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Mittwoch, 14.02.2018

Zeit für Nachwuchs

Zwei kleine Kälber läuten im Zoo die Saison der neuen Jungtiere ein. Für die Geburtstermine laufen kalorienreiche Wetten.

Von Juliane Richter

Rotbüffeldame Amy (li.) verbringt noch viel Zeit im warmen Stroh.
Rotbüffeldame Amy (li.) verbringt noch viel Zeit im warmen Stroh.

© Sven Ellger

Die Banteng-Kuh Ilonka hat am 30. Januar als Erste „ausgepackt“. In ihrem zooeigenen Jargon sprechen die Tierpfleger über das Geschenk, das sich Ilonka selbst gemacht hat. Der kleine Büffel Alfons gehört nun zur Familie und ist mittlerweile auch kurzzeitig auf der Außenanlage zu sehen. Je nach Witterung – denn Erfrierungen will der verantwortliche Pfleger Sylvio Kunadt beim Nachwuchs nicht riskieren. Gerade die zarten Ohren oder der Schwanz reagieren empfindlich auf die Kälte.

Für Wärme im Freien sorgen die mächtigen Eltern, die sich nah an den hellbraunen Nachwuchs drängen. Gut 600 Kilogramm bringt Vater Barbas auf die Waage. „Ein ganz schönes Kraftpaket“, wie Pfleger Kunadt sagt. Trotzdem geht er gemeinsam mit den Tieren auf die Außenanlage. Lediglich wenn Barbas „seine fünf Minuten“ hat, zieht er sich zurück. Bantengs stammen aus Südostasien und gelten als stark gefährdet. Umso schöner für den Zoo, dass die Eltern schon zum achten Mal für Nachwuchs gesorgt haben. Alfons gehört zu den ersten Neugeborenen des Jahres. Seinen Namen verdankt er dem angebrochenen „A-Jahr“. Alle Tiere, die in diesem Jahr an der Tiergartenstraße zur Welt kommen und einen Namen erhalten, müssen sich nach dem Anfangsbuchstaben A richten. Kein Wunder also, dass die kleine Rotbüffeldame, die am 1. Februar geboren wurde, nun Amy heißt. Das Kalb lebt im Nachbargehege der Bantengs, hat allerdings nicht so entspannte Eltern wie deren kleiner Bulle.

Denn für Rotbüffelmutter Sambesi ist es erst das zweite Kind, dem sie nicht von der Seite weicht. Wer den beiden zu nah kommt, muss mindestens mit einem bitterbösen Blick rechnen. Für die Besucher besteht aber natürlich keine Gefahr. Weil der Zoo bereits auf die Frühjahrsöffnungszeiten umgestellt hat, haben die Besucher nun wieder bis 17.30 Uhr Zeit, die Tiere zu beobachten. Schon bald können dann auch weitere Zöglinge wie Kamele oder Burenziegen beobachtet werden. Auf deren Geburtstermine haben die Pfleger im Huftierbereich mehrere Wetten laufen. Wer am weitesten danebenliegt, muss den Kollegen einen Kuchen sponsern. Eine Pflegerin hatte zuletzt mehrmals Pech – von ihr stehen noch drei Kuchen aus, sagt Kunadt.

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