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Dienstag, 12.09.2017

Zwei Millionen Euro für Neubau in Rietschen

Das Familienunternehmen Kunze investiert an der Stelle des ehemaligen Gasthauses „Zur Eisenbahn“. Gestern wurde der Grundstein gelegt.

Von Carla Mattern

Schaufeln den Grundstein am Standort für ein Gebäude für betreutes Wohnen in Rietschen zu: Bauunternehmer Matthias Schur, Geschäftsführer Daniel Kunze, Architekt Christian Weise, Bundestagsabgeordneter (CDU) Michael Kretschmer, Bürgermeister Ralf Brehmer und Zentrale Dienste-Chef bei Kunze, Christian Buhse. Foto: André Schulze
Schaufeln den Grundstein am Standort für ein Gebäude für betreutes Wohnen in Rietschen zu: Bauunternehmer Matthias Schur, Geschäftsführer Daniel Kunze, Architekt Christian Weise, Bundestagsabgeordneter (CDU) Michael Kretschmer, Bürgermeister Ralf Brehmer und Zentrale Dienste-Chef bei Kunze, Christian Buhse. Foto: André Schulze

© andré schulze

Der Grundstein ist weg. Zugeschaufelt von sechs Männern, die gestern Mittag sichtlich Freude an der Aktion hatten. Die Arbeit mit der Kelle und dem in einem Eimer vorbereiteten Mörtel durfte ein Mitarbeiter des Kringelsdorfer Bauunternehmens Schur erledigen. Die Männer in den Anzügen mit den nagelneuen Spaten dagegen waren der Bauherr selbst und seine Gäste und Geschäftspartner. Der Chef des Weißwasseraner Familienunternehmens Kunze, Daniel Kunze, hatte zum Spatenstich für sein neuestes Projekt in Rietschen eingeladen und bei der Gelegenheit gleich noch den Grundstein versenkt.

So zügig wie beim Start geht es weiter, versichern Matthias Schur und Christian Buhse unisono. Der eine wird mit seinen Mannen hier in den nächsten Tagen die Grundplatte gießen und dann möglichst noch vor dem Wintereinbruch den Rohbau errichten. Für Bauunternehmer Matthias Schur und sein Team ist es nicht die erste Zusammenarbeit mit dem Familienunternehmen Kunze. Gerade erst haben sie in Niesky zusammengearbeitet. Dort wurde aus einer ehemaligen Berufsschule ein Haus für betreutes Wohnen und zugleich ein Komplex neu gebaut mit Räumen für die Tagespflege und einer Arztpraxis unter anderem. Direkter Ansprechpartner war für Mattias Schur Christian Buhse. Der Biehainer leitet beim Familienunternehmen Kunze den Bereich Zentrale Dienste und ist damit auch für die Bauprojekte zuständig.

Gerade wurde an die Kunze-Villa für betreutes Wohnen in Rietschen ein Fahrstuhl angebaut. Das hat mehr als 100 000 Euro gekostet. Das Gebäude steht in direkter Nachbarschaft zum Baufeld und wird künftig einen Komplex mit dem entstehenden Gebäude und Umfeld bilden. Denn Daniel Kunze hat entschieden, Rietschen als Standort weiter auszubauen. Mit dem neuen Haus wird er in Rietschen 30 Bewohnern die Möglichkeit auf einen Platz im betreuten Wohnen bieten. 14 Gäste können künftig in einer Tagespflege betreut werden und auch ein Pflegedienstbüro soll es in Rietschen geben.

Es ist nicht nur die gute Lage von Rietschen mit seiner Bundesstraße und dem Bahnhof, die der Bürgermeister Ralf Brehmer hervorhebt, samt guter Ausstattung mit Gaststätten und touristischen Zielen. Für Daniel Kunze ist es vor allem auch die gute Lage inmitten der anderen Standorte des Familienunternehmens zwischen Weißwasser und Niesky. Auf dem Standort des Gasthauses „Zur Eisenbahn“ ist nichts mehr zu sehen als gelber Sand und erste sprießende Wildkräuter. Ruckzuck war das Gasthaus abgerissen, an das viele Rietschener noch schöne Erinnerungen haben, wie Ralf Brehmer sagte. Bis Mitte August etwa. Jetzt soll es zügig weitergehen. Zum einen sieht Daniel Kunze den Bedarf an Plätzen im betreuten Wohnen. Zum anderen soll auch an der Stelle vom ehemaligen Pflegedienst Gässner weiter gebaut werden. Wenn alle Pläne aufgehen, werden die ersten Bewohner des Neubaus die jetzt im Altbau lebenden Männer und Frauen sein. Sie sollen nicht auf einer Baustelle leben müssen. Schon der Fahrstuhlanbau habe dafür gesorgt, dass die gewohnte Ruhe unterbrochen wurde.

Wenn die Senioren dem Umzug auf dem ganz kurzen Weg zustimmen, dann wird auch die Villa auf den neuesten Stand gebracht. Bei dem Neubau ist es auch die bereits mehrfache Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro von Christian Weise, die Daniel Kunze zuversichtlich stimmt, dass die Pläne aufgehen, funktionalen, räumlich ansprechenden Wohnraum zu bauen. Es gehe auch nicht darum, Paläste zu bauen, sondern bezahlbare Angebote zu unterbreiten. Dafür nimmt das Familienunternehmen Kunze etwa zwei Millionen Euro für das Projekt in Rietschen in die Hand, wie Daniel Kunze auf Nachfrage sagt. Zum Familienunternehmen gehören aktuell etwa 410 Mitarbeiter an mehreren Standorten, darunter in Weißwasser, Boxberg und Niesky. In Rietschen werden künftig ungefähr 40 Mitarbeiter beschäftigt sein, kündigt Daniel Kunze an. Teilweise werden sie aber zwischen Standorten pendeln.

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