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Mittwoch, 09.08.2017

Bloß nicht im Stich lassen!

Bei Allergikern kann ein Insektenstich nicht nur wehtun, sondern auch lebensbedrohlich sein. Mit einem 9-Punkte-Plan kann Erste Hilfe geleistet werden.

© obs/ALK-Abelló Arzneimittel GmbH

Egal ob Wespe, Biene oder Hummel: Ein Insektenstich tut in der Regel nicht nur weh, sondern kann bei Allergikern auch zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Für den Ernstfall ist es daher wichtig, die Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen.

Wird ein Insektengift-Allergiker gestochen, muss schnell gehandelt werden. Da der Betroffene aufgrund der akuten Beschwerden meist nur wenig tun kann, sind oft die Begleitpersonen gefragt. Im ersten Schritt gilt es, den Stachel des Insekts zu entfernen, falls dieser vorhanden ist. Danach sollten die Notfall-Medikamente zum Einsatz kommen. Diese werden Allergikern vom Arzt als Set verschrieben. Darin enthalten sind ein Adrenalin-Autoinjektor sowie leicht einzunehmende Antihistaminika und Kortisonpräparate. Nach einem Stich sollen, auch wenn noch keine Symptome vorhanden sind, Antihistaminikum und Kortison sofort eingenommen werden. Treten Atem- oder Kreislaufbeschwerden auf, wird der Adrenalin-Autoinjektor angewendet.

Bei Atemnot oder Atemproblemen ist es wichtig, den Allergiker in eine aufrecht sitzende Position zu bringen und Kleidungsstücke, die eng am Körper sitzen, zu lockern oder abzunehmen. Bei Kreislaufschocksymptomen – zum Beispiel kaltem Schweiß, Blässe und Schwindel – hilft es, den Betroffenen hinzulegen und dessen Beine hoch zu lagern. Sollte die betroffene Person bewusstlos werden, gilt es, die Atmung des Allergikers zu überprüfen. Ist diese vorhanden, muss der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden. Atmet der Betroffene nicht, ist eine Herzdruckmassage zu beginnen. Diese ist so lange durchzuführen, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

Auch wenn noch keine Symptome vorhanden sind, sollte immer ein Notarzt unter 112 verständigt werden, wenn ein Insektengift-Allergiker gestochen wurde. Der Allergiker darf nicht allein gelassen werden, bis ärztliche Hilfe eintrifft.

Die Erste-Hilfe-Schritte auf einen Blick:

1. Wenn vorhanden, Stachel entfernen

2. Notfall-Medikamente anwenden

3. Enge Kleidungsstücke entfernen

4. Bei Atemnot: sitzende Haltung

5. Bei Schocksymptomen: Schocklagerung

6. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage

7. Notarzt rufen

8. Lebenszeichen kontrollieren

9. Bei fehlenden Lebenszeichen: Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten

Die Initiative Insektengift-Allergie bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten Informationen rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln. Ziel der Initiative ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Insektenstichen, die Auslöser sowie die Behandlung der daraus resultierenden Allergie. (dpa)

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