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Dienstag, 02.01.2018

Wo geht’s hier zum Schloss?

Nahe der A 17 bei Pirna steht ein Wegweiser mit acht Zielen. Was fehlt, sind ausgerechnet zwei Sehenswürdigkeiten.

Von Heike Sabel

Fünf Ziele auf drei Schildern in eine Richtung: Schon das ist zu viel.
Fünf Ziele auf drei Schildern in eine Richtung: Schon das ist zu viel.

© privat

Weesenstein. Glashütte und Liebstadt sind weit weg, trotzdem stehen sie auf dem Wegweiser am Autobahnzubringer Pirna. Genau wie Meusegast und Dohna sowie die Dohnaer Betriebe Druckguss und Fluorchemie. Der Barockgarten Großsedlitz und Schloss Weesenstein als wichtige Ausflugsziele aber fehlen. Besucher beschweren sich immer wieder und bitten um eine bessere Ausschilderung, sagt die Leitung beider Einrichtungen und hofft, dass das Landratsamt da endlich eine Lösung findet.

Wo liegt denn das Problem?

Auf das touristische Ziel Barockgarten weisen in Pirna immerhin schon braune Schilder hin. Diese wurden bereits 2012 angebracht, sagt das Landratsamt. Änderungswünsche gebe es diesbezüglich keine. Bei der Beschilderung zum Schloss Weesenstein ist das anders. „Die ist auch aus unserer Sicht ergänzungsbedürftig“, sagt Amtsleiterin Martina Aurisch. „Es ist aber ein sehr schwieriges und komplexes Problem.“ An der Lösung werde seit dem vergangenen Jahr gearbeitet. Bisher ohne Erfolg. Das Problem sind die vorhandenen vielen Ziele an besagtem Wegweiser an der Autobahnabfahrt Pirna – acht auf fünf Schildern.

Eigentlich dürften es nur vier Ziele pro Richtung sein, maximal zwei auf einem Schild. Nun sind es für geradeaus fünf Ziele auf drei Schildern. Wie es dazu kam, ist auf Anhieb nicht erklärbar. Druckguss und Fluorchemie als einen Gewerbestandort zu sehen, geht nicht. Sie befinden sich an unterschiedlichen Straßen und auch relativ weit auseinander. Klar ist bisher damit nur: Weesenstein könnte nur aufgenommen werden, wenn ein anderes Ziel entfällt, sagt das Landratsamt.

Wer würde zugunsten von Schloss Weesenstein verzichten?

Aus Sicht des Landratsamtes kann keines der Ziele entfallen. Freiwillig würde wohl auch keiner verzichten. Die Fluorchemie Dohna jedoch ließe unter Umständen mit sich reden. Werkleiter Werner Harald hat nur eine Bedingung: Die Ausschilderung muss eindeutig sein. Das heißt, dass Laster zur Fluorchemie nicht ins Gewerbegebiet geleitet werden dürfen. Von dort ist die Durchfahrt für Lkw nämlich verboten.

Welche Alternativen gibt es?

Das Landratsamt sieht eine Chance in einer Ausnahmegenehmigung. Offenbar hat es ja schon einmal eine gegeben. Um einen Kompromiss zu finden, verhandele man bereits mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Doch das sieht gar keine Möglichkeiten. „Die Norm gibt uns keinen Ermessensspielraum“, heißt es.

Die Stadt Dohna erklärt sich für nicht zuständig. Aber: Bürgermeister Ralf Müller (CDU) hofft noch immer auf einen Umbau der Kuxberg-Kreuzung zu einem Kreisverkehr. Bisher wurde das abgelehnt, doch mit dem Industriepark Oberelbe sieht Müller Chancen für eine bessere Lösung. Dem Barockgarten und dem Schloss Weesenstein dauert das alles zu lange.

Letzte Möglichkeit: Nach rechts gibt es bisher nur ein Ziel, nach links zwei – da wäre noch Platz für den Barockgarten und das Schloss. Man käme hin. Auf Umwegen…