• Einstellungen
Montag, 07.08.2017

Deutschland hat nun sieben bekannte Schlangenarten

Aus sechs mach‘ sieben: Genetische Analysen haben gezeigt, dass in Deutschland sieben registrierte Schlangenarten leben. Die Forscher haben eine Unterart nun zu einer Art erhoben.

Die unter anderem in Westdeutschland lebende Barren-Ringelnatter galt bisher als Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix).
Die unter anderem in Westdeutschland lebende Barren-Ringelnatter galt bisher als Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix).

© Wolfgang Böhme/Senckenberg/dpa

Frankfurt/Dresden. Bislang waren Wissenschaftler von sechs Schlangenarten in Deutschland ausgegangen. Nun ist eine weitere hinzu gekommen: Anhand genetischer Untersuchungen von mehr als 1600 Schlangen hat ein internationales Forscherteam nachgewiesen, dass die unter anderem in Westdeutschland lebende Barren-Ringelnatter eine eigene Art ist. Bislang galt sie als Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix). Ihre Erkenntnisse stellen die Forscher im Fachjournal „Scientific Reports“ vom Montag vor.

„Wir haben zwei Gebiete untersucht, in denen sich verschiedene genetische Linien der Ringelnatter treffen“, erläuterte Uwe Fritz, Direktor der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden. In dem einen Gebiet - von Mitteldeutschland bis zum Südbalkan - kommen zwei verschiedene genetische Linien der östlichen Ringelnatter vor, die sich komplett vermischen.

Schlangenarten in Deutschland

1 von 7

RINGELNATTER - Sie kommt in Deutschland am häufigsten vor. Die ungefährliche Schlange lebt in und an Gewässern. Sie kann 1,20 bis 1,40 Meter lang werden, vereinzelt auch noch größer. Das Reptil hat eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe und dunkle Flecken.

BARREN-RINGELNATTER - Wie ihr Name schon sagt unterscheidet sie sich von der Ringelnatter durch barrenartige, schwarze Streifen. Sie wird 1,60 Meter lang, in Ausnahmefällen sogar 2,00 Meter.

WÜRFELNATTER - Sie zählt zu den seltensten Schlangenarten in Deutschland und ist vom Aussterben bedroht. Charakteristisch ist das Würfelmuster auf ihrem Rücken. Die Wasserschlange ist nicht giftig.

SCHLINGNATTER - Die kleinste Schlangenart in Deutschland wird 60 bis 80 Zentimeter lang. Die ungiftige Natter ist meist braun oder graubraun mit Flecken.

ÄSKULAPNATTER - Die sehr selten gewordene ungefährliche Schlange ist braun, olivgrün, graubraun oder grauschwarz und kann etwa 1,60 Meter lang werden.

KREUZOTTER - Sie ist an dem dunklen Zickzack-Muster auf dem Rücken zu erkennen. Die zu den Vipern gehörende Schlange wird meist nur um die 60 Zentimeter lang und lebt auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und Mooren. Sie verspritzt Gift aus zwei Zähnen, auf das Menschen allergisch reagieren können.

ASPISVIPER - Die giftige Schlange kommt nur noch im Südschwarzwald vor. Das bis zu 90 Zentimeter lange Tier hat einen dreieckigen Kopf und eine charakteristische Schnauze. Wie bei der Kreuzotter ist ihr Gift für Menschen nicht tödlich, kann aber allergische Reaktionen hervorrufen. (dpa)

Ganz anders in der im Rheingebiet untersuchten Zone, in der sowohl die östliche Ringelnatter als auch die Barren-Ringelnatter leben. „Es gibt nur einen ganz schmalen Streifen von weniger als 50 Kilometern Breite, in der es Hybriden gibt“, so Fritz. „Zudem kreuzt sich hauptsächlich die Barren-Ringelnatter in die östliche Art ein, was auf Fortpflanzungsbarrieren hinweist.“ Das spreche dafür, dass es sich um zwei verschiedene Arten handelt. In Deutschland lebe die Barren-Ringelnatter vor allem westlich des Rheins.

Alle Ringelnattern werden in Deutschland bereits streng geschützt. „Die Barren-Ringelnatter hat aber ein wesentlich kleineres Verbreitungsgebiet als die östliche Art“, betonte Fritz. „Die Bundesländer, in denen die westliche Art vorkommt haben damit eine besondere Verantwortung für ihren lokalen Schutz.“ Die Schlange mit den auffälligen schwarzen Barrenmustern ist ungiftig. Sie kann bis zu 1,90 Meter lang werden - meist ist sie aber wesentlich kleiner. (dpa)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.