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Freitag, 12.01.2018

„Wir sind am Internetausbau dran“

Ob Breitbandausbau oder Gemeindezentrum: Dorfhain hat sich große Ziele gesetzt. Bürgermeister Olaf Schwalbe erklärt, warum das wichtig ist.

Die Fassade am Gemeindehaus in Dorfhain wurde 2017 erneuert. 2018 hat Olaf Schwalbe (CDU) Größeres im Blick.
Die Fassade am Gemeindehaus in Dorfhain wurde 2017 erneuert. 2018 hat Olaf Schwalbe (CDU) Größeres im Blick.

© Andreas Weihs

Herr Schwalbe, 2017 ist passé. Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten?

Das bin ich. Wenn man bedenkt, dass wir eine kleine Gemeinde sind mit knapp besetzter Verwaltung und einem Bürgermeister im Ehrenamt, können wir mehr als zufrieden sein. Ich bin stolz auf meine Leute.

Was ist der größte Erfolg?

Von Superlativen will ich absehen. Wir haben mit der 666-Jahrfeier ein tolles Fest gehabt und alles im Ehrenamt bewältigt, ohne einen Cent von Förderprogrammen oder aus der Gemeindekasse. Wenn alle mit anpacken, ist alles und vieles möglich. Ich bin stolz auf die Dorfhainer, die sich dafür eingesetzt haben. Finanziell hatten wir leider ein kleines Minus. Aber das bekommen wir ausbalanciert. Es war ein schönes und friedvolles Fest. Darauf kommt es an. Abgesehen davon haben wir wieder viele kleine Dinge geschafft, die für Dorfhain wichtig sind. Die Ausstattung unserer Feuerwehrkameraden und das Fahrzeug wurden aufgewertet, die Fassade am Kinderzentrum ist saniert, der barrierefreie Weg im Erlebnisbad ist fertig, und wir sind mit dem Breitbandausbau vorangekommen.

Aber eigentlich wollte Dorfhain beim Internetausbau schon weiter sein …

Wenn wir gewusst hätten, dass es so ein steiniger Weg wird, hätten wir uns gleich professionellere Unterstützung geholt, die aber wiederum Geld gekostet hätte. Deshalb bin ich stolz auf das bisher Erreichte unserer kleinen Verwaltung und der ehrenamtlichen Helfer dazu. Außerdem funkte uns noch die Gesetzesänderung dazwischen, dass wir die Mehrwertsteuer für die Förderung für den Internetausbau selbst tragen müssen. Das hat Zeit gekostet.

Viele Dorfhainer haben für den Internetausbau eigenes Geld gegeben. Das gab es bisher nirgendwoanders. Können Sie denjenigen versichern, dass ihre Investition nicht umsonst war?

Daran hat sich nichts geändert. Wir sind weiterhin am Internetausbau dran und werden es auch umsetzen. Ich denke, in ein bis zwei Jahren sind wir so weit.

Es gibt noch ein weiteres großes Projekt, das sich Dorfhain vorgenommen hat: das neue Gemeindezentrum. Geht es damit 2018 voran?

Ja. Wir haben bereits voriges Jahr einen wichtigen Grundstein gelegt. Das dafür notwendige Grundstück ist gekauft und uns damit sicher. Alle wichtigen Behörden sind über unsere Pläne informiert. Anfang dieses Jahres werden wir prüfen, welche Fördermittel in Aussicht stehen und welche Finanzierungsmöglichkeiten wir haben. Hinsichtlich der Planung schauen wir also schon aus dem Kinderwagen hinaus.

Wann kann der Bau beginnen?

Ein Baustart für das neue Kommunezentrum ist 2019 realistisch. Das Projekt soll auf sicheren Füßen stehen. Wir wollen keine Luftnummer.

Rund 3,5 Millionen Euro sind für das neue Gemeindezentrum angesetzt. Es ist ein riesiges Projekt, das sich Dorfhain vorgenommen hat. Warum ist das so wichtig für die Gemeinde?

Wir brauchen das Objekt nicht nur für die Freiwillige Feuerwehr, sondern auch für die Rettungswache, der wir damit in Dorfhain eine Zukunft schaffen können. Wir schaffen damit auch neuen Wohnraum, vielleicht auch Platz für eine Tagespflege. Schön wäre es natürlich auch, wenn wir einen kleinen Laden für den Standort gewinnen, ein Café zum Beispiel. Eben einen Platz zum Treffen. Wir brauchen Visionen und Ziele für Dorfhain, damit wir kein Schlafdorf werden, sonst werden wir zum Leckerbissen für eine Großgemeinde.

Seitdem der Gasthof „Bunter Mann“ dicht ist, fehlt ein solcher Treffpunkt in Dorfhain. Einen Supermarkt gibt es nicht. Selbst die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder eine Autobahn könnte besser sein. Dennoch zieht es immer mehr Familien nach Dorfhain. Woran liegt das?

Der Dresdner Speckgürtel wird deutlich größer. Und so schlecht lebt es sich in Dorfhain ganz und gar nicht. Wir haben Bäcker, Fleischer, Friseur, unsere Sportgaststätte, aber auch eine Kindertagesstätte und nicht zu vergessen unser Erlebnisbad. Letzteres zieht im Sommer viele Gäste aus der Region an. Sicher, es fehlt eine kleine Gaststätte oder Kneipe. Aber es ist auch ein schwieriges Gewerbe. Eine Einkaufsmöglichkeit in Dorfhain wäre natürlich toll. Aber wir sind nun einmal eine kleine Landgemeinde. Die Frage ist, ob ein solcher Laden hier bestehen kann. Ganz ehrlich, als Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung lieben wir unser Dorfhain über alles, sonst würden wir die manchmal schwierige ehrenamtliche Arbeit nicht stemmen können. Damit wir hier aber auch dauerhaft etwas bewegen können, muss sich vor allem auf landespolitischer Ebene etwas ändern.

Was denn genau?

Ich hoffe, dass unser neuer Ministerpräsident auch an den ländlichen Raum denkt. Die Kommunen müssen wieder finanziell besser ausgestattet werden, aber auch unser Landkreis. Ich habe die Hoffnung, dass die neue sächsische Regierung aus der Schlappe zur Bundestagswahl gelernt hat.

Das Gespräch führte Verena Schulenburg.

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