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Mittwoch, 28.06.2017

Wow nach einer Minute

Ihren ersten Besuch in Dresden wollte die Volleyballerin Ivana Mrdak ruhig angehen. Dann musste es schnell gehen.

Von Michaela Widder

Trotz Flugstress kommt die Serbin Ivana Mrdak mit einem Lächeln zu ihrem ersten DSC-Termin.
Trotz Flugstress kommt die Serbin Ivana Mrdak mit einem Lächeln zu ihrem ersten DSC-Termin.

© Ronald Bonß

Dresden. Vom Flughafen direkt auf den Altmarkt. Zeit zum Sightseeing blieb allerdings keine. Ivana Mrdak musste direkt zur Pressekonferenz ihres neuen Klubs. Eigentlich hätte die Serbin schon am späten Vormittag in Dresden landen sollen, doch ihr Flieger aus Belgrad hatte Verspätung, sodass sie den Anschlussflug in Frankfurt verpasste und auf eine Maschine später gebucht worden war. Alexander Waibl, der Trainer der Dresdner Volleyball-Frauen, holte Mrdak kurzentschlossen persönlich vom Flughafen ab. „Ja, ich bin ganz schön aufgeregt, aber auch glücklich, dass ich für so einen großen Klub spielen kann“, sagt sie und schaut noch etwas verunsichert zu ihrem Bruder Milja, der sie auf dem Kurztrip zu ihrem neuen Verein begleitet. Er ist auch Profi-Volleyballer, spielt bereits im Ausland – nächste Saison bei Benfica Lissabon – und spricht deshalb besser Englisch. Für die 1,94 Meter große Mittelblockerin ist es die erste Auslandsstation. Als das Angebot aus der Bundesliga kam, „konnte ich es erst nicht glauben“, sagt sie.

Für Waibl, der wegen der Sprachbarriere bis zur ersten Begegnung nur per E-Mail mit Mrdak kommuniziert hatte, war die 23-Jährige dagegen eine Wunschspielerin: „Es passiert nicht oft, dass ich nach einer Minute Video denke: Wow, die wäre was für uns.“

Der 49-Jährige wollte sich auf der Position anders aufstellen als in der vorigen Saison, in der er die Spielerinnen eher nach Blockqualitäten ausgewählt hatte – vor allem aus finanziellen Gründen. „Mir ist aber klar, dass wir auf der Mitte mehr Gefahr ausstrahlen müssen“, meint er. Mit Mrdak, die mit ihrem Klub in Serbien Vizemeisterin geworden ist und den Pokal gewonnen hat, habe er nun eine ideale Spielerin gefunden, die sowohl im Block als auch im Angriff über diese Qualitäten verfüge. „Und Ivana ist eine Teamplayerin.“ Und der Bruder sagt über seine Schwester: „Sie ist schüchtern, aber auf dem Feld dann ganz anders, emotional.“

Der DSC hat Mrdak für drei Tage nach Dresden eingeladen, sie soll die Stadt und schon einige ihrer neuen Mitspielerinnen kennenlernen. Am Mittwoch ist ein kleines „Meet & Greet“, wie Waibl sagt, in der Halle geplant. Mit der Tschechin Eva Hodanova, die nach ihrer schweren Knieverletzung weiter am Comeback arbeitet, und der jungen Michelle Petter wird sie ein paar Bälle spielen. Danach steht der Urlaub mit ihrem Freund in Montenegro an, bevor Mrdak am 8. August zum offiziellen Trainingsauftakt nach Dresden zieht.

Sie ist eine von bisher sechs Neuen im DSC-Kader, der derzeit elf Spielerinnen umfasst. Die letzte große Baustelle nach dem Weggang von der US-Amerikanerin Kadie Rolfzen ist eine vierte Außenangreiferin.

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