• Einstellungen
Freitag, 19.05.2017

Wo sind die Bänke auf dem Weg zum Brand?

Spaziergänger konnten auf dem Fußmarsch zur beliebten Aussicht bislang immer mal rasten. Doch das ist jetzt vorbei.

Von Anja Weber

Wer in Richtung Brand wandert, muss gut zu Fuß sein. Auf den Wegen dorthin und auch ringsherum stehen keine Ruhebänke mehr.
Wer in Richtung Brand wandert, muss gut zu Fuß sein. Auf den Wegen dorthin und auch ringsherum stehen keine Ruhebänke mehr.

© Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Die Brandaussicht ist in Hohnstein das Ausflugsziel Nummer Eins. Ganze Heerscharen sind bei Wanderwetter auf dem Weg dorthin unterwegs. Wer sich zwischendurch ausruhen wollte, konnte bislang Bänke nutzen. Vor allem bei älteren Ausflüglern wie Adelheid Mehnert aus Pirna waren diese beliebt. „Ich muss doch nicht so hetzen, mal bissel ausruhen und die Gegend anschauen ist doch schön“, sagt die rüstige Rentnerin. Umso mehr war sie verwundert, als sie entdecken musste, dass die Bänke plötzlich fehlten, auf der Brandstraße aber auch am Neuweg. Doch auch die Bänke am Steinbruchweg und an der Schneise 15 waren weg. Adelheid Mehnert ist empört. Sie sieht das als einen Affront vor allem gegen ältere Wanderer. „Will man uns ausgrenzen?“, fragt sie.

Im Hohnsteiner Rathaus hagelte es ebenfalls schon Anfragen deswegen. Bürgermeister Daniel Brade (SPD) kann das erklären. Die von der Stadt Hohnstein aufgestellten Bänke stehen allesamt auf Flächen, die sich in der Zuständigkeit des Sachsenforst befinden. Dieser hatte nun die Stadt aufgefordert, für alle Bankstandorte einen Gestattungsvertrag abzuschließen, bevor die Bänke wieder aufgestellt werden. „Hintergrund ist, dass die Stadt Hohnstein im Bereich der Bänke die Verkehrssicherungspflicht für die umstehenden Bäume übernehmen muss“, sagt der Bürgermeister. Das heißt, dass die Stadt die Bäume alle kontrollieren und eventuell Gefahren beseitigen muss. Aus diesem Grund waren Stadtmitarbeiter in den letzten Wochen unterwegs, haben alle Bankstandorte kartiert. Ein Vertrag mit dem Sachsenforst sei in Arbeit, aber noch nicht unterschrieben. Bis dahin müssen die Bänke wohl weiter in ihrem Winterquartier ausharren. Nicht nur bei Adelheid Mehnert stößt das auf Unverständnis. „Schließlich standen die Bänke schon immer dort“, sagt sie.

Desktopversion des Artikels