• Einstellungen
Freitag, 10.11.2017

Zwischen dörflichem Charme und den Brötchen von morgen

Maxen ist beliebt. Einige wollen den Zuzug bremsen, andere mehr Platz für neue Häuser. Ein Plan sorgt nun für Diskussionen.

Von Heike Sabel

Idyllisch und trotzdem lebendig: Viele Menschen ziehen nach Maxen. Sind es schon genug?
Idyllisch und trotzdem lebendig: Viele Menschen ziehen nach Maxen. Sind es schon genug?

© Marko Förster

Maxen. Junge Leute aus Heidenau sind nach Maxen gezogen, ein Paar aus Bayern siedelt sich an. Beide sanieren Häuser. Nur zwei von vielen Beispielen. Maxen ist begehrt und gefragt. Es hat Geschichte, eine lebendige Ortskultur und Entwicklungspotenzial. Der neue Flächennutzungsplan soll nun sichern, dass das auch in Zukunft so weitergeht. Doch die Meinungen darüber, was gut ist für den Ort, gehen auseinander.

Der Entwurf des Plans sieht nur noch zwei Flächen für Wohnungen und Gewerbe vor. Beide ergeben eine Gesamtgröße von rund 10 400 Quadratmetern, wovon 70 Prozent für Wohnungsbau genutzt werden können. Das sind, wenn man von einer durchschnittlichen Grundstücksgröße für ein Einfamilienhaus von 700 Quadratmeter ausgeht, also zehn Häuser sprich Familien. Maximal. Denn die Planer von Gicon Dresden sagen, nur etwa 60 Prozent der Flächen, die laut Plan möglich sind, werden tatsächlich bebaut. Da spielen unter anderem Eigentumsverhältnisse eine Rolle, die jedoch für den Plan unwichtig sind. Der sagt lediglich, was wo prinzipiell möglich ist. Wo auf dem Papier also Wohnhäuser eingezeichnet sind, entstehen nicht automatisch auch welche. Deshalb werden die Pläne auch von Zeit zu Zeit überarbeitet und geändert.

„Maxen kann und will wachsen“

Im Vorentwurf für Maxen stand noch eine weitere Wohnbaufläche an der Naturbühne als Alternative. Die fehlt nun. Ebenso wie einige Vorschläge für Flächen im Dorf. Städtebauliche, denkmalrechtliche oder naturschutzfachliche Einschränkungen sprachen dagegen, sagt das Planungsbüro. Die Fläche an der Naturbühne wurde gestrichen, nachdem Behörden Bedenken anmeldeten. Die Erweiterung wäre zu groß und nicht genehmigungsfähig gewesen.

Einige Maxener sind damit ganz zufrieden. Sie wollen den dörflichen und künstlerischen Charme des Ortes schützen. Schließlich wurden nach der Wende schon zwei Wohngebiete erschlossen. Das ist genug, sagen sie. Peter Reindl ist da anderer Meinung. Zehn neue Baugrundstücke sind zu wenig für die nächsten Jahre, sagt der Besitzer des Kunsthofes.

„Der Flächennutzungsplan berücksichtigt nicht die Lage und Potenz von Maxen im näheren Umfeld von Dresden“, sagt er. Die alten Gehöfte seien alle verkauft und renoviert bzw. seien Leute dabei. Die Nachfrage ist nach wie vor groß. Das merkt auch Reindl, wenn die Interessenten bei ihm nachfragen. „Maxen kann und will wachsen.“ Doch dafür brauche es eben Bedingungen. „Der Flächennutzungsplan darf das Wachstum nicht behindern.“

Inzwischen fragen immer mehr Bürger nach dem aktuellen Stand des Planes. Seit einer Bürgerversammlung im Januar haben sie nichts wieder gehört. Nun soll im Gemeinderat am 15. November informiert werden. Bis der Plan beschlossen werden kann, dauert es voraussichtlich noch bis Ende nächsten Jahres.

Er wünsche sich keinen unkontrollierten Bauboom, sagt Reindl, sondern einen Ort, der zukunftsfähig bleibt und in dem der Bäcker auch in Zukunft sein Einkommen hat. Und das gehe eben nur mit Menschen, die hier auch wohnen.

15. November, 19 Uhr, Verwaltung Weesenstein