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Freitag, 13.10.2017

Zu Besuch auf Zeithains größter Baustelle

Es sieht gut aus für den neuen Hort. Die Außenbauarbeiten sind zum Großteil abgeschlossen, aber eine Frage ist noch offen.

Von Dörthe Gromes

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Ist zufrieden mit dem Gang der Bauarbeiten: Bürgeramtsleiter Holger Koßwig.
Ist zufrieden mit dem Gang der Bauarbeiten: Bürgeramtsleiter Holger Koßwig.

© Sebastian Schultz

Wo jetzt noch eine Pfütze ist, entsteht bald ein Spielplatz.
Wo jetzt noch eine Pfütze ist, entsteht bald ein Spielplatz.

© Sebastian Schultz

Zeithain. Noch rund vier Monate Geduld müssen die Zeithainer Hortkinder haben, bis sie ihr neues Domizil in der Hauptstraße 16, unweit der Grundschule gelegen, in Besitz nehmen können. Hellgelb verputzt steht der Neubau bereits da. An der Fassade prangt schon der Name der Einrichtung neben einer großen, lachenden Sonnenblume, die gegen den regengrauen Herbsthimmel anstrahlt. Auch die Wege um das Gebäude sind weitgehend fertig. Es fehlt der Spielplatz an der nördlichen Stirnseite des Gebäudes, der im November errichtet werden soll. Momentan steht dort eine große Matschpfütze. Auch die Feuertreppe sowie ein großes Sonnensegel werden in den nächsten Wochen angebracht.

Derzeit beschäftigt die verschiedenen Baufirmen vor allem der Innenausbau. In diesen Tagen wird die Wärmepumpe in Betrieb genommen, die zukünftig mittels Fußbodenheizung für eine behagliche Raumtemperatur sorgen wird. Insgesamt arbeiten dort 15 Subunternehmer.

Holger Koßwig, Bürgeramtsleiter von Zeithain, führt die SZ über die Baustelle. Im Auftrag der Gemeinde koordiniert er sowohl die Bauarbeiten als auch die Verwaltungsbürokratie, die am Neubau hängt. Mit dem Stand der Bauarbeiten ist er zufrieden, man liege im Zeitplan. „Gebaut ist relativ schnell, langwierig und kompliziert war hingegen die Fördermittelbeantragung im Vorfeld, und auch die Abrechnung des Projektes wird Zeit in Anspruch nehmen“, sagt der Bürgeramtschef.

Noch hängen im zweistöckigen Gebäude allerorten Kabel von der Decke, Leitern und Baugerüste stehen herum. Bis Jahresende wird geschraubt, gehämmert und gemalert. Im Januar und Februar wird dann die Inneneinrichtung folgen. Insgesamt 80 Kinder der 2. bis 4. Schulklassen können dann ab dem zweiten Schulhalbjahr 2017/18 dort nach der Schule spielen und ihre Hausaufgaben erledigen. Die Kinder der 1. Klasse werden weiterhin im Schulgebäude betreut.

Insgesamt vier großzügige Gruppenräume auf zwei Etagen werden den Kindern zur Verfügung stehen. Sie können sich frei zwischen den Räumen bewegen. Im Erdgeschoss gibt es außerdem einen hellen Mehrzweckraum mit angrenzender Küche, der sowohl für gemeinsame Mahlzeiten als auch zum Spielen und Turnen genutzt werden kann. „Hier kommen eine Sprossenwand sowie ein Kletternetz hin“, erklärt Holger Koswig und zeigt auf eine noch kahle Wand. Auch ein Rückzugs- und Hausaufgabenraum auf jeder Etage ist eingeplant.

Im Obergeschoss befinden sich auch das Büro der Hortleiterin und der Besprechungsraum für die Mitarbeiterinnen. Der Dachboden hingegen wird vorerst nicht ausgebaut, sondern kann als zusätzlicher Lagerraum genutzt werden. „Das Satteldach ist in erster Linie eine Konzession an die Gestaltungssatzung im historischen Ortskern“, so Koßwig. Seit dem Jahr 2000 ist der Gröditzer bei der Gemeinde und hat das Ringen um den Hortneubau von Anfang an miterlebt. „Wir planen den Hort seit mittlerweile zehn Jahren in unterschiedlichen Ausführungen und Größen“, ergänzt er. Den Ausschlag für die jetzige Variante hätte die Fördermittelzusage des Freistaates Sachsen gegeben. Ohne diese zusätzlichen 827 000 Euro wäre der insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro teure Hortneubau für Zeithain nicht zu finanzieren gewesen. Die Art der Nachnutzung des alten Hortgebäudes im Ring der Freundschaft ist derzeit noch offen. Für einen Abriss der Baracke ist aktuell kein Geld da. „Darüber wird der Gemeinderat zu gegebener Zeit entscheiden“, sagt Holger Koßwig.

Die Hortkinder kommen übrigens regelmäßig vorbei, um zu gucken, was sich auf ihrer Baustelle so tut.

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