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Samstag, 15.04.2017

Millionenförderung für Dresdner Spitzenforscher

Das Institut Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden.
Das Institut Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden.

© dpa

Dresden. Unbeantwortete Fragen der Embryonalentwicklung, gezielte Gen-Chirurgie und Schwämme, die sich selbst auspressen: Für diese Themen gehen drei der höchstdotierten europäischen Forscherpreise, die ERC Advanced Grants, an Spitzenforscher der TU Dresden. Insgesamt förderte der Europäische Forschungsrat die Vorhaben der drei Wissenschaftler mit rund 7,3 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren, teilte die Universität mit.

Der Biophysikprofessor Stephan Grill will demnach erforschen, wie in wachsenden Organismen links und rechts unterschieden wird und wie sich dadurch verschiedene Organe links oder rechts im Körper anordnen. Dafür untersucht seine Arbeitsgruppe die physikalischen Mechanismen und Kräfte, die dabei auf molekularer Ebene wirken. „Wir werden die Physik mit der Biologie verbinden“, erklärt Grill.

Das Genom des HI-Virus zielgenau aus menschlichen Wirtszellen herauszuschneiden, war Frank Buchholz, Professor für Medizinische Systembiologie, mithilfe eines „Gen-Skalpells“ gelungen. Solche molekularen Skalpelle will er mit seinem Team auch für andere Krankheiten entwickeln. „Wir stehen kurz davor, das Zeitalter der Genom-Chirurgie einzuläuten“, sagt er. Sein Projekt soll eine Plattform entwickeln, die ein effizientes und sicheres Korrigieren von DNA im Genom erlaubt.

Hochporöse druckverstärkende Materialien will Chemieprofessor Stefan Kaskel für Energie- und Umwelttechnologien nutzbar machen. Sein Projekt zielt auf das Verständnis von Phänomenen in einem solchen Material, das auf Gasdruck mit dem Herausschleudern von Molekülen aus seinen inneren Hohlräumen reagiert. Dadurch werde insgesamt eine Gasdruckverstärkung bewirkt. Derartige neue Materialien könnten von Bedeutung für mikropneumatische Bauelemente oder sich selbst antreibende Systeme sein, hieß es.

Die ERC Advanced Grants werden an Spitzenforscher vergeben, die mit risikoreichen Vorhaben in ihren Bereichen neue Wege beschreiten. In der Vergangenheit waren den Angaben zufolge bereits vier dieser Forschungspreise an die TU Dresden gegangen. (SZ/fi)

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