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Mittwoch, 13.09.2017

Zuerst die Kinder und Jugendlichen, dann die Erwachsenen

Die Sommerferien sind längst vorbei. Die Saison im Kiez am Braunsteich noch lange nicht. Der Verein wird sie mit einem Rekordergebnis beenden.

Von Thomas Staudt

Teamleiter René Blümel hilft beim Spiel „Spinnnetz“. Nur wenn alle zusammenarbeiten, steht am Ende ein Erfolg. Das Kiez am Braunsteich hat sich den Grundsatz längst zu eigen gemacht und ist damit erfolgreich.
Teamleiter René Blümel hilft beim Spiel „Spinnnetz“. Nur wenn alle zusammenarbeiten, steht am Ende ein Erfolg. Das Kiez am Braunsteich hat sich den Grundsatz längst zu eigen gemacht und ist damit erfolgreich.

© Joachim Rehle

Lukas will Automechaniker werden, eines der Mädchen Architektin und einige der anderen Jugendlichen wissen noch nicht so recht, wohin die Reise beruflich gehen soll. Die Berufswünsche sind unterschiedlich, den Weg dorthin gehen die Schüler ein Stück weit gemeinsam. Ab diesem Schuljahr besuchen sie die 7. Klasse der Berufsorientierenden Oberschule in Spremberg. Damit sich die 69 Schüler in den Klassen A, B und C besser kennenlernen, hat die Schulleitung gemeinsam mit Klassenlehrerin Sylvia Pollex einen zweitägigen Aufenthalt im Weißwasseraner Kiez am Braunsteich organisiert. Dort stehen sogenannte teambildende Maßnahmen auf dem Programm. Was das heißt? Die Jugendlichen sollen beispielsweise Mitschüler zwischen zwei gespannten Seilen von einer auf die andere Seite transportieren. Das geht selbstverständlich nur mit Koordination und der entsprechenden Zusammenarbeit. Außerdem stehen die Braunsteich-Rallye, das Floorball-Spiel Unihock auf dem Programm oder ein Discoabend.

Die Kinder sind begeistert, weil der Spaß nie zu kurz kommt. Aber auch die Lehrer wissen den Wert der „Kennenlernwoche“ zu schätzen. „Die Schüler lernen sich besser kennen, und die Lehrer die Schüler ebenso“, sagt Sylvia Pollex. Anfangs hatten viele Lehrer Ressentiments. Mittlerweile ist aus der Fahrt ins Kiez eine sechs Jahre währende Tradition geworden.

Der Aufenthalt der Spremberger Schüler ist nur einer von vielen in den letzten beiden Wochen. „Viele denken die Saison ist bei uns längst gelaufen, jetzt, da die Sommerferien vorbei sind“, sagt Teamleiterin Veronika Gröschner. Aber das Gegenteil ist der Fall. Zwar laufen die Buchungen von Schulklassen zum Ende dieser Woche aus. Danach checken aber viele Vereine und Familien für größere Feiern ein, darunter der Förderverein der Musikschule Bautzen, der Radsportverein Cottbus oder ein Kampfsportverein aus Leipzig. In den nächsten Schulferien im Oktober laufen dann die Herbstcamps für Kinder und Jugendliche. Die gute Auslastung wird dem Kiez 2017 ein Rekordergebnis bei Buchungen bescheren. Laut dem Vereinsvorstand werden es am Jahresende wohl rund 19 000 Übernachtungen sein. Damit geht die Strategie des Vereins bisher voll auf. Geschäftsführer Marcel Proske hatte Anfang 2017 Steigerungen in den nächsten Jahren auf bis zu 23 000 Übernachtungen jährlich als Zielmarke gesetzt. 2014 waren es 14 000 Übernachtungen, 2016 bereits 17 000.