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Dienstag, 13.02.2018

Zehn neue Radwege für Dresden

Mehrere Millionen Euro fließen dieses Jahr in Fuß- und Radwege. Kritiker fordern schnelleres Tempo bei Gehwegen.

Von Kay Haufe

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Auch an der Albertstraße soll sich endlich etwas tun.
Auch an der Albertstraße soll sich endlich etwas tun.

© Sven Ellger

Viele Jahre waren sie eher Stiefkind, inzwischen gibt es ein ganzes Konzept für sie: Radwege in der Stadt. 46 Millionen Euro sollen bis 2025 in den Radverkehr investiert werden.

Damit soll sich das Radwegenetz von 400 auf 829 Kilometer verdoppeln. Am Montag wurden die Pläne für dieses und nächstes Jahr vorgestellt.

Diese Radwege sollen gebaut werden:

Eigentlich war der Baubeginn für die Radwege beidseits der Albertstraße (siehe Grafik Ziffer 1) schon für Herbst 2017 vorgesehen. Doch Details vor allem im Anschluss zum Albertplatz machten die Planung schwierig, sagt Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straße- und Tiefbauamtes (STA). So muss die Ampel in Höhe der Königsstraße umgebaut werden, damit sich der Radverkehr auf die Albertstraße einfädeln kann, auch ein Mast muss versetzt, ein Bord verändert werden. Nun soll zwischen 3. September und 26. Oktober gebaut werden. Kosten: 400 000 Euro.

Endlich sicher sollen Radfahrer über den Güntzplatz (2) kommen. Dort entstehen im 3. Quartal neue Markierungen. Kosten: 50 000 Euro.

Bis Ende März sind die kaputten Platten auf dem westlichen Radweg der Sachsenallee (3) zwischen Florian-Geyer- und Ziegelstraße zu erneuern. Kosten: 20 000 Euro.

Ein stark frequentierter Radweg ist die Verbindung in Leubnitz-Neuostra (4) von der Spitzweg- zur Reicker Straße. Nun soll der Abschnitt zwischen Dohnaer Straße und Otto-Dix-Ring im dritten Quartal erneuert und mit Asphalt versehen werden. Kosten: 100 000 Euro.

Ein dicker Brocken ist die Instandsetzung der denkmalgeschützten Brücke im Alberthafen (5), die am 19. März beginnen und sich bis Mai 2019 hinziehen wird. Sie bekommt zudem einen neuen blauen Anstrich. Kosten: 2,4 Millionen Euro.

Lange haben die Nutzer des rechtselbischen Radweges darauf gewartet, nun soll es losgehen: Die Verbindung zwischen Loschwitz (6) und Wachwitz auf dem Wiesenweg soll zwischen 2. Juli und 2. November gebaut werden. Kosten: 600 000 Euro.

Auf dem Tolkewitzer Elberadweg (7) wird die Brücke über den Niedersedlitzer Flutgraben vom 19. März bis 27. Juli erneuert. Kosten: 125 000 Euro.

Die Bautzner Straße (8) soll zwischen Albertplatz und Hoyerswerdaer Straße im dritten Quartal Radwege erhalten. Inklusive neuer Ampel an der Querung Glacis- und Alaunstraße. Kosten: 700 00 Euro.

Lange geplant, nun soll es klappen: Ein 80 Meter langes Teilstück des Körnerwegs (9) erhält neuen Belag. Der spezielle gekörnte Sandstein war lange nicht lieferbar, nun soll er bis Ende März eingebaut werden. Kosten: 250 000 Euro.

Zwischen Julius-Vahlteich-Straße und Höhenpromenade erhält die Kesselsdorfer Straße (10) Radwege. Der erste Abschnitt entsteht bis März. Kosten: 100 000 Euro.



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Kleinere Sicherheitsprojekte:

Im ländlichen Bereich des Stadtrandes sollen Querungshilfen an den Ortseingängen von Bautzner Landstraße, Pappritzer Straße und Weißiger Landstraße entstehen. Außerdem soll der als Radweg nutzbare Gehweg der Winterbergstraße zwischen Schilfweg und Dobritzer Straße neuen Belag erhalten. Neue Markierung bekommen die Friedrich- und die Fetscherstraße sowie das Kleinzschachwitzer Ufer. Ein Schutzstreifen ist für Schneeberg- und Schlüterstraße vorgesehen.

