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Freitag, 10.11.2017

Baby plus Haustier

Kinder und Haustiere können gute Freunde werden. Damit es so kommt, müssen werdende Eltern vor der Geburt allerdings einiges vorbereiten.

 Hund und Kind können sehr gute Freunde werden.
Hund und Kind können sehr gute Freunde werden.

© dpa

Berlin/Hamburg. Wo Hund oder Katze mit im Haushalt leben, steht das Tier häufig im Mittelpunkt. Es wird umsorgt, gepflegt, geherzt. Umso größer kann der Schock für die Tiere ausfallen, wenn die Halter ein Baby bekommen. Auf einmal ist da ein Wesen, das noch mehr Aufmerksamkeit benötigt - und bekommt - als sie. Das Tier unvorbereitet damit zu konfrontieren, sei ein großer Fehler, sagt die Heimtierexpertin Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Sechs Tipps für ein harmonisches Verhältnis zwischen Baby und Haustier.

1. Neuer Tagesablauf

Ein Baby wirbelt den Tagesablauf durcheinander. Darauf müssen Hunde und Katzen vorbereitet werden, erklärt Ross. So kann beispielsweise die Gassirunde etwas seltener, dafür aber ausgiebiger ausfallen. Oder das Futter wird jeden Tag zu verschiedenen Zeiten gereicht, da der Schlafrhythmus der Eltern in Zukunft nicht mehr so regelmäßig sein wird.

2. Tabuzonen

Ist das Baby einmal da, gibt es meist Bereiche, die für das Tier tabu sind: das Kinderzimmer, das Bett oder die Couch. Solche Zonen etabliert man besser schon vor der Geburt, dann assoziiert das Tier das Verbot nicht direkt mit dem Baby. Das Verbot kann man nach der Ankunft des Babys gegebenenfalls auch wieder lockern, erklärt der Hundetrainer Enrico Lombardi von DogCoach aus Berlin. Dann verbindet das Tier den Freiraum mit dem Kind.

3. Fürsorge

Tiere haben ein feines Gespür für Veränderungen. Ross zufolge berichten Verhaltensforscher davon, dass Hunde und Katzen Schwangerschaften wahrnehmen: Sie spürten Unterschiede in der Stimmung, Haltung und Verhalten. Einige Hunde und mitunter auch Katzen werden sogar besonders fürsorglich gegenüber ihrer Halterin. „Es wird vermehrt an ihr gerochen und mehr Nähe gesucht als sonst“, so Lombardi.

Werdende Mütter sollten diese Zuneigung ruhig zulassen und das Tier nicht aus Angst zurückweisen, empfiehlt Ursula Bauer vom Verein Aktion Tier. Das könnte auch zu einer negativen Verbindung zum Kind führen. Die Gesundheit des Tieres muss natürlich gründlich geprüft werden. Dann spricht aber nichts gegen viel Kontakt mit dem Tier.

4. Gerüche und Geräusche

„Mit dem Baby kommen fremde Gerüche und seltsame Geräusche ins Haus“, sagt Sarah Ross. Auf diese neuen Reize kann man das Haustier vorbereiten. Das Abspielen von Aufnahmen typischer Babygeräusche trägt dazu bei, dass sich die Tiere nach und nach daran gewöhnen. Wenn man diese Aufnahmen abspielt, während das Tier spielt oder ein Leckerli bekommt, verbindet es die Geräusche mit etwas Schönem. Es kann auch sinnvoll sein, sich ab und an mit Babyöl einzucremen. Dadurch gewöhnen sich Tiere an die neuen Geruchskulissen. Ist das Baby geboren, aber noch im Krankenhaus, kann man auch schon mal Kleidungsstücke mit nach Hause bringen und dem Tier vorlegen.

5. Haustier nicht ausgrenzen

Das Haustier reagiert meist mit Neugier auf das Kind. Dies sollte man zulassen und das Tier auf keinen Fall ausgrenzen, rät Biologin Ursula Bauer. Besonders Hunde neigen zu starkem Hierarchiedenken und sollten ermutigt werden, das Kind als Teil des „Rudels“ zu akzeptieren.

„Der Hund sollte jedes Interesse am Kind positiv bestätigt, aber auch Verhaltensregeln vermittelt bekommen“, erläutert Lombardi, der auch Kurse zum Umgang mit Baby und Hund anbietet. Die Tiere brauchen aber auch Rückzugsräume. „Das Kennenlernen muss in einem ruhigen, entspannten Rahmen stattfinden“, sagt Sarah Ross. Die Tiere sollten das kleine Kind aus nächster Nähe wahrnehmen und riechen dürfen. Einen temperamentvolleren Hund kann man auch zunächst an der Leine halten.

6. Immer ein Auge draufhaben

Das Zusammenleben mit Baby und Haustier kann sehr gut funktionieren - darin sind sich die Experten einig. Aber: Alleinlassen sollte man die beiden nie. Das Baby könnte beispielsweise aus Neugier etwas zu forsch an den Ohren des Haustieres ziehen und bei diesem damit eine nachvollziehbare Gegenreaktion auslösen, erklärt Bauer. Eltern müssen deshalb immer ein Auge auf das Geschehen haben. (dpa)

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