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Donnerstag, 11.01.2018

Hunde können DNA riechen

Von André Jahnke

Spürhunde können nicht nur Schweiß, sondern auch DNA erschnüffeln. (Das Symbolfoto zeigt einen Drogenspürhund.)
Spürhunde können nicht nur Schweiß, sondern auch DNA erschnüffeln. (Das Symbolfoto zeigt einen Drogenspürhund.)

© Sven Hoppe / dpa

Leipzig. Der Einsatz spezieller Hunde wird bei der Polizei immer wichtiger – und ist nun auch wissenschaftlich belegt. Eine zweijährige Studie habe erstmals nachgewiesen, dass sogenannte Mantrailerhunde neben Schweiß auch isolierte DNA als Schlüsselreiz für die Aufnahme einer Geruchsspur zuverlässig verwenden können, teilte die Universität Leipzig am Donnerstag mit. Damit könnten die Ergebnisse, die durch die Spurensuche der Hunde erzielt werden, auch vor Gericht standhalten.

Bei dem Mantrailing-Projekt des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Leipzig und der Hochschule der Sächsischen Polizei wurde menschliche DNA aus Blut gewonnen und den Hunden vorgehalten. „In 98 Prozent der Fälle wurde die Geruchsspur erkannt“, erläuterte Carsten Babian vom Institut für Rechtsmedizin. Die Forscher hatten mit sieben Tieren insgesamt 675 Versuche durchgeführt.

Für die Ermittler ist dies ein großer Erfolg. „Die Ergebnisse können künftig als Beweismittel in einem Strafverfahren verwendet werden“, betonte Polizeidirektor Leif Woidtke von der Hochschule der Sächsischen Polizei. Die Mantrailerhunde können unter anderem helfen, eine Straftat zu rekonstruieren und die Anwesenheit eines Tatverdächtigen am Tatort zu dokumentieren.

Hintergrund: Mantrailer sind Hunde, die speziell zum Aufspüren von Menschen ausgebildet sind. Die Spürhunde werden bei der Suche nach Vermissten oder Straftätern eingesetzt. Sie werden zunächst etwa mit einem Kleidungsstück des Gesuchten mit seinem individuellen Geruch vertraut gemacht und können auch nach Tagen noch menschliche Gerüche voneinander unterscheiden. Besonders geeignet sind Rassen wie Bloodhound oder Schweißhund. Mantrailer nehmen den Geruch auch aus der Luft auf und suchen nicht nur über Fährten am Boden. Sie können in der freien Natur ebenso eingesetzt werden wie in Städten. Wind, Hitze und Kälte können die Arbeit der Hundenasen behindern. Die Bezeichnung Mantrailer ist aus dem englischen Man für Mensch und Trail für Spur abgeleitet.

(dpa)

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