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Dienstag, 14.03.2017

Hummeln bringen Pflanzen mehr zum Duften als Fliegen

Hummeln über Waben ihres Baus.
Hummeln über Waben ihres Baus.

© dpa

Zürich. Im Buhlen um Bestäuber spielen Pflanzen Reize wie Duft und Farbe aus. Dabei ist es für ihre künftige Pracht wichtiger als bislang gedacht, welche Insektengruppe sie anlocken. Setzt eine Pflanze auf Hummeln als Bestäuber, werden ihre Blüten über nachfolgende Generationen größer und duften stärker als das bei Fliegen der Fall ist, haben Schweizer Forscher für den Rübsamen (Brassica rapa), einen Raps-Verwandten, gezeigt.

Die Forscher Florian Schiestl und Daniel Gervasi von der Universität Zürich ließen eine Gruppe Rübsamen über Generationen nur von Hummeln bestäuben, eine andere nur von Schwebefliegen. Die Blüten der „Hummel-Pflanzen“ waren nach neun Generationen größer, dufteten stärker und hatten mehr UV-Farbanteile, die Bienen anziehen.

Sie seien überrascht gewesen, wie stark die Bestäuber-Insekten die Evolution der Pflanzen beeinflussten, berichten sie im Fachjournal „Nature Communications“. „Traditionell geht man davon aus, dass die Evolution langsam verläuft“, sagte Schiestl. Sein Fazit: „Eine veränderte Zusammensetzung von Bestäuber-Insekten in natürlichen Lebensräumen kann einen rapiden evolutiven Wandel bei Pflanzen bewirken.“

Die Erkenntnis ist wichtig, weil die Zahl der Bienen, zu denen die Hummeln gehören, vielerorts stark sinkt - durch Pestizideinsatz und Landschaftsschwund etwa, wie die Forscher erklären. Folgen für die Bestäuber hat auch der Klimawandel: Gerade Hummeln kämen mit höheren Temperaturen schlechter zurecht als etwa die Honigbiene, berichtete das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig vor einem Jahr. „Es gibt klare Anhaltspunkte, dass ihre Zahl zurückgeht“, sagte der Agrarökologe Josef Settele damals. (dpa)

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