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Montag, 19.03.2018 Fußball

„Wir gehen in die Verlängerung“

Der RBC erwartet Samstag im Halbfinale den FC Oberlausitz. Trainer Matthias Müller weiß, wie es ist, den Pott zu holen.

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RBC-Cheftrainer Matthias Müller (links) und Co-Trainer Joachim Kern tüfteln an einem taktischen Konzept für ihre Schützlinge, um Regionalligist FC Oberlausitz Neugersdorf überraschen zu können. Am Samstag steigt im Radebeuler Weinbergstadion ab 14 Uhr das erste Halbfinale um den Sachsenpokal.
RBC-Cheftrainer Matthias Müller (links) und Co-Trainer Joachim Kern tüfteln an einem taktischen Konzept für ihre Schützlinge, um Regionalligist FC Oberlausitz Neugersdorf überraschen zu können. Am Samstag steigt im Radebeuler Weinbergstadion ab 14 Uhr das erste Halbfinale um den Sachsenpokal.

© Lutz Kollmann

Matthias Müller (Mitte) musste nach dem Double 1977 viele Autogrammwünsche erfüllen. Neben ihm sitzen Erfolgstrainer Walter Fritzsch (links) und Christian Helm, dessen Sohn Felix im RBC-Kader steht.
Matthias Müller (Mitte) musste nach dem Double 1977 viele Autogrammwünsche erfüllen. Neben ihm sitzen Erfolgstrainer Walter Fritzsch (links) und Christian Helm, dessen Sohn Felix im RBC-Kader steht.

© Archiv

Radebeul. Am Samstag schreibt der Radebeuler BC ein neues Kapitel seiner fast 110-jährigen Vereinsgeschichte. Erstmals steht der RBC im Halbfinale um den sächsischen Fußball-Landespokal. Unter der Regie von Ex-Nationalspieler Matthias („Lotte“) Müller wurden der VfL Pirna Copitz (1:0), der SV Wesenitztal (7:5 nach Elfmeterschießen), der VFC Plauen (2:0), der SV Bannewitz (3:2 nach Verlängerung) und der FSV Oderwitz (4:0) eliminiert. Nun erwarten die Karl-May-Städter im Weinbergstadion den Regionalligisten FC Oberlausitz Neugersdorf. Der Viertligist stand 2014 im Pokalfinale, unterlag dort dem höherklassigen Chemnitzer FC erst nach der Verlängerung mit 2:3. Ein Jahr später wurde sogar die SG Dynamo Dresden im Viertelfinale mit 2:1 geschlagen, im Halbfinale hatte dann aber der FSV Zwickau knapp die Nase vorn (1:0). Nun will der FCO den großen Coup landen. Im Finale müssten die Neugersdorfer beim Sieger der zweiten Halbfinalpartie zwischen dem VfB Auerbach und Chemie Leipzig antreten. Setzen sich die Radebeuler durch, würde das Finale – zumindest gegen Auerbach – wohl im Weinbergstadion steigen. Ein Endspiel gegen Chemie Leipzig müsste dagegen aus Sicherheitsgründen voraussichtlich nach Dresden verlegt werden. Aber das ist Zukunftsmusik, weiß auch der 63 Jahre alte Matthias Müller.

Herr Müller, der RBC hat mit dem Einzug ins Halbfinale einen seiner größten Erfolge der Vereinsgeschichte eingefahren. Wir realistisch sehen Sie die Chance, ins Finale zu kommen?

Wir sind natürlich der Außenseiter und das nicht nur, weil wir zwei Klassen tiefer spielen. Leider sind derzeit unsere Möglichkeiten sehr beschränkt. Felix Graage, Richard Schöne, Erik Talke und Michal Adamczyk konnten zuletzt nicht trainieren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass uns das Quartett nicht zur Verfügung stehen wird.

Auf der Gästebank sitzt Sportchef Manfred Weidner als Interimscoach. Sie kennen sich schon lange?

Ja, wir haben in den 90er Jahren fast drei Jahre zusammengearbeitet. Er war damals mein Co-Trainer. Wir haben uns danach nie aus den Augen verloren.

Wie würden Sie Ihren Kollegen charakterisieren?

Manfred ist sehr akribisch, ehrgeizig und hat ein gutes Bauchgefühl, was Situationen und Spieler betrifft. Er hat die Neugersdorfer als Trainer aus der Landesliga in die Regionalliga geführt und stand mit dem FCO im Landespokalfinale gegen den Chemnitzer FC. Mehr muss ich dazu nicht anführen, die Erfolge sprechen für ihn.

Wie schwer war es zulezt, ihre Spieler auf die Landesliga-Punktspiele zu fokussieren?

Es war natürlich nicht so einfach, den Fokus auf das Punktspiel gegen Rapid Chemnitz zu legen, das dann ja abgesagt werden musste. Ich kann die Spieler verstehen, die schon das Pokalspiel im Kopf hatten, da sie ja vor einer großen Herausforderung stehen, vielleicht auch vor dem größten Ereignis Ihrer aktiven Laufbahn.

Konnten Sie den FCO beobachten?

Nein, ich verlasse mich auf meine guten Kontakte. Ich habe einige Leute konsultiert, wir haben den Gegner analysiert und wir werden trotz aller Probleme gut vorbereitet ins Spiel gehen. Und wir werden alles in die Waagschale werfen, um das Unmögliche vielleicht doch zu erreichen. Aber wie gesagt, ich hätte mir gewünscht, dass wir alle Spieler an Bord haben, um ein paar mehr Möglichkeiten und Kräfte zu haben.

Sie wurden als Spieler mit Dynamo Dresden Pokalsieger. Erinnern Sie sich noch an dieses Endspiel?

Ja, an 1977 erinnert mich täglich mein Erkennungsbild bei WhatsApp. Zudem steht ein kleiner Pokal bei mir zu Hause. Wir gewannen damals in Berlin vor 55 000 Zuschauern gegen den 1. FC Lok Leipzig mit 3:2. Bis zur 85. Minute lagen wir hinten, dann trafen Rainer Sachse und Gerd Weber. Es war ein tolles Highlight meiner Spieler-Laufbahn, zumal wir 1977 das Double holten.

Ihr Tipp für Samstag?

Wir gehen in die Verlängerung und der Ausgang offen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz

Eintrittskarten für das Pokalspiel gibt es an der Tageskasse für sieben Euro (fünf Euro ermäßigt).