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Dienstag, 14.11.2017

Wird die Halle dieses Jahr fertig?

Der Zeitplan für den Um- und Ausbau der alten Erksdorfer Turnhalle hängt mächtig. Eine Firmenpleite und sogar der Storch sind schuld.

Von Jens Fritzsche

Der Zeitplan für den Umbau der Großerkmannsdorfer Halle hängt mehrere Wochen hinterher. Vor allem für die Großerkmannsdorfer Karnevalisten ist das eine echte Katastrophe.
Der Zeitplan für den Umbau der Großerkmannsdorfer Halle hängt mehrere Wochen hinterher. Vor allem für die Großerkmannsdorfer Karnevalisten ist das eine echte Katastrophe.

© Thorsten Eckert

Großerkmannsdorf. Noch im August war Großerkmannsdorfs Ortsvorsteher optimistisch, dass der gut zwei Millionen Euro teure Um- und Ausbau der alten Turnhalle zur modernen Mehrzweckhalle samt Anbau für neue Sanitärbereiche und zur Geräte-Unterbringung rechtzeitig fertig werden würde. „Der Optimismus ist bei mir jetzt aber ein wenig gewichen“, sagt Dr. Karl-Wilhelm Leege (Freie Wähler) nun paar Monate später. Das Ziel, Mitte Dezember alles fertig zu haben, sagt er, „wird zumindest sehr, sehr knapp“, will er die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. „Aber die Terminkette ist eben wirklich ziemlich durcheinander geraten“, fügt der Ortsvorsteher an.

Das ging schon mal damit los, dass die Planer keine Winterpause vorgesehen hatten. „Aber den Winter muss man einfach einplanen“, ärgert sich Karl-Wilhelm Leege. Das Ganze brachte schon mal gut sechs Wochen Verzögerung. Dann mussten die Arbeiten wegen des brütenden Storchenpaares auf dem Schornstein der Turnhalle ein paar Wochen ruhen. „Den Storch hätte es sicher nicht wirklich gestört, wenn weitergearbeitet worden wäre – aber wer will schon eine Anzeige durch Naturschützer riskieren“, merkt der Ortsvorsteher kopfschüttelnd an. Und zu allem Überfluss ging dann auch noch die Firma Pleite, die den Sportfußboden einbauen sollte. Die Vorarbeiten waren zum Glück schon weitgehend erledigt, „aber die Deckschicht fehlte eben noch …“ All das hat dann natürlich auch die Abläufe durcheinander gebracht. „Und natürlich haben etliche der beteiligten Firmen dann zunächst andere Aufträge dazwischen erledigt“, hat der Großerkmannsdorfer Ortschef durchaus Verständnis dafür, dass die Firmen in der aktuell sehr positiven Auftragslage ihre Mitarbeiter nicht Däumchen drehend in Großerkmannsdorf herumsitzen lassen.

Karl-Wilhelm Leege hofft nun, dass die Arbeiten weitgehend Weihnachten abgeschlossen sein könnten. Was auf den ersten Blick ja gar nicht so problematisch aussieht – nur ein paar Wochen Verspätung sozusagen. Auf den zweiten Blick wird aber das Problem deutlich, schiebt der Ortsvorsteher nach: Denn die Großerkmannsdorfer Karnevalisten wollen die Halle wenig später für ihre beliebten Show-Veranstaltungen nutzen. Der Ticketverkauf läuft bereits; aber die Halle muss natürlich noch ausgestaltet werden. „Und das ist diesmal ein bisschen aufwendiger als in den Jahren zuvor“, machte Jürgen Schneider vom Großerkmannsdorfer Elfer-Rat des Karnevalsclubs schon im Vorfeld deutlich. Die Anforderungen, gerade beim Thema Brandschutz, sind gestiegen. Zudem müssen die Narren ja quasi in der neuen Halle von Null anfangen. Deshalb war die Stimmung bei Karnevals-Präsident Michael Müller am Sonnabendvormittag beim traditionellen Sturm aufs Radeberger Rathaus dann auch ein wenig getrübt. „Wir hoffen, dass wir das alles zeitlich ordentlich hinbekommen“, wollte er sich den Optimismus dann aber letztlich nicht nehmen lassen.

Wie auch Großerkmannsdorfs Ortsvorsteher Karl-Wilhelm Leege noch immer optimistisch ist. „Die Firmen am Bau geben sich wirklich Mühe“, sagt er begeistert. Aber natürlich weiß der Ortschef, „dass jede Woche, die fehlt, richtig schmerzt“.