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Donnerstag, 17.05.2018

Zeit für Masken und andere jugendliche Fantasien

Von Katrin Demczenko

Amy und Theo von der Hoyerswerdaer Grundschule „Am Park“ haben für die 54.Kinder- und Jugend-Galerie Gipsmasken angefertigt, die sie hier gerade bemalen.Amy bevorzugt Gelb-Schwarz für ein Geparden-Motiv; Theo ist von Rot begeistert – aber die Augen der Maske werden gelb und blau sein, „weil sie die Sonne, den Himmel und die ganze Welt sehen.“Kleines Detail am Rande: Als Unterlage, also als Basis der jungen Kunstwerke, dient die Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung – das Hoyerswerdaer Tageblatt.Foto: Katrin Demczenko
Amy und Theo von der Hoyerswerdaer Grundschule „Am Park“ haben für die 54. Kinder- und Jugend-Galerie Gipsmasken angefertigt, die sie hier gerade bemalen. Amy bevorzugt Gelb-Schwarz für ein Geparden-Motiv; Theo ist von Rot begeistert – aber die Augen der Maske werden gelb und blau sein, „weil sie die Sonne, den Himmel und die ganze Welt sehen.“ Kleines Detail am Rande: Als Unterlage, also als Basis der jungen Kunstwerke, dient die Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung – das Hoyerswerdaer Tageblatt. Foto: Katrin Demczenko

Kreatives Gestalten und Malen ist für viele Schüler ein beliebtes Hobby, und ihre Arbeiten wollen sie natürlich auch zeigen. In ihren Schulen besteht oft diese Möglichkeit, aber die von der KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda jährlich organisierte Kinder- und Jugend-Galerie bietet ihnen mehr Öffentlichkeit.

Seit Jahrzehnten fertigen junge Künstler von 6 bis 21 Jahren dafür in ihren Schulen und Kreativzirkeln inner- und außerhalb von Hoyerswerda Zeichnungen, Gemälde sowie Plastiken an. Auch künstlerische Foto-Arbeiten sind erlaubt. Damit sie dabei verschiedenste Techniken richtig anwenden und gute Arbeitsergebnisse entstehen, erhalten sie meist Anleitung von Kunstlehrern. So geschieht das auch im Ganztagsangebot (GTA) der Grundschule „Am Park“ Hoyerswerda, das die Kunstlehrerin Margrit Fietze organisiert. Regelmäßig lässt sie die Teilnehmer der dritten und vierten Klassen Arbeiten für die Kinder- und Jugend-Galerie anfertigen. 2018 zeichneten die Schüler zum einen selbst erdachte Wappen ihrer Heimatstadt, die jetzt ihr Festjahr zur Erst-Erwähnung vor 750 Jahren begeht. Andererseits fertigen sie Gips-Masken nach dem Vorbild des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers Keith Haring an. Nur in kleinen Gruppen sei es möglich, mit Kindern so aufwendige Techniken umzusetzen, sagt Margrit Fietze. Umso mehr freut sie sich über die schönen Gesichtsmasken, die auch unter Mithilfe des FSJ-lers (Freiwilliges Soziales Jahr) Justus Beckert entstanden sind.

„Zuerst wurde das Gesicht eingecremt und die Augen wurden abgedeckt“, erzählt GTA-Teilnehmer Theo. „Dann kamen viele nasse kleine Gipsbinden auf die Haut und es guckten nur noch Nase und Mund heraus.“ Nach drei Minuten Aushärtezeit hielt der Junge seine Maske in den Händen und konnte sich ein Fantasiemuster zur Verzierung überlegen. Hauptsächlich trug er seine Lieblingsfarbe Rot auf, und die großen Augen des Gesichts gestaltete er in Blau und Gelb, „weil sie die Sonne, den Himmel und die ganze Welt sehen.“

Amy war ebenfalls fleißig dabei, ihre Maske zu bemalen, die, in Gelb und Schwarz, sofort als stilisierter Gepard zu erkennen war. Diese schnellen Raubtiere mit ihrem hübsch gemusterten Fell mag das Mädchen, das zu Hause drei Katzen betreut und Tierärztin werden will. „Vielleicht bekommt meine Maske einen Preis“ – ihr Wunsch für die Galerie. Der Kunstlehrerin Margrit Fietze ist eher wichtig, dass die Kinder ihre Talente entdecken, entwickeln und ihre Arbeiten in angemessener Form der Öffentlichkeit vorstellen können.

Jede teilnehmende Einrichtung (siehe unten) durfte zehn Kunstwerke einreichen, sagte die KuFa-Mitarbeiterin und Galerie-Kuratorin Ina Züchner. Aus diesem „Dekalog“ konnten die Lehrer der jeweiligen Schule beziehungsweise Zirkel-Verantwortlichen drei Sieger küren, die am heutigen Donnerstag, dem 17. Mai, ab 16 Uhr bei der Eröffnung der Galerie im Lausitz-Center am Lausitzer Platz 1 mit einem Preis geehrt werden.