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Sonntag, 15.04.2018

Zuversicht beim Tarifpoker

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Innenminister Horst Seehofer (CSU, r) unterhält sich mit den Demonstranten des in Potsdam protestierenden Beamtenbundes.
Innenminister Horst Seehofer (CSU, r) unterhält sich mit den Demonstranten des in Potsdam protestierenden Beamtenbundes.

© Ralf Hirschberger / dpa

Potsdam. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind vorsichtig optimistisch in die voraussichtlich entscheidende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst gegangen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bekundete seinen Willen, zu einem Ergebnis zu kommen. „Wir werden uns bemühen“, sagte der Verhandlungsführer des Bundes am Sonntag bei seiner Ankunft in Potsdam, wo ihn hunderte Demonstranten mit Sprechchören und Pfeifkonzerten erwarteten.

Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte: „Es gibt ein gemeinsames Interesse daran, alles daranzusetzen, in diesen Tagen einen Durchbruch zu erzielen.“ Er sei vorsichtig zuversichtlich. „Würde es jetzt nicht gelingen, einen Durchbruch zu erzielen, wäre das ein Zeichen für eine Eskalation des Konfliktes.“ Damit wäre er zwar nicht zufrieden, aber die Arbeitnehmer würden so eine Eskalation annehmen. Seehofer hatte bereits am Vortag angekündigt, so zu verhandeln, „dass wir zügig zu sinnvollen Ergebnissen kommen“.

Zu Vorgesprächen trafen in Potsdam unter anderem Seehofer, Bsirske, der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle, und der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach, zusammen. Die Verhandlungsrunde sollte um 14 Uhr beginnen. Silberbach sagte: „“Horst Seehofer kann den Knoten durchschlagen.“

Es geht um das Einkommen von 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. In den vergangenen Tagen hatten massive Warnstreiks unter anderem Teile des Nahverkehrs in Deutschland lahmgelegt und den Flugverkehr gestört. Die Arbeitgeber lehnen die Gewerkschaftsforderungen nach sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr, bisher ab. Die dritte Runde ist bis Montag angesetzt, kann aber auch erst am Dienstag oder Mittwoch enden. Eine weitere Runde ist vorerst nicht angesetzt. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. LP

    Seit Jahren/Jahrzehnten veranstalten die AG denselben Zirkus, indem sie im Gegensatz zu den AN mit keiner einzigen Silbe ein Angebot unterbreiten! Einfach eine Riesensauerei, da die AG ja bestimmt wissen, dass der aktuelle Tarifvertrag ausläuft! Aber wahrscheinlich ist das Superhotel in Potsdam, wo die Verhandlungen seit Jahren bereits stattfinden, eine tolle Adresse, wo man sichs gutgehen lassen kann. Echt verhabdelt wird eben irgendwann mal.

  2. Manfred Hengst

    Mal schauen wie lange Seehofer als oberster AG die Muskeln spielen lässt ? Sonst gibt er sich doch immer sooooooooooo sozial

  3. f.weber

    werte sz, weist doch mal bitte darauf hin, das herr bsirske 2017 zur bilderbergerkonferenz in chintilly-woshington war. was will der mann als vertreter der geldaristokratie ? thema - WIE weit kann man arbeitnehmer ausquetschen und stressen? Schreibt und recherchiert doch mal bitte. wird das veröffentlicht?

  4. Tarifloser

    Aussage im letzten Absatz: "Die Arbeitnehmer lehnen die Gewerkschaftsforderungen nach sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr, bisher ab." Richtig sollte das bestimmt heißen "Die Arbeitgeber" ? Und: Die Arbeitgeber sind hier die Steuerzahler! Viele davon bekommen keine 6% mehr Lohn und viele arbeiten ohne Tarifverträge, weil deren AG einfach die Tarifbindung gekündigt haben.

  5. Berg

    Hat jemand gelesen, ob diese 200 Euro mehr in der Woche, im Monat oder im Jahr gefordert werden? - Ansonsten: es ist doch klas: höhere Erziehergehälter ---> höhere Kitagebühren. Dem Seehofer kanns egal sein.

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