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Freitag, 21.04.2017

Wo Sachsen Geld in Straßen steckt

Für 7,3 Millionen Euro werden in diesem Jahr Straßen im Landkreis repariert. Sachsen will den Investitionsstau abbauen.

Von Franz Werfel

Noch ist die Rehefelder Straße bei Altenberg ein Flickenteppich. Nach Plänen des sächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr soll sich das bis Ende des kommenden Jahres ändern.:
Noch ist die Rehefelder Straße bei Altenberg ein Flickenteppich. Nach Plänen des sächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr soll sich das bis Ende des kommenden Jahres ändern.:

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Nach rund zehn Jahren Diskussion, wie man die Rehefelder Straße zwischen der Stadt Altenberg und ihrem Ortsteil Rehefeld-Zaunhaus am besten saniert, soll in diesem Jahr mit dem Bau an der Staatsstraße begonnen werden. Für fast 1,5 Millionen Euro werden die 3,5 Kilometer ab dem Altenberger Ortsausgang repariert. Diese gute Nachricht präsentierte Holger Wohsmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Wohsmann leitet die Lasuv-Filiale in Meißen. Von hier aus koordiniert das Landesamt alle Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen in den beiden Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

„Es ist kompliziert, an der Rehefelder Straße zu bauen, weil sie unterhalb des Kahleberges durch ein Trinkwassergebiet führt“, sagte Wohsmann. In diesem Gebiet dürfe laut Gesetz überhaupt nicht mehr gebaut werden. „Doch mittlerweile haben wir die Genehmigung des Landkreises. Damit bekommen wir dieses jahrelange Ärgernis endlich vom Tisch“, so Wohsmann. Unter Vollsperrung soll ab dem Spätsommer bis Ende 2018 gebaut werden. Im Winter will das Lasuv jedoch zumindest eine Seite der Straße für den Verkehr freigeben.

Das Landesamt beobachtet, dass derzeit die Baupreise steigen. Selbst wenn Planungen für Straßensanierungen fertig sind, sei es derzeit schwer, Firmen zu finden, die die Bauarbeiten auch zu einem vertretbaren Preis durchführen. Das liege vor allem daran, weil viele Städte und Gemeinden noch immer damit beschäftigt sind, die Schäden des Hochwassers von 2013 zu beheben. Dieses Geld konnten sie bis Mitte 2016 ebenfalls beim Lasuv beantragen. „Unser Amt hat rund 100 Millionen Euro an Gemeinden in den beiden Landkreisen weitergereicht“, so Wohsmann. Bis Ende 2019 müssen die Kommunen das Geld verbauen.

Für Bauarbeiten an Staatsstraßen hat die Meißener Lasuv-Niederlassung in diesem Jahr ein Drittel mehr Geld zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Das Budget für die beiden Landkreise wurde von 15 auf 20 Millionen Euro aufgestockt. Für Bauvorhaben an den Bundesstraßen stehen wie im Vorjahr rund zehn Millionen Euro bereit. Damit begegnet Sachsen auch einem deutlichen Hinweis das Landesrechnungshofes. Der hatte auf den schlechten Zustand der Staatsstraßen hingewiesen und zügige Verbesserungen angemahnt. Andernfalls könnte sich die Substanz der Straßen schon bald deutlich verschlechtern.

Neben dem Baugeschehen an der B 170 in Bannewitz sind das die wichtigsten Projekte des Freistaats in der Region:

B 170 wird in Altenberg und Schmiedeberg erneuert

Für rund 170 000 Euro wird die Fahrbahn der B 170 in Altenberg (Dresdner Straße) erneuert. Das betrifft den Abschnitt zwischen der Geisinger Straße und der Rehefelder Straße. Ebenfalls saniert wird die Fahrbahn zwischen den Dippoldiswalder Ortsteilen Unternaundorf und Schmiedeberg. Hier sind noch 500 Meter offen, die Sanierung kostet 160 000 Euro. Beide Maßnahmen sollen in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden. Während der Bauarbeiten ist die Straße nur auf einer Seite gesperrt, mit Baustellenampeln wird der Verkehr daran vorbeigeleitet.

Straße am Gewerbegebiet in Reinholdshain wird fertig saniert

Zwischen April und Mai werden die noch fehlenden 800 Meter auf der Glashütter Straße ab der Kreuzung Kreischaer Straße im Dippoldiswalder Ortsteil Reinholdshain gebaut. Das kostet 220 000 Euro. Zwar muss der jeweilige Bauabschnitt voll gesperrt werden. Die Sanierung geschieht aber in drei Stufen. So will das Lasuv sicherstellen, dass die Zufahrt ins Gewerbegebiet immer gesichert ist.

Reichstädt bekommt eine neue Ortsdurchfahrt

Im Dippoldiswalder Ortsteil Reichstädt wird für 435 000 Euro die Hauptstraße auf einer Länge von 2,1 Kilometern erneuert. Der Bau soll bis Juni 2018 abgeschlossen sein. Mit dem Bau der Stützwände im Süden des Ortes wurde schon 2016 begonnen.