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Samstag, 16.12.2017 Kommentar

Zu viele Möchtegern-Polizisten

SZ-Redakteur Alexander Schneider über den Einsatz von Kameras in Taxis.

Von Alexander Schneider

SZ Redakteur Alexander Schneider
SZ Redakteur Alexander Schneider

© Robert Michael

Sie kommen mit Chauffeur vorgefahren, filzen einen Kleinunternehmer und verdonnern ihn zu stolzen 9 000 Euro Bußgeld. Wie soll sich ein Taxifahrer fühlen, der selbst mehrfach Opfer von Überfällen geworden ist und der sich verantwortlich für seine Angestellten fühlt? Kein Wunder, dass er von „Täterschutz“ spricht. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Auf der anderen Seite steht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Niemand muss sich permanent filmen lassen, schon gar nicht in einem Taxi. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass heimliches Filmen für viele Menschen ein ernstes Problem darstellt. Wer das verharmlost, sollte auf der Videoplattform YouTube einmal die Begriffe „Dashcam“ und „Dresden“ eingeben. Dort gibt es nicht nur Fahrten durch Deutschlands schönste Stadt zu sehen, sondern auch Abgründe einer längst alltäglich gewordenen Schnüffelei von Möchtegern-Polizisten. Diese Videos sind der beste Beweis dafür, dass Datenschützer Andreas Schurig noch sehr viel Arbeit vor sich hat.

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