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Mittwoch, 22.03.2017

Zurück mit viel Energie

Liz McMahon hatte sich beim DSC in ein Leistungsloch gespielt. Doch rechtzeitig für die Play-offs ist die Angreiferin wieder top.

Von Michaela Widder

Sie strahlt, es geht wieder aufwärts. Dresdens Diagonalangreiferin Liz McMahon ist raus aus ihrem kleinen Tief und powert: „Jetzt geht's ums Ganze.“
Sie strahlt, es geht wieder aufwärts. Dresdens Diagonalangreiferin Liz McMahon ist raus aus ihrem kleinen Tief und powert: „Jetzt geht's ums Ganze.“

© Robert Michael

Ein souveräner Sieg macht die Situation nicht leichter als ein knapper. „Es ist ein bisschen das Problem“, findet Alexander Waibl, „wenn man sehr klar gewinnt, hat der Gegner viel Grund, ganz anders aufzutreten.“ Darauf hat der Trainer vom Dresdner SC seine Volleyballerinnen eingestellt, wenn sie am Mittwoch im zweiten Viertelfinale erneut auf Vilsbiburg treffen.

„Der Gegner wird stärker sein als beim 3:0, es ist eine größere Herausforderung als zu Hause“, sagt US-Angreiferin Liz McMahon. „Wir wissen, dass jeder Punkt, jedes Spiel in den Play-offs entscheidend ist und genauso gehen wir ran: Jetzt geht's ums Ganze.“ Natürlich ist man sich bewusst, dass es im Fall einer Niederlage noch zu einer Entscheidungspartie am Samstag kommt. Das wollen McMahon und ihre Mitspielerinnen jedoch verhindern – stattdessen am Abend ins Halbfinale einziehen.

Dafür wird erneut eine gute Leistung der Diagonalangreiferin gefragt sein. „Es war wichtig für mich zu sehen, mit wie viel Energie, Körpersprache und Begeisterung Liz am Samstag zurückgekommen ist“, erklärt Waibl. Die 23-Jährige, die bis Dezember die Top-Scorer-Wertung in der Liga anführte, hatte sich zwischenzeitlich in ein kleines Loch gespielt. „Ich war Mitte der Saison an einem Punkt, an dem ich nicht mehr punkten konnte und mein Potenzial nicht ausgeschöpft habe“, erzählt sie. Bis zum Jahreswechsel gab es für sie keine Auswechselmöglichkeit, auf der Hauptangreiferin lag „wahnsinnig viel Verantwortung“ (Waibl). Der Trainer hatte vor dem Szenario gewarnt: „Wir müssen aufpassen, dass sie nicht zu sehr überspielt wird, sie macht pro Spiel mehr als 40 Angriffe.“

Für Waibl kam das Tief, erst physisch dann psychisch, also nicht überraschend. Zumal sie mit ihren zwei Metern auch einen höheren Energieverbrauch habe als kleinere Spielerinnen. Bei der Dauerbelastung war es somit nur eine Frage der Zeit, und die war es dann auch, bis sie wieder zu ihrer Form zurückfand. „Zum Glück hatte ich ein starkes Team um mich. Ich konnte mich darauf konzentrieren, aus dem Tief herauszukommen und wieder Vertrauen in mein Spiel zu gewinnen.“

Mit einer Systemumstellung hatte Waibl sie zeitweise komplett aus dem Spiel genommen. Statt darüber zu klagen, hat McMahon weiter an sich gearbeitet. „Mir haben auch Gespräche mit Alex, den Mädels und anderen geholfen, um auf meinen Weg zurückzufinden“, sagt McMahon – und zieht schon jetzt daraus viel Positives für die Meisterschaft: „Ich denke, jeder hatte seine Rückschläge in dieser Saison, und wir haben daraus gelernt, dass diese uns stärker machen, damit wir das Beste aus uns in den Play-offs herausholen werden.“

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