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Dienstag, 14.11.2017

Wissenschaftlicher Beistand

Der kriselnde David Storl hat einen neuen Trainer. Wilko Schaa arbeitet schon einige Jahre an der Seite des Kugelstoßers.

Von Michaela Widder

Zu verbissen durch die Saison: Für Kugelstoßer David Storl ist die WM in London mit dem Aus in der Quali ein Tiefpunkt in seiner Karriere.
Zu verbissen durch die Saison: Für Kugelstoßer David Storl ist die WM in London mit dem Aus in der Quali ein Tiefpunkt in seiner Karriere.

© dpa/Bernd Thissen

Als David Storl Ende August die Trennung von seinem langjährigen Erfolgstrainer Sven Lang bekannt gab, teilte er zwei Gründe mit: Er wolle „neue Wege gehen“ und „neue Impulse setzen“. Am Montag nun informierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), dass der frühere Kugelstoß-Weltmeister künftig am Stützpunkt Leipzig von Wilko Schaa betreut wird. Mit dem 35-Jährigen arbeitet Storl schon seit einigen Jahren im wissenschaftlichen Bereich zusammen. Einen ganz neuen Weg, wie angekündigt, schlägt er demnach nicht ein.

Schaa hatte zuletzt am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig gearbeitet und promoviert derzeit zum Thema „Untersuchungen zur Beschleunigungsstruktur im Kugelstoßen“. Am 1. Januar wechselt er als neuer Bundestrainer Wissenschaft Wurf/Stoß zum DLV und werde die Betreuung von Europameister Storl „in enger Kooperation“ mit Lang übernehmen. Der 55-Jährige ist und bleibt Kugelstoß-Bundestrainer.

Die Zusammenarbeit zwischen Lang und seinem Europameister war nach zehn Jahren im Sommer im Unfrieden geendet. Eine gewichtige Rolle dürfte dabei der neue Mentaltrainer gespielt haben. Matthias Große, Lebensgefährte der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, wollte einen „bösen“ Storl aus dem einst gelassenen Hünen machen. Der erste Auftritt bei der WM in London endete jedoch in der Qualifikation.

„Das Thema ist für mich vom Tisch“, erklärt Lang im Gespräch mit der SZ. „Ich gehe damit professionell um und werde meine Leistung als Bundestrainer einbringen – nicht mehr und nicht weniger.“ Eine gewisse Enttäuschung ist freilich noch immer zu spüren. Als 16-Jähriger war der Rochlitzer Storl einst zu Lang gekommen, der ihn vom Schüler bis in die Weltspitze führte und mit 21 Jahren zum jüngsten Weltmeister machte. Es folgten 2012 Olympiasilber, ein weiterer WM-Triumph und drei EM-Titel. Doch mit ersten Rückschlägen durch Verletzungen kamen auch Zweifel – und am Ende das Zerwürfnis.

Bei Großereignissen und in DLV-Trainingslagern betreut der Bundestrainer auch künftig den 27-Jährigen. Da Storl den Auftaktlehrgang in Kienbaum auslässt, wird sich das einstige Erfolgsduo das erste Mal Mitte Dezember zur Leistungsdiagnostik in Leipzig wiedersehen.

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