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Donnerstag, 03.08.2017

Menschen leben über ihre Verhältnisse

Die Menschheit hat ihre für dieses Jahr natürlich verfügbaren Ressourcen schon aufgebraucht.

 Ein geräumter und für die Errichtung einer Palmöl-Plantage vorbereiteter Landstrich bei Rokan Hulu (Indonsien),
Ein geräumter und für die Errichtung einer Palmöl-Plantage vorbereiteter Landstrich bei Rokan Hulu (Indonsien),

© dpa

Berlin. Wir leben seit Mittwoch auf Pump. Am 2. August war Erdüberlastungstag – der Tag, an dem die Menschheit alle natürlich verfügbaren Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Jahr regenerieren kann. Das teilte die Forschungsorganisation Global Footprint Network mit.

Aus Sicht von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen leben die Menschen bis zum Jahresende über ihre Verhältnisse: Sie holzen Wälder schneller ab, als diese nachwachsen, überfischen die Ozeane und stoßen mehr Kohlendioxid aus, als in der Biosphäre aufgenommen werden kann. Das sei „Diebstahl an künftigen Generationen“, erklärte Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. Der überhöhte Verbrauch hat bereits Konsequenzen: extreme Wetterereignisse, Hungersnöte und Artensterben etwa. Ökosysteme wie Korallenriffe, tropische Regenwälder oder Flusssysteme drohten zu verschwinden.

Berechnet wird das Datum mithilfe des sogenannten ökologischen Fußabdrucks. Das ist eine Art Buchhaltungssystem für die Ressourcen des Planeten. Auf der einen Seite steht das Angebot, zum Beispiel an Wäldern, Feldern, Gewässern. Auf der anderen Seite geht es um den Bedarf des Menschen, etwa um Energie zu gewinnen, zu bauen, Vieh zu halten. Auch Abgase und Abfälle spielen eine Rolle – entsprechend groß ist der Fußabdruck von Industrienationen. Der Erdüberlastungstag fällt mit dem 2. August auf das früheste Datum seit Beginn der Überlastung des Planeten in den 1970er-Jahren. Deutschland für sich genommen hatte seine Natur-Ressourcen rechnerisch bereits am 24. April aufgebraucht. (dpa)

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