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Donnerstag, 12.04.2018

Hunderte neue Viren entdeckt

Die infektiösen Partikel begleiten Wirbeltiere wohl schon seit Hunderten Millionen Jahren.

Von Walter Willems

© Symbolfoto: Angelika Warmuth/dpa

Peking. HIV, Ebola, Grippe, Erkältung: Viele bekannte Krankheitserreger sind Viren. Chinesische Forscher haben nun bei Untersuchungen an Fischen, Amphibien und Reptilien mehr als 200 bislang unbekannte Viren entdeckt. Daraus schließen sie im Fachblatt Nature, dass Viren Wirbeltiere schon seit Hunderten Millionen Jahren begleiten.

Das Team um Yong-Zhen Zhang vom Chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention in Peking konzentrierte sich bei der Studie auf sogenannte RNA-Viren, zu denen etwa HIV, Grippe und Ebola zählen. Bei ihnen besteht das Erbmaterial aus Ribonukleinsäure (RNA). Daneben gibt es die DNA-Viren, zu denen etwa Herpes-Erreger oder das Hepatitis-B-Virus (HBV) gehören.

Bislang habe man RNA-Viren vor allem bei Säugetieren und Vögeln untersucht, schreibt das Team. Andere Wirbeltiere seien dagegen vernachlässigt worden. Das Team analysierte nun bei 186 Arten von Fischen, Amphibien und Reptilien RNA aus Darm, Leber sowie Lungen- und Kiemengewebe. Darunter waren neben diversen Fischgruppen etwa Frösche, Salamander, Schlangen, Eidechsen und Schildkröten.

Insgesamt entdeckten die Forscher 214 bislang unbekannte Viren. Davon seien 196 auf Wirbeltiere spezialisiert. Von fast jeder Virusgruppe, die Säugetiere befällt, fanden die Forscher Vertreter auch bei anderen Klassen.

So fanden sie etwa Influenza-Viren auch bei Kröten und Fischen.

Generell schienen die Viren von Fischen Vorläufer ihrer Verwandten bei anderen Tierklassen zu sein, berichten die Forscher. (dpa)

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