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Freitag, 21.04.2017

Wo Sachsen Geld in Straßen steckt

Für 7,3 Millionen Euro werden in diesem Jahr Straßen im Landkreis repariert. Sachsen will den Investitionsstau abbauen.

Von Franz Werfel

Die Brücke über die Wesenitz am Ortsausgang Rennersdorf in Richtung Stolpen kann noch saniert werden. Ab Mai beginnen die Arbeiten. Weil das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit Behelfsbrücken plant, muss die Staatsstraße nicht gesperrt werden.
Die Brücke über die Wesenitz am Ortsausgang Rennersdorf in Richtung Stolpen kann noch saniert werden. Ab Mai beginnen die Arbeiten. Weil das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit Behelfsbrücken plant, muss die Staatsstraße nicht gesperrt werden.

© Dirk Zschiedrich

Pirna. Die Straße zwischen Pirna-Copitz und Lohmen wird noch in diesem Jahr saniert. Die rund 360 000 Euro für die 2,7 Kilometer auf der Staatsstraße 164, der Pirnaer Straße, sind im Budget für dieses Jahr eingeplant. Das teilte das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) am Donnerstag mit. In der zweiten Jahreshälfte soll die Fahrbahndecke erneuert werden, dafür muss die Straße voll gesperrt werden. „Wir sind in der Regel die Ersten, die wissen, wenn eine Straße schlecht ist. Dann versuchen wir, uns die zeitnah vorzunehmen“, sagt Holger Wohsmann. Er leitet die Lasuv-Filiale in Meißen. Von hier aus koordiniert das Landesamt alle Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Das Landesamt beobachtet, dass derzeit die Baupreise steigen. Selbst wenn Planungen für Straßensanierungen fertig sind, sei es derzeit schwer, Firmen zu finden, die die Bauarbeiten auch zu einem vertretbaren Preis durchführen. Das liege vor allem daran, dass viele Städte und Gemeinden noch immer damit beschäftigt sind, die Schäden des Hochwassers von 2013 zu beheben. Dieses Geld konnten sie bis Mitte 2016 ebenfalls beim Lasuv beantragen. „Unser Amt hat rund 100 Millionen Euro an Gemeinden in den beiden Landkreisen weitergereicht“, so Wohsmann. Bis Ende 2019 müssen die Kommunen das Geld verbauen.

Für Bauarbeiten an Staatsstraßen hat die Meißener Lasuv-Niederlassung in diesem Jahr ein Drittel mehr Geld zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Das Budget für die beiden Landkreise wurde von 15 auf 20 Millionen Euro aufgestockt. Für Bauvorhaben an den Bundesstraßen stehen wie im Vorjahr rund zehn Millionen Euro bereit. Damit begegnet Sachsen auch einem deutlichen Hinweis das Landesrechnungshofes. Der hatte auf den schlechten Zustand der Staatsstraßen hingewiesen und zügige Verbesserungen angemahnt. Andernfalls könnte sich die Substanz der Straßen schon bald deutlich verschlechtern.

Neben dem Baugeschehen an der B 170 in Bannewitz sind das die wichtigsten Projekte des Freistaats in der Region:

Zwischen Leupoldishain und Bielatal wird die S 169 generalüberholt

Mit einem Gesamtbudget von 870 000 Euro ist es das größte Projekt im Landkreis, das in diesem Jahr beginnt: In den kommenden eineinhalb Jahren saniert der Freistaat die Hohe Straße (S 169) zwischen der Kreisstraße 8741, von Leupoldishain kommend, und Bielatal. In diesem Jahr wird nur der erste Bauabschnitt vom Forsthaus südlich der K 8741 bis zur Kreuzung mit der K 8751 gebaut. Das geschieht unter Vollsperrung. Baubeginn ist, wenn die Sperrung an der S 171, der Bielatalstraße, aufgehoben ist. Hier werden derzeit Stützmauern gebaut.

Straße zwischen Bad Gottleuba und Berggießhübel wird bis Zwiesel saniert

Zweitgrößtes Projekt ist ein insgesamt vier Kilometer langer Abschnitt der S 174. Er umfasst die Straße zwischen Bad Gottleuba und dem Ortseingang Berggießhübel sowie die Talstraße in Berggießhübel und dem Ortsteil Zwiesel bis zur Kreuzung mit der Bahratalstraße. In der zweiten Jahreshälfte wird die Fahrbahn in zwei Abschnitten bei Vollsperrung für 675 000 Euro erneuert.

Elberadweg zwischen Königstein und Bad Schandau wird fertig

Für Radwege an Bundes- und Staatsstraßen ist der Freistaat zuständig. Bis zum Sommer wird der Elberadweg zwischen Königstein und Bad Schandau fertig asphaltiert. Derzeit fehlen auf der Strecke noch rund 850 Meter. „Wir wollen unbedingt die Radfahrer von der B 172 wegholen“, sagt Holger Wohsmann. Das Landesamt hatte hier Probleme: Der Weg liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe, war denkmalgeschützt, liegt neben Grundstücken der Deutschen Bahn und ist teils eng. „Teilweise können wir ihn nur mit einer Breite von zwei Metern ausbauen“, sagt Wohsmann. Meist werde der Weg aber 2,5 Meter breit.

Rampen an B 172 in Bad Schandau zum Nationalparkbahnhof werden saniert

Die Rampen, die in Bad Schandau von der B 172 zum Bahnhof führen, werden bis zum Sommer für eine Viertelmillion Euro saniert. In Bad Schandau wird zudem die Sebnitzer Straße von Juni bis Herbst saniert. Voll gesperrt wird die Straße nur in den Sommer- und Herbstferien.

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