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder:

Zehn Plätze entstehen an der Annenstraße, weitere 48 und drei für Motorräder sind an der Sebnitzer Straße geplant. An der Prager Straße sind 28 und an der Friedensstraße 16 Einstellmöglichkeiten in Vorbereitung.

Geplante Radprojekte 2019:

Rechtselbischer Elberadweg zwischen Flügelwegbrücke und Altkaditz, Lückenschluss Striesener- und Borsbergstraße im Bereich Fetscherplatz, Entschärfung Unfallschwerpunkt Wiener Straße/Karcherallee, Radfurt am Knotenpunkt Radeberger /Waldschlößchenstraße, Radwege Steinstraße und Lückenschluss Pillnitzer Straße bis Rathenauplatz, Erneuerung Radweg an verlängerter Schlömilchstraße, Radverkehrsquerung Dippoldiswalder Platz zwischen Reitbahn- und Marienstraße, Entschärfung Unfallstelle Reichenbach-/ Fritz-Löffler-Straße, verbesserte Radverkehrssituation Reicker und Spenerstraße sowie Karcherallee.

Sechs neue Planer kommen voran:

Mit drei neuen Stellen im Stadtplanungsamt sowie vier im STA können weit mehr Projekte bearbeitet werden als bisher. Diese könnten in den nächsten Jahren umgesetzt werden: Verbindung vom Schlesischen Platz zum Bahnhof Neustadt, Radwege auf der Verbindung von Berliner/Schäfer/Hamburger Straße, Knotenpunkt Pirnaer Landstraße/Zamenhofstraße, Pfotenhauer Straße, Bautzner Straße zwischen Lessing- und Prießnitzstraße. Bautzner Landstraße in der Ortslage Weißig und die Rampen zu den Elbradwegen an der Albertbrücke.

Fahrradparkhaus Hauptbahnhof:

Kürzlich gab es dazu Gespräche mit dem Land: Das rund 3,5 Millionen Euro teure Haus könnte im besten Fall mit 90 Prozent Fördermitteln gebaut werden, wird aber nicht vor 2022 fertig, so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

Kritik an Fußwegplänen:

Die Sanierung der Fußwege komme viel zu langsam voran, sagt CDU-Stadtrat Klaus-Dieter Rentsch, insbesondere Senioren leiden unter den Holperpisten. Insgesamt gibt es 300 kaputte Abschnitte, deren Reparatur laut Koettnitz 25 Millionen Euro kosten würde. Investiert werden dieses Jahr aber nur 3,3 Millionen Euro.

Alle Projekte des Radverkehrskonzeptes sowie des Gehwegprogrammes sind jetzt im Themenstadtplan einsehbar.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 46 Kommentare

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  1. Klaus

    An der Güntzstraße fehlt in südlicher Richtung am Straßburger Platz ebenfalls ein Radweg. Der geht da fließend in den Fußweg über und durch die vielen wartenden Jugendlichen vor der AWV ist dort im Berufsverkehr oft kein Durchkommen mehr.

  2. Hinweis

    Wichtiger wären 10 neue Radpolizisten, die sich um die Regeleinhaltung der Damen und Herren Radfahrer kümmern. Da liegt so einiges im Argen!

  3. Bürger

    Und was ist mit dem Todesstreifen zwischen Bischofsplatz und Schauburg?

  4. Radfahrer

    Super.Endlich geht's da mal systematisch voran.Danke und weiter so. Hätte mir noch die Niedersedlitz Str. gewünscht als gute Verbindungsstrecke, aber wenigstens wird ja nun die Bismarckstrasse durchgehend holperfrei. Mügelner Strasse ist noch grosses Ärgernis, aber da sagt der Plan Strassenbau.Na hoffentlich bald.....

  5. Bogdan K.

    Und wieder einmal wird zu Lasten der Autofahrer die Minderheit der Radfahrer hofiert. Diese sollten sich erst einmal an die Verkehrsregeln gewöhnen, bevor neue Radwege gebaut werden. Viel wichtiger wäre ein weiterer Ausbau der Straßen, denn dort spielt sich nun der größte Teil des Verkehrsaufkommens ab. ÖPNV und Radwege blockieren dort nur.

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