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Dienstag, 09.01.2018

Zeckengeplagte Dinosaurier

Zecken saugen Blut– und das schon seit Millionen von Jahren, zeigen Einschlüsse in Bernstein.

Von Nadja Wolf

In einem 99Millionen Jahre alten Burma-Bernstein fanden die Forscher eine Dinosaurierfeder – an der sich eine Zecke festgekrallt hat.
In einem 99 Millionen Jahre alten Burma-Bernstein fanden die Forscher eine Dinosaurierfeder – an der sich eine Zecke festgekrallt hat.

© Nature Communications/Penalver et al.

Schon manche Dinosaurier mussten sich wohl mit Zecken herumplagen. Das berichten Forscher nach der Untersuchung von Parasiten, die vor knapp hundert Millionen Jahren in Bernstein eingeschlossen worden waren. Die Wissenschaftler hatten unter anderem eine Zecke an einer Feder entdeckt, die von einem gefiederten Dinosaurier stammt, wie sie im Fachmagazin Nature Communications berichten.

Das Team um Enrique Penalver vom Museo Geominero in Madrid (Spanien) hatte Bernsteine untersucht, die zu Lebzeiten der Dinosaurier in der Kreidezeit entstanden waren. Sie liegen heute in verschiedenen Museen. In den einzelnen Steinen sind Zecken eingeschlossen, die zu zwei heute ausgestorbenen Arten gehören. Eine der Zecken klammerte sich an eine Feder. So konnten die Forscher erstmals eine direkte Verbindung zwischen Zecken und Dinosauriern herstellen. Die Feder stammt demnach entweder von einem flugtüchtigen oder flugunfähigen gefiederten Dinosaurier. „Auch wenn wir nicht sicher sein können, von welcher Dinosaurierart sich die Zecke ernährte, so wissen wir doch, dass die Feder aus dem Burma-Bernstein aus der mittleren Kreidezeit sicher nicht zu einem modernen Vogel gehörte“, sagte Mitautor Ricardo Perez-de la Fuente vom Oxford University Museum of Natural History.

Eine der gefundenen Zeckenarten (Cornupalpatum burmanicum) war der Wissenschaft bereits bekannt. Der zweiten, neu entdeckten Art verpassten die Forscher den Namen „Draculas schreckliche Zecke“ (Deinocroton draculi). Sie vermuten, dass diese Art auf ihren Wirt spezialisiert war und deshalb mit der Auslöschung der Dinosaurier ebenfalls ausstarb. Einer Theorie nahmen die Experten allerdings den Wind aus den Segeln: Aus dem Blut, das die Ur-Zecken eingesaugt hatten, lässt sich demnach keine Dinosaurier-DNA entnehmen, mit deren Hilfe die Urzeit-Tiere wieder zum Leben erweckt werden könnten.

Alle bisherigen Versuche, DNA aus Bernstein zu extrahieren, seien erfolglos gewesen, weil die komplexe DNA-Struktur dafür zu kurzlebig sei, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Idee wurde insbesondere durch den Film Jurassic Park verbreitet. Die neuen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, das Leben der Dinosaurier besser zu verstehen: „Zecken sind berüchtigte Parasiten, die einen gewaltigen Einfluss auf die Gesundheit von Menschen, und Tieren haben, aber bisher gab es keinen klaren Hinweis darauf, welche Rolle diese in der Urzeit spielten“, so Penalver. (dpa)

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