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Mittwoch, 16.05.2018

Wirbelsturm am Niederrhein

Ein Tornado wütet am Niederrhein. Häuser sind nun unbewohnbar. Es gibt mindestens einen Schwerverletzten.

Ein Wohnmobil liegt nach einem Wirbelsturm in einem Garten in Viersen-Boisheim.
Ein Wohnmobil liegt nach einem Wirbelsturm in einem Garten in Viersen-Boisheim.

© Theo Titz / dpa

Viersen. Naturschauspiel mit gefährlichen Folgen: Ein Tornado hat am Mittwochabend im Raum Viersen am Niederrhein gewütet und mindestens zwei Menschen verletzt, einen davon schwer. Von einer „Schneise der Verwüstung“ sprach der Kreis: „In Viersen-Boisheim sind Häuser so stark beschädigt, dass sie vorübergehend unbewohnbar sind.“ In dem Ortsteil mit 2 000 Einwohnern haben nun 40 bis 50 Häuser Schäden, wie die Stadt Viersen ergänzte. Zahlreiche Häuserdächer seien abgedeckt, Bäume umgeknickt, Straßen nicht befahrbar. Auch die Autobahn 61 nahe der niederländischen Grenze war teilweise von Sperrungen betroffen. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst berichtet.

Tornado reißt Schneise der Verwüstung

Ein Sprecher des Kreises berichtete von einem schwer verletzten Autofahrer in dem Ort Nettetal-Schaag und einem Feuerwehrmann, der in Nettetal einen Stromschlag erlitten habe. Die Polizei sprach von einem 23 Jahre alten Autofahrer, der nach Verlassen seines Wagens von herabstürzenden Ästen schwer verletzt wurde, sowie von einem Leichtverletzten. Ob es um dieselben Menschen geht, war zunächst noch unklar.

Verhaltenstipps bei einem Tornado

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Wirbelstürme decken Dächer ab. Daher sollten Hausbewohner bei einem Tornado Räume unmittelbar unter dem Dachstuhl meiden. Auch von Fenstern und Türen bleiben sie besser fern, denn herumfliegende Gegenstände können diese durchschlagen. Der Deutsche Wetterdienst rät sogar, Kellerräume aufzusuchen.

Grundsätzlich gilt: Schutz in Gebäuden suchen, am besten in massiven Steinhäusern. Ein Auto ist kein sicherer Ort, denn ein Tornado kann es locker in die Höhe heben.

Wer in freier Natur von einer Windhose überrascht wird, kann noch versuchen, auszuweichen. Ein Tornado sei meist nicht breiter als 100 Meter, ein Kilometer Abstand reicht laut Deutschem Wetterdienst aus.

Im Notfall legt man sich flach auf den Boden. Schwächere Tornados ziehen dann vielleicht über einen hinweg. Außerdem ist in dieser Körperhaltung die Gefahr am geringsten, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden.

Ansonsten gilt die übliche Vorbereitung bei Ankündigungen von Stürmen und Gewittern: Lose Gegenstände am Haus und im Garten sowie das Auto in Sicherheit bringen und sich für einen Stromausfall mit aufgeladenem Handy und Taschenlampen vorbereiten, erläutert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. (dpa)

Gegen 18 Uhr sei der Wirbelsturm über die Ortschaften Viersen-Boisheim, Nettetal-Schaag, Schwalmtal-Dilkrath, Schwalmtal und teilweise über Niederkrüchten gezogen, schilderte die Kreisverwaltung auf ihrer Facebookseite am Mittwochabend.

Auf der Bahnlinie vom rheinischen Mönchengladbach ins niederländische Venlo musste laut Polizei der Verkehr ruhen. Auch mehrere Straßen blieben zunächst gesperrt, weil umgeknickte Bäume den Weg blockierten. Das Unwetter hat sich nach ersten Polizeiangaben innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten abgespielt.

„Ein sehr eindrucksvoller Tornado zog über den Landkreis Viersen im Westen von NRW hinweg, er richtete hier einige Schäden an“, teilte der Wetterunternehmer Jörg Kachelmann auf seiner Internetseite mit. In Deutschland seien in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden, schreibt Kachelmann weiter. (dpa)

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