung wird eine viel höhere Temperatur erzeugt und Samen und Pilze werden dabei abgetötet.

Beim Kompost sind die richtige Mischung und das Verhältnis der verschiedenen Abfälle untereinander wichtig. Blumentöpfe und nicht verrottende Bestandteile gehören nicht auf den Kompost. Da viele Abfälle zu bestimmten Zeiten verstärkt anfallen, ist ein Umsetzen und Mischen zu einem späteren Zeitpunkt empfehlenswert. Auch ist es wichtig, einzelne Zutaten möglichst zu zerkleinern, damit die Mikroben schnell einen Angriffspunkt finden und die Rotte schneller beginnt. Gute Dienste liefert ein Gartenhäcksler.

Das jetzt fallende Laub kann bis zu einer bestimmten Höhe mit dem Rasenmäher aufgenommen werden. Dabei werden die Blätter zerrissen und mit dem Grasschnitt vermischt – eine ideale Mischung. Beim Aufsetzen des Komposthaufens, der auf der gewachsenen Erde angelegt wird, sollten sich grobe und feinere Pflanzenteile abwechseln, damit eine gute Durchlüftung erfolgen kann. Der Haufen bleibt ohne Abdeckung, damit Regen in das Material eindringt. Kompostwürmer schont man beim Umsetzen und bringt sie in den neuen Haufen ein. Nach einiger Zeit kann man die ersten Teile als fertige Erde entnehmen, noch nicht völlig verrottetes Material kann man zum Untergraben verwenden, und ganz grobe Bestandteile setzt man neu auf.

Die im Handel angebotenen Thermokomposter arbeiten durch die Isolierung und damit höhere Temperaturen schneller, Wunder darf man aber nicht erwarten. Eine besondere Form des Komposthaufens stellt ein Hochbeet dar. Hier sind in den unteren Schichten genauso Bestandteile aus dem Garten, die beim Verrotten zusammenfallen und jedes Jahr wieder aufgefüllt werden müssen.

Laub von Eichen und Walnussbäumen kann, möglichst zerkleinert, in geringeren Anteilen mit auf den Kompost, da ist immer die Dosis entscheidend.

Gartenexperte Wolfgang Friebel war Gartenmeister in Pillnitz. Haben auch Sie eine Frage an ihn? Schreiben Sie an die Sächsische Zeitung, Nutzwerk, 01055 Dresden oder eine Mail an expertentipp@redaktion-nutzwerk.de

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