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Mittwoch, 03.01.2018

Zweifel am neuen Sportkomplex

Die Stadt steckt dieses Jahr viel Geld in Planungen für das neue Areal am Eichenhain. Teile des Stadtrates lehnen das ab.

Von Eric Weser

Die Tage der Gröditzer Sport- und Schwimmhalle am Eichenhain sind gezählt: Auf dem Feld, auf dem hier im Sommer 2017 noch Mais wächst, soll in absehbarer Zeit eine neue Sporthalle entstehen.
Die Tage der Gröditzer Sport- und Schwimmhalle am Eichenhain sind gezählt: Auf dem Feld, auf dem hier im Sommer 2017 noch Mais wächst, soll in absehbarer Zeit eine neue Sporthalle entstehen.

© SZ-Archiv/Eric Weser

Gröditz. Ginge es nach Teilen der Linken und Freien Wähler im Gröditzer Stadtrat, dann sähen die Zukunftspläne für den Sportkomplex am Eichenhain anders aus. Gemeinsam enthielten sich Abgeordnete dieser Fraktionen der Abstimmung des Haushaltes für 2018 im letzten Stadtrat des vorigen Jahres. Ulrich Keil (Linke) hatte zuvor begründet, warum: „Wir haben Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Investmaßnahme Mehrzweckhalle.“

Der Sporthallenneubau ist einer der zentralen Punkte in der Gestaltung des Sportkomplexes am südwestlichen Stadtrand von Gröditz. In diesem Jahr will die Kommune das bereits seit Längerem diskutierte Vorhaben von Bauplanern genauer austüfteln lassen. Im Stadthaushalt sind dafür Ausgaben von mehr als einer halben Million Euro vorgesehen. Es ist damit das größte Investitionsvorhaben, das sich Gröditz in diesem Jahr leisten will.

Teile der Linken und Freien Wähler hätten lieber andere Prioritäten gesetzt. Unter anderem hatten sie in früheren Stadtratstreffen eine Sanierung des bestehenden Sporthallenkomplexes ins Gespräch gebracht. Sogar eine Wiederbelebung der vor fast fünf Jahren dichtgemachten Schwimmhalle ist anscheinend für Teile der Opposition vorstellbar.

Verständnislose Stadtführung

Die Stadtführung hingegen hält davon nichts. Im Rathaus stützt man sich unter anderem auf das Urteil von Bauplanern, die den Abriss der Sport- und Schwimmhalle empfehlen. Die Opposition wiederum hat ihre Vorbehalte gegen die Bauplaner, die dieses Urteil gefällt haben. Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) reagierte im Stadtrat einmal mehr mit Unverständnis auf die erneute Kritik am Eichenhain-Vorhaben. „Das kriegt ihr nicht mehr raus aus euren Köpfen“, wandte sich Reinicke an die kritischen Stimmen aus der Opposition. Die Entwicklung von Gröditz ende nicht an der Schwimmhalle, so der Stadtchef.

Reinicke verwies außerdem auf knapp 20 000 Euro im Haushalt, die die Stadt jährlich in die Ermöglichung des Schwimmsports stecke. „Das ist interkommunal einmalig.“ Damit wehrte sich das Stadtoberhaupt gegen Kritik von Erika Keil (Freie Wähler). Die ehemalige Schwimmmeisterin und Freie-Wähler-Stadträtin hatte angedeutet, dass die Stadt sich nicht genügend im Bereich Kinder- und Jugendschwimmen engagiert.

Die oppositionellen Zweifel an den Plänen des Rathauses verfingen einmal mehr nicht. Eine deutliche Mehrheit aus Christdemokraten, Bürgervereinigung und Sozialdemokraten stimmte im Dezember-Stadtrat dem Gröditzer Haushalt für 2018 zu – und damit auch dem Vorhaben, die Eichenhain-Umgestaltung dieses Jahr weiter voranzutreiben. „Ich denke, die Planung im Sportbereich ist eine gute Investition“, kommentierte Matthias Köhler (CDU) noch vor der Entscheidung. Es sei zu eng gefasst, wenn man nur Schwimmen betrachte. Auch der Chef der Bürgervereinigung André Lux signalisierte Zustimmung für das Projekt und den Haushalt insgesamt. Seine Fraktion sei „zu 99,9 Prozent zufrieden“.