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Freitag, 29.12.2017

Zwei Deutsche sind die Favoriten

Die Erwartungen sind hoch, mit denen Richard Freitag bei der Vierschanzentournee startet.

Von Christoph Leuchtenberg

Lang ist es her: Sven Hannawald war der letzte deutsche Skispringer, der über seinen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee jubeln konnte.
Lang ist es her: Sven Hannawald war der letzte deutsche Skispringer, der über seinen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee jubeln konnte.

© dpa

Alle Jahre wieder: Die 66. Vierschanzentournee ist erneut das Ereignis, das ein Sportjahr beendet und eröffnet. Die Entscheidungen fallen in Oberstdorf am Sonnabend, in Garmisch-Partenkirchen am Neujahrstag, in Innsbruck am 4. Januar und in Bischofshofen am 6. Januar. Wer in der Addition der vier Wettbewerbe die meisten Punkte sammelt, gewinnt den Goldenen Adler und damit die Tournee.

Wer sind die Favoriten?

Topfavorit ist erstmals seit Jahren ein Deutscher. Richard Freitag gewann drei der sieben Saisonspringen, zuletzt belegte er die Ränge 1 - 2 - 1 - 2 - 1. Freitag fährt als erster Deutscher seit Martin Schmitt vor 17 Jahren als Führender des Gesamtweltcups zur Tournee. Direkt hinter ihm liegt Teamkollege Andreas Wellinger, ebenfalls ein Kandidat für den Gesamtsieg.

Wie steht es um die Konkurrenz?

Wahrscheinlich können nur drei Springer dem DSV-Duo den Titel streitig machen: Der Österreicher Stefan Kraft und der Pole Kamil Stoch, die beide die Tournee bereits gewonnen haben. Und Daniel Andre Tande aus Norwegen, hinter Freitag der konstanteste Springer der Saison.

Und die anderen Deutschen?

Vor allem Markus Eisenbichler ist für einen Podestplatz gut. Dahinter folgen mit etwas Abstand Karl Geiger und Stephan Leyhe, beide Top-15-Anwärter, sowie Pius Paschke und Constantin Schmid.

Wer kann überraschen?

Überraschungen haben bei der Tournee Tradition: Thomas Diethart und Stefan Kraft, zwei der vier letzten Sieger, waren ohne jeden Weltcup-Sieg in die Tournee gegangen. Eine ähnliche Rolle könnten vielleicht der Japaner Junshiro Kobayashi oder der Pole Dawid Kubacki spielen.

Wie lief die Tournee zuletzt?

Fast immer enttäuschend für die Deutschen. Einzig Severin Freund sorgte 2015/16 für Topergebnisse, als er bei allen vier Stationen auf dem Podest (1-3-2-2) stand. Insgesamt reichte das zum zweiten Platz hinter dem überragenden Slowenen Peter Prevc (3-1-1-1). Vergangene Saison landete Markus Eisenbichler auf Rang sieben als bester Deutscher. Letzter deutscher Tourneesieger war Sven Hannawald, der 2001/02 als bis heute einziger Athlet alle vier Springen gewann.

Was ist anders bei der Tournee?

Im Gegensatz zu anderen Weltcups wird der erste Durchgang bei der Vierschanzentournee traditionell im K.o.-Modus ausgetragen. Die 50 qualifizierten Athleten werden in 25 Paare unterteilt und treten in direkten Duellen gegeneinander an. Dabei springt der Erste der Qualifikation des Vortages gegen den 50., der Zweite gegen den 49. - und die Sieger schaffen es direkt in den zweiten Durchgang. Das gilt auch für die fünf besten Verlierer („Lucky Loser“), die das Feld der 30 Starter im Finale auffüllen. Bei Punktgleichheit kommt der mit der niedrigeren Startnummer weiter.

Eine Neuerung gibt es zudem bereits in der Qualifikation. Seit dieser Saison sind die zehn besten Springer des Gesamtweltcups nicht mehr automatisch für den Wettkampf qualifiziert. In den vergangenen Jahren hatten die Top Ten die Qualifikation oftmals ausgelassen, nun müssen sie dort antreten – und können sogar ausscheiden.

Wer überträgt die vier Sprungläufe?

Die ARD zeigt den Auftakt in Oberstdorf (16.30 Uhr) und das Finale in Bischofshofen (17 Uhr) live. Das ZDF überträgt aus Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck (jeweils 14 Uhr). Eurosport zeigt alle vier Springen live. (sid)

